Anzeige

Experten im Fokus

Anzeige
Anwaltskanzlei in Hamburg

Erbrecht: Alles geregelt mit den richtigen Beratern

Im Erbrecht werden alle Regelungen und Bestimmungen zusammengefasst, die nach dem Tod einer Person eintreten.

Im Erbrecht werden alle Regelungen und Bestimmungen zusammengefasst, die nach dem Tod einer Person eintreten.

Foto: pixabay

Das Erbrecht gibt den Rahmen. Aber wie möchte ich es?

In der emotional überwältigenden Situation des Todes eines geliebten Menschen müssen sich die Familienangehörigen auch noch mit vielen rechtlichen, finanziellen und behördlichen Verfahren auseinandersetzen. Ihnen dabei als starke Berater zur Seite zu stehen, das haben sich die Rechtsanwälte der KANZLEI AM RATHAUS in Ahrensburg bei Hamburg zur Aufgabe gemacht.


Das Erbrecht ist kompliziert und es gibt einige Fallstricke zu beachten, damit geordnete und verlässliche Verhältnisse hinterlassen werden und der letzte Wille auch erfüllt wird. Was ist der Unterschied zwischen einem Testament und einem Erbvertrag? Was gilt bei gesetzlicher Erbfolge? Und wie verhält es sich mit dem Pflichtteil?


Wir haben mit Maraike Lehnhoff, Fachanwältin für Erbrecht und Partnerin der KANZLEI AM RATHAUS, gesprochen.

Frau Lehnhoff, wer erbt mein Vermögen? Wie kann ich einen Erben bestimmen?

Maraike Lehnhoff: Die Erbfolge richtet sich grundsätzlich nach dem Gesetz. Erben werden je nach persönlicher Lebenssituation der Ehegatte, Kinder, aber auch Eltern, Geschwister und weitere Verwandte. Abweichend hiervon lässt sich per letztwilliger Verfügung, das heißt via Testament oder Erbvertrag, ein Erbe bestimmen. Das Testament kann handschriftlich errichtet werden. Der Erbvertrag bedarf zu seiner Wirksamkeit der notariellen Beurkundung.

Wie erfahren meine Erben von meinem letzten Willen? Und was müssen sie beachten?

Maraike Lehnhoff: Sofern der letzte Wille in einem notariell beurkundetem Testament oder Erbvertrag festgehalten wurde, ist diese Urkunde in der Regel bei einem Amtsgericht hinterlegt und im zentralen Testamentsregister erfasst. Nach dem Tod des Erblassers wird dann das Testament oder der Erbvertrag vom zuständigen Nachlassgericht eröffnet und sowohl den dort benannten Erben und Vermächtnisnehmern sowie den nicht bedachten gesetzlichen Erben zugestellt. Bei handschriftlichen Testamenten gilt, dass diese, sofern sie gefunden werden beim Amtsgericht eingereicht werden müssen. Der Erbe und auch jeder andere, der ein Testament einreicht, ist hierzu – unabhängig davon, ob der Inhalt gefällt – verpflichtet. Handschriftliche Testamente werden dann, ebenso wie notarielle Testaments, vom Amtsgericht eröffnet und den Beteiligten zugestellt. Wichtig: Die Eröffnung erfolgt vollkommen unspektakulär, ohne dass die Erben hierzu eingeladen werden und ihnen das Testament vorgelesen wird.

Was ist der Unterschied zwischen einem Testament und einem Erbvertrag?

Maraike Lehnhoff: Das Testament ist – mit Ausnahme des besonderen gemeinschaftlichen Ehegattentestaments – die Verfügung einer einzelnen Person, die diese jederzeit ohne Beteiligung des genannten Erben widerrufen kann. Der Erbvertrag hingegen bindet die Parteien des Erbvertrages an die dort vereinbarten Regelungen. Die Änderung ist grundsätzlich nur mit Zustimmung aller Beteiligten möglich, wobei sich die Reichweite der Bindung einschränken lässt.

Welche Verwandten sind gesetzliche Erben?

Maraike Lehnhoff: Grundsätzlich kommen nahezu alle Verwandten als gesetzliche Erben in Betracht. Allerdings gliedert das Erbrecht sich nach Ordnungen. Kinder sind danach Erben erster Ordnung. Eltern und Geschwister sind Erben zweiter Ordnung; Großeltern, Geschwister der Eltern und deren Kinder sind Erben dritter Ordnung, Urgroßeltern und deren Abkömmlinge sind Verwandte der vierten Ordnung, alle weiteren Verwandten sind Erben fünfter und fernerer Ordnungen. In der gesetzlichen Erbfolge erben zunächst immer die Erben der ersten Ordnung, sind solche nicht vorhanden erben die Erben zweiter Ordnung usw. Grundsätzlich werden Erben einer niedrigeren Ordnung von Erben einer höheren Ordnung ausgeschlossen. Neben den Verwandten erbt der Ehegatte, wobei bei Vorhandensein eines Ehegatten lediglich die Abkömmlinge des Erblassers, die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge und die Großeltern erbberechtigt sind.

