Szenen aus dem Amateur-Fußball

Schwere Zeiten in Barsbüttel

Der Landesligaklub Barsbütteler SV ist in unruhigem Fahrwasser angekommen. Erst gab es eine 2:8-Klatsche gegen den VfL Lohbrügge, dann machten finanzielle Probleme die Runde. Nun verlassen Verteidiger Norman Leßmann (19) und Regisseur Mehmet Özdem , die im vergangenen Sommer vom Nachbarschaftsrivalen Willinghusener SC zum BSV gekommen waren, den Klub ebenso kurzfristig in Richtung SC V/W Billstedt wie Alexander Wolf zum Meiendorfer SV (siehe oben). Im Zentrum der Kritik steht Manager Maxwell Phelps , der finanzielle Zusagen an Spieler nicht eingehalten haben soll und zudem dem Punktspielbetrieb bisher fern blieb. Die Verpflichtungen weiterer Spieler werden dennoch angestrebt.

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Die SV Halstenbek-Rellingen ist auf der Suche nach einer Verstärkung fündig geworden. Spielmacher Selcuk Turan wechselt mit sofortiger Wirkung vom TSV Uetersen an den Jacob-Thode-Platz. Der katastrophale Saisonstart mit nur einem Punkt aus sechs Partien machten nicht nur in den Augen von Manager Hans-Jürgen Stammer eine Verpflichtung unumgänglich. "Wir mussten uns etwas einfallen lassen", so Stammer gegenüber dem Abendblatt. Der mittlerweile 36-jährige Turan soll die spielerischen Defizite der Elf von Trainer Oliver Berndt beheben und für mehr Torgefahr sorgen. Für den TSV Uetersen erzielte er in der Landesliga Hammonia in sechs Spielen fünf Treffer.
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Meiendorfs Trainer Lutz Göttling hatte am Dienstag gleich zweimal Grund zur Freude. Zum einen besiegte seine Elf in einem Nachholspiel der dritten Runde im Oddset-Pokal den TSC Wellingsbüttel (Kreisliga) souverän mit 6:0. Zudem unterschreib Alexander Wolf vom Barsbütteler SV am Abend einen Amateurvertrag beim MSV. Göttling holte den 20-Jährigen 2006 von HT 16 nach Barsbüttel. Nun folgt der Linksfuß seinem Förderer nach Meiendorf. "Er hat noch Trainingsrückstand und wird am Wochenende sicherlich noch nicht im Kader stehen, aber wir hatten bislang nur zwei Linksfüßer im Kader. Von daher wird er uns mittelfristig weiterhelfen", erklärte der Trainer. Am Sonntag (15 Uhr, Rupprechtplatz) geht es zum Top-Spiel zu Barmbek-Uhlenhorst.
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Die Entwarnung kam offensichtlich zu früh. Wie Condors Trainer Matthias Bub bestätigte, hat die Kernspinuntersuchung bei Christian Woike zu 90 Prozent doch einen Kreuzbandriss ergeben. "Das ist sehr, sehr bitter, weil wir eigentlich schon von einer weniger schlimmen Verletzung ausgegangen waren", so Bub. Die Reihen im Sturm lichten sich damit immer mehr. "Wir werden uns noch ergänzen", sieht sich der Trainer zum Handeln gezwungen. Ein Angreifer aus der Landesliga wird noch vor dem 31. August 2007 nach Farmsen wechseln.


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Personell nicht mehr aktiv wird der SC Concordia, obwohl Trainer Andreas Klobedanz vor einigen Wochen noch den Ausfall von Abwehrchef Sven Reymann (Bandscheibenvorfall) extern kompensiert sehen wollte. "Trainer haben ja manchmal so Ideen, aber wir werden die Saison mit dem aktuellen Kader bis zur Winterpause spielen", stellte Manager Rollo Stein klar. Erschwerend hinzu kommt der Ausfall von Reymanns Ersatzmann Thomas Reiher , der ab dem 16. September für drei Wochen im Urlaub sein wird. Nun dürfte Neuzugang Kai Banasiak öfter die Chance bekommen sich zu beweisen. Schon am letzten Sonntag beim USC Paloma erhielt Banasiak den Vorzug vor Reiher und machte seine Sache gut.


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Sven Maric vom SC Victoria ist weiter auf der Suche nach einem neuen Verein. Nach zweiwöchigem Urlaub läuft dem Defensivspieler, der beim Meister der Hamburg-Liga um die Freigabe gebeten hatte, die Zeit weg. Am Freitag endet die erste Transferperiode. "Er muss nun auch selber aktiv werden, wenn er sich noch verändern möchte", erklärte Vicky-Manager Ronald Lotz am Dienstag. Potenzielle Interessenten wie der SV Henstedt-Rhen, SV Curslack-Neuengamme, SV Halstenbek-Rellingen oder der VfL Pinneberg, haben unterdessen abgewunken.


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Der SC Vier- und Marschlande will sich mit einem Brüderpaar hochkarätig verstärken doch wahrscheinlich kommt es zu dem Transfer erst in der Winterpause. Janusz und Kryzsztof Baranowski von Bergedorf 85 II, die beide schon Einsätze im Oberligateam nachweisen können, sollen an den Deich wechseln. Doch eine kurzfristige Einigung scheint ausgeschlossen. Somit wären beide erst nach der Hinrunde spielberechtigt.


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Auch der SV Rugenbergen will noch mal nachlegen und zeigt starkes Interesse an Abwehrspieler Roman Kirschstein (zuletzt VfL 93). Der 23-Jährige überlegt jedoch, bis zum Winter eine Fußballpause einzulegen, da er studienbedingt nicht mehr soviel Zeit zum Training mitbringt. Zudem favorisiert der oberligaerfahrene Kirschstein eine ambitioniertere Hamburg-Liga-Mannschaft.


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Der SC Teutonia 10 aus der Bezirksliga West hat drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen bekommen. Die Partie des dritten Spieltags gegen Union 03 endete eigentlich 2:2-Unentschieden, doch die Spieler Behsad Yusefi und Mehdi Aghayarzadeh des Landesliga-Absteigers besaßen keine Spielberechtigung. Das Sportgericht wertete die Partie daraufhin mit 3:0 für die Teutonen.


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Der SV Wilhelmsburg sorgte in einem Nachholspiel des Oddset-Pokals (3. Runde) für eine Überraschung: Der Klub gewann das Wilhelmsburger Derby gegen Einigkeit mit 1:0 und das sogar auswärts. Die Hausherren sind in der Hansa-Staffel noch ohne Verlustpunkt, der SVW steht hingegen auf einem Abstiegsplatz. "Wir haben hier völlig verdient gewonnen. Ich weiß auch nicht warum aber wir sind irgendwie zur Pokal-Elf geworden", sagte SVW-Trainer Bodo Blank . Schon im vergangenen Wettbewerb erreichte das Team das Halbfinale. Das goldene Tor schoss Neuzugang Dennis Witte , der erst seit einer Woche bei den Wilhelmsburgern weilt und vom mecklenburgischen Landesligaklub Grün-Gold Güstrow auf die Elbinsel kam. Den Kontakt stellte Ex-Spieler Jörn Möller her, der mit Witte zusammen Betriebssport betreibt. Sogar der Weg aus seiner neuen Heimat Ahrensburg ist dem Neuzugang nicht zu weit.