Amateure

Spills nächste Mission: ganz normale Treffer

Schnelsen schreibt Geschichte. Einen einmaligen Rekord hat TuS Germania Schnelsen vollbracht. Mit dem 2:0 gegen die SV Blankenese schloss der Verein die Saison in der Landesliga Hammonia ungeschlagen ab. Noch besser: Das Team kassierte in keinem Pflichtspiel eine Niederlage in der regulären Spielzeit. Das 1:2 am 13. Dezember 2009 gegen Eintracht Norderstedt in der vierten Runde des Amateur-Pokals kam seinerzeit erst nach Verlängerung zustande. Nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte es keine Mannschaft, eine solche Serie in der zweithöchsten Hamburger Amateurliga hinzulegen. Schnelsens Trainer Heino Stemmann erklärte nach der Partie, er fühle sich nun "einfach Weltklasse." Und schob lachend hinterher: "Nächste Saison ist dann wohl die Kunst des Trainers gefragt. Die erste Niederlage nach langer Zeit werden wir in der Oberliga Hamburg sicher kassieren. Da werden wir uns erst mal dran gewöhnen müssen."

Spill verteidigt die Kanone. Der neue und alte Torschützenkönig der Oberliga Hamburg heißt Christian Spill. Curslacks Torjäger verteidigte die Kanone mit 21 Treffern. Umso bemerkenswerter ist seine Leistung, da er in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils mehrere Spiele durch Knieverletzungen verpasste. "Auch in Zukunft sollten 20 Tore für mich immer drin sein, obwohl wir darauf hinarbeiten, dass die Mannschaft nicht mehr so sehr von mir abhängig ist." Nur eine Sache bereitet "Spiller", der gerne aus den unmöglichsten Lagen trifft, Sorgen: "Es heißt oft über mich, ich würde die schweren Tore machen und die einfachen Chancen nicht verwerten. Ich werde im nächsten Jahr daran arbeiten, ein paar ganz normale Tore zu schießen, damit ich von draußen nicht immer so komisch angeguckt werde."

Buchholz vor Titel Nummer fünf. Eine schöne Reaktion auf den knapp verpassten Oberliga-Meistertitel zeigte der TSV Buchholz 08. Der Außenseiter aus der Nordheide feierte die Vizemeisterschaft so ausgelassen wie den Titel. Trainer Thomas Titze: "Wir haben vielleicht drei Minuten gebraucht, um zu verdauen, dass der ganz große Wurf nicht funktioniert hat. Wir sind trotzdem stolz auf das, was wir mit unseren kleinen Mitteln erreicht haben." Und einen Titel können die Nordheider sogar noch holen. Denn auch in der Rückrunde verhielt sich Titzes Team wieder vorbildlich, erhielt nicht einen Platzverweis und nur wenige Verwarnungen, ist so Favorit auf den fünften Fairplay-Titel in Folge. Der Preis wird von der Sparda-Bank gestiftet und ist mit 3000 Euro dotiert. Die Ergebnisse der Auswertung sind noch nicht veröffentlicht. "In diesem Fall führt der Weg mal wieder nur über uns", schmunzelte Titze.

Zerfällt der SV Lurup? Nach 21 Jahren nimmt der Klub von der Flurstraße Abschied aus der Oberliga Hamburg. Das abschließende 3:1 gegen Bergedorf 85 reichte nicht mehr zum Klassenerhalt. "Mit 39 Punkten abzusteigen ist sehr bitter. Wir haben eine tolle Rückrunde gespielt und sind leider nicht dafür belohnt worden", so Trainer Andreas Klobedanz. Der SVL stellt die neuntbeste Rückrundenmannschaft und will das Team "so weit wie möglich zusammenhalten", so der Trainer. Dies ist jedoch unwahrscheinlich. Die meisten Spieler sollen bereits Angebote anderer Vereine haben.