Was ist der Unterschied zwischen einem Erben und einem Vermächtnisnehmer?

Maraike Lehnhoff: Der Erbe ist der Rechtsnachfolger des Erblassers, er tritt in alle Rechte und Pflichten des Erblassers ein und muss sich um die Abwicklung des Nachlasses kümmern. Der Vermächtnisnehmer hingegen hat lediglich einen Anspruch gegen den Erben auf Erfüllung des Vermächtnisses, zum Beispiel bei der Übereignung einer Immobilie oder bei der Zahlung eines bestimmten Geldbetrages. Darüber hinaus hat der Vermächtnisnehmer mit dem Nachlass nichts zu tun.

Was ist ein Pflichtteilsberechtigter? Wann entsteht der Pflichtteilanspruch und wie hoch ist er?

Maraike Lehnhoff: Pflichtteilsberechtigt ist ein gesetzlicher Erbe, der durch letztwillige Verfügung des Erblasser von der Erbfolge ausgeschlossen wird und damit faktisch enterbt ist. Pflichtteilsberechtigt sind allerdings nur die Abkömmlinge des Erblassers und dessen Eltern, nicht die Geschwister, deren Abkömmlinge oder sonstige Verwandte. Der Pflichtteilsanspruch entsteht durch den Ausschluss aus der Erbfolge und besteht immer in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbanteils. Hinterlässt der Erblasser zwei Kinder, setzt aber nur eines der Kinder als seinen alleinigen Erben ein, hat das andere einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von ein Viertel des Nachlasswerts. Wichtig: Der Pflichtteilsanspruch ist ein reiner Geldanspruch. Der Pflichtteilsberechtigte hat keinen Anspruch darauf, bestimmte Gegenstände übereignet zu bekommen oder Miteigentümer einer Immobilie zu werden.

Kann der Erblasser einen Pflichtteilsberechtigten übergehen?

Maraike Lehnhoff: Nein. Der Erblasser kann unter ganz hohen Voraussetzungen versuchen, dem Pflichtteilsberechtigten den Pflichtteil zu entziehen. Dies gelingt in den seltensten Fällen. Möglich ist allerdings der Abschluss eines Pflichtteilsverzichtsvertrages zwischen dem Erben und dem Pflichtteilsberechtigten.

Wie finde ich raus, ob ich Schulden Erbe?

Maraike Lehnhoff: In der Regel erst, wenn der Erbnachweis, das heißt die eröffnete notarielle Verfügung oder aber der Erbschein vorliegt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nach der Beantragung eines Erbscheins die Erbausschlagung nicht mehr möglich ist.

Wann macht es Sinn, das Erbe auszuschlagen? Und welche Konsequenzen hat es, wenn ich mein Erbe ausschlage?

Maraike Lehnhoff: Das Erbe sollte ausgeschlagen werden, wenn positive Kenntnis von Schulden besteht und keinerlei Interesse daran, an der Nachlassabwicklung mitzuwirken. Mit der Erbausschlagung gehen sämtliche Rechte auch an persönlichen Gegenständen des Erblassers verloren. Besteht keine positive Kenntnis von Schulden, sondern lediglich der Verdacht, empfehle ich den Mandanten sich die Frage zu stellen, ob man sich mit der Regelung des Nachlasses befassen möchte oder nicht. Stellt sich hinterher raus, das Schulden vorhanden waren, lässt sich die Haftung auf den Nachlass beschränken. Hatte der Mandant falsche, aber positive Kenntnis davon, dass der Nachlass werthaltig sein soll, kommt auch die Anfechtung der Annahme der Erbschaft und damit die nachträgliche Ausschlagung in Betracht.

Kontakt

 

 

KANZLEI AM RATHAUS

Rathausplatz 25

22926 Ahrensburg

Tel: 04102/5 16 00

Mail: info@kanzleiamrathaus.com

https://kanzleiamrathaus.com/

Schwerpunkte

 

Notare

Arbeitsrecht

Medizinrecht

Sozialrecht

Erbrecht

Familienrecht

Verkehrsrecht

Versicherungsrecht