Handel

Drinnen einkaufen - draußen diskutieren

Auch an diesem Sonnabend war das Midnight-Shopping im Harburger Phoenix-Center laut Centermanagement ein voller Erfolg.

Harburg. "An den verkaufsoffenen Sonntagen haben wir vermehrt Familien hier bei uns, aber so spät schlendern eher junge Leute oder Pärchen durch die Läden", so Heiko Wasser, Hausinspektor des Centers.

An diesem Abend waren die Verkaufsflächen nicht überlaufen, es herrschte kein Gedränge wie oftmals während der normalen Öffnungszeiten. Kunden, wie unter anderem Maike von Wnuck und ihre Tochter Antonia, genossen die langen Öffnungszeiten, weil die Familie nun endlich einen Termin finden könne, um gemeinsam einzukaufen. "Wir haben keinen Druck und so bringt das Shoppen wieder Spaß", sagt Tochter Antonia. Ihre Mutter fügt hinzu: "Am Sonnabend kann man es hier sonst manchmal gar nicht aushalten, weil es eben so voll ist."

Doch nicht alle stehen den langen Öffnungszeiten im Phoenix-Center positiv gegenüber. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Harburg befürwortet die Shopping-Events des Centers in den Abendstunden nicht. Gemeinsam mit Vertretern des Kirchenkreises Harburg luden sie am Sonnabend zum Diskutieren an einen Stand in der Moorstraße ein. "Mit den langen Öffnungszeiten wird massiv in das soziale Leben der Verkäufer eingegriffen", sagt Detlef Baade vom DGB. "Vor 1 Uhr kommen sie gar nicht nach Hause und dann ist nicht nur der Sonnabend kaputt, auch den Sonntag kann man dann nicht mehr sinnvoll mit der Familie oder mit Freunden nutzen, weil man eben viel zu müde dafür ist."

Auch Leif-Torben Stein, Filialinhaber vom Süßwarengeschäft Arko, sieht die Aktion kritisch. "Für mich lohnen sich die langen Öffnungszeiten nicht besonders, und auch dem Familienleben tut das nicht gut." Er selbst würde die langen Öffnungszeiten für den eigenen Einkauf nicht nutzten wollen. Um den Kritikern des Mitternachtsshopping entgegen zu kommen, hat sich das Centermanagement auf einen Kompromiss eingelassen. "Wir haben die Aktion bewusst nicht direkt in die Weihnachtszeit gelegt", so Heiko Wasser. "Damit wird dann das Familienleben der Verkäufer in der Adventszeit ein wenig geschont."