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Rechtsanwälte

Mit Fingerspitzengefühl und Stärke - Ihre Anwältin für Familien- und Sozialrecht

Foto: Massolle Wagner Herkenrath & Partner

Rechtsanwältin Yvonne Wagner hat ihre Passion zum Beruf gemacht. Als Fachanwältin für Familienrecht steht sie ihren Mandantinnen und Mandanten bei allen Fragen rund um dieses sensible Rechtsgebiet zur Seite. Im Interview gibt sie Einblicke in ihre Arbeit und verrät, was für sie persönlich das Wichtigste an ihrem Beruf ist.

Frau Wagner, wie kam es zur Spezialisierung auf das Familienrecht?

Familien und die damit verbundenen und insbesondere in Streitsituationen auftretenden Problemfelder haben mich schon während des Studiums interessiert, im Rahmen des Referendariats, also der praktischen Ausbildung, wurde ich in diesem Punkt noch weiter bestätigt. Vor allem Kinder, die oft zwischen den Eltern stehen, liegen mir dabei am Herzen, da ich denke, dass Kinder die schwächsten Parteien sind. Ich als Anwältin kann dazu beitragen, die Interessen der Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren, insbesondere, wenn die Eltern dies aufgrund der bestehenden Konflikte nicht immer schaffen.

Familienthemen und Scheidungen sind ja recht sensible Angelegenheiten. Wie gehen Sie damit um?

Das stimmt, daher musste ich lernen, mich selbst abzugrenzen. Das gelingt häufig, aber je nach Fall nicht immer. Dann hilft es, sich mit meinen Kollegen auszutauschen. Insgesamt versuche ich, die Angelegenheiten auf einer sachlichen Ebene zu betrachten. Es ist ja nicht mein persönlicher Streit, sondern ich versuche eine Lösung zu finden, die den Interessen meiner Mandantin, meines Mandanten gerecht wird. Diese Einstellung hilft auch dabei, die Mandant*innen zu beruhigen und ihren Blick auf das Wesentliche zu lenken: auf die Themen, die zu regeln sind, ohne dass sich der Konflikt weiter hochschaukelt.

Mit welchen Anliegen kommen die meisten Mandanten und Mandantinnen zu Ihnen?

Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich. Es geht um alles aus dem Bereich Trennung und Scheidung. Nach einer Trennung stellen sich den Mandant*innen viele Fragen: Wer behält die Wohnung? Habe ich einen Anspruch auf Unterhalt? Was passiert mit der gemeinsamen Immobilie? Wie wird der Hausrat oder das Vermögen aufgeteilt? Und es geht generell um den Ablauf des Scheidungsverfahrens.

Wie läuft so ein Scheidungsverfahren denn ab?

Die Ehepartner müssen zunächst einmal ein Jahr voneinander getrennt leben, nach Ablauf des Trennungsjahrs kann der Scheidungsantrag gestellt werden. Hierfür muss mindestens eine Partei einen Rechtsanwalt beauftragen. Das Gericht regelt dann neben der eigentlichen Scheidung grundsätzlich nur noch den Versorgungsausgleich, das ist die Verteilung der Rentenanwartschaften, die von den Ehepartnern während der Ehezeit erworben wurden. Hierfür werden Auskünfte der Rentenversicherer eingeholt. Liegen diese vollständig vor, bestimmt das Gericht einen Termin. In diesem Termin werden beide Ehepartner noch einmal persönlich zu den Scheidungsvoraussetzungen angehört und dann wird die Ehe durch das Gericht geschieden. So ein Verfahren dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Alles weitere (z.B. nachehelicher Unterhalt, Zugewinn etc.), was eventuell noch durch ein Gericht geklärt werden muss, ist immer gesondert zu beantragen.

Aus Ihrer Erfahrung: Ist ein Ehevertrag sinnvoll, um Unklarheiten im Scheidungsverfahren zu reduzieren?

Das kommt auf den Einzelfall an und lässt sich pauschal nicht beantworten. Allerdings empfiehlt es sich beispielsweise immer dann, wenn die Parteien über Vermögen verfügen, Regelungen zum nachehelichen Unterhalt oder in Bezug auf den Versorgungsausgleich treffen