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Die Clean Vehicles Directive im Ökosystem erfolgreich umsetzen

Foto: Horváth & Partner GmbH

Die Clean Vehicles Directive (CVD) im Ökosystem nachhaltig umzusetzen, stellt zahlreiche Unternehmen vor Herausforderungen. Die Energie- und Transportexperten Matthias Deeg und Dr. Björn Bohlmann, Partner bei der Managementberatung Horváth, erläutern im Interview, wie sie diese erfolgreich bewältigen können – und welche Rolle grüner Wasserstoff dabei spielt.

Herr Dr. Bohlmann, die CVD ist in aller Munde, doch der Begriff wird oftmals eher mit der Finanz- als mit der Transport- und Logistikindustrie assoziiert. Was hat es damit genau auf sich und warum sollten sich Entscheidungsträger von Mobilitäts- und Logistikunternehmen nun damit auseinandersetzen?

Die Clean Vehicles Directive (CVD) setzt erstmals verbindliche Mindestziele für die Beschaffung emissionsarmer Fahrzeuge bei der öffentlichen Auftragsvergabe fest. Das ab August 2021 gültige Gesetz schreibt neue Vorgaben für Fahrzeug-Beschaffungsvorhaben von Unternehmen der öffentlichen Hand und ausgewählter privatrechtlich organisierter Akteure vor. Betroffen sind insbesondere ÖPNV- sowie Logistikunternehmen wie Post- und Paketdienstleister, aber auch Müllabfuhren – also eine nicht unerhebliche Anzahl von Firmen.

Wichtig ist daher, dass sich Entscheidungsträger bereits heute mit der CVD und ihren Auswirkungen auseinandersetzen und sich insbesondere mit verschiedenen Technologiemöglichkeiten zur Emissionsminimierung befassen. Gerade bei der Technologieauswahl sind die individuellen Bedürfnisse einer Organisation zu berücksichtigen. Die Frage, ob ein ÖPNV-Unternehmen seine Busflotte auf einen Wasserstoff- oder Batteriebetrieb umstellt, ist weder aus Operations-/Betriebsperspektive noch aus Sicht des Einkaufs trivial – müssen doch diese neuen Technologien über den gesamten Lebenszyklus bis hin zur Verschrottung von z.B. Batterien simuliert und mitunter ganze betriebliche Abläufe angepasst werden.

Die CVD umfasst also lediglich die Vorgabe, in Einkaufsprozessen auf emissionsarme Flotten zu achten. Ist es nicht eigentlich Kernkompetenz von Transportunternehmen, die Beschaffung von Fahrzeugen – gleich welcher Antriebstechnologie – durchzuführen?

Mit der Einführung der Clean Vehicle Directive ändern sich die inhaltlichen Anforderungen an die Beschaffung neuer Fahrzeuge. Bislang standen Kosten-Nutzen-Betrachtungen im Vordergrund der Analysen. Durch die CVD kommen zusätzliche Fragestellungen bezüglich Nachhaltigkeitskriterien in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Folgekosten hinzu. Insbesondere was die Treibstoff-Frage angeht, herrschen aktuell noch viele Risiken vor, sodass die Unsicherheiten vorab in Folgekostenabschätzungen berücksichtigt werden müssen. Man denke nur an die Beispiele des Aufbaus einer Wasserstoff-Infrastruktur oder den Kostenpfad von Wasserstoff über die nächsten Jahrzehnte.

Sie betonen den Wasserstoff-Antrieb, weniger jedoch Batterie- oder Stromantriebe: Ist denn ein Betrieb von Wasserstoff-Flotten wesentlich wirtschaftlicher und vorteilhafter?

Die Entscheidung für eine neue Technologie steht immer in Abhängigkeit mit den individuellen Gegebenheiten des Unternehmens vor Ort. Bei unseren aktuellen Kunden aus dem ÖPNV-Bereich besteht derzeit die vorherrschende Meinung, dass sich Wasserstoff als langfristige Alternative etablieren wird. Unsere Ergebnisse basieren auf detaillierten Business- Case- und Szenarioanalysen unter Berücksichtigung der “Total Cost of Ownership” der künftigen Busflotten. Unsere Projekterfahrung zeigt jedoch auch, dass viele ÖPNV- und Logistikbetreiber bisher kaum Erfahrung mit dem Aufbau von Wasserstoff-Infrastrukturen haben und an dieser Stelle die größte Unsicherheit besteht.

Herr Deeg, welche Themen sollten Flotten-Entscheidungsträger angehen, wenn ihr Unternehmen Wasserstoff als künftigen und damit auszuschreibenden Treibstoff favorisiert?

Branchen-Entscheidungsträger sollten zunächst ihre Wertschöpfungskette rückwärst denken und ihr Geschäftsmodell in einem möglichen Ökosystem-Gedanken entwickeln. Dabei müssen Sie sich die Frage stellen, ob Sie mit ihrem heutigen Kompetenzprofil die zukünftigen Anforderungen aller Elemente der Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdecken können – von der Erzeugung über den Transport bis zur Anwendung. Ist dies nicht der Fall, werden Flottenbetreiber von Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette langfristig voneinander profitieren.

Könnte Hamburg ein passender Standort für solch ein Ökosystem sein?

Ein mögliches Wasserstoff-Ökosystem “made in Hamburg” ist für die Standortentwicklung sowie ökologische Stadtentwicklung von großer strategischer Bedeutung. Trotzdem ist ein enger Schulterschluss mit Partnern aus der Mobilität (Hamburger Hochbahn, Güterbahnen mit Hafenanschluss sowie Energieversorger) notwendig, um ein funktionierendes Ökosystem zu etablieren. Hamburg hat an der Stelle die einmalige Möglichkeit, eine Vorreiterrolle für alternative Antriebe einzunehmen und den Zukunftsmarkt durch norddeutsche Kooperationen zu erschließen.

Über Horváth

Horváth ist eine international tätige, unabhängige Managementberatung mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Rumänien, den USA, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wir stehen für ein ausgeprägtes Branchenverständnis sowie höchste fachliche Expertise in sämtlichen Unternehmensfunktionen – mit Fokus auf Performance Management und Transformation. Für unsere international agierenden Kunden führen wir weltweit Projekte durch. Dabei stellen wir auch durch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern innerhalb der Beratungsallianz „Cordence Worldwide“ die genaue Kenntnis und Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Gegebenheiten sicher.

Unsere Spezialisten unterstützen Unternehmen und Führungskräfte mit umfassender Kompetenz in Geschäftsmodellen, Organisationsstrukturen, Prozessen und Systemen dabei, ihre Organisationen erfolgreich auf die Zukunft auszurichten. Mit Leidenschaft und Umsetzungsstärke verhelfen wir Veränderungen zum Erfolg, für das Gesamtunternehmen, für einzelne Unternehmensbereiche oder für Funktionen wie Vertrieb, Operations, Einkauf, Controlling & Finanzen, HR und IT. Horváth steht für Projektergebnisse, die nachhaltigen Nutzen und Wert schaffen. Deshalb begleiten unsere Beraterinnen und Berater ihre Kunden von der betriebswirtschaftlichen Konzeption über die Verankerung in Prozessen und Systemen bis zum Change Management und Training von Führungskräften und Mitarbeitern.

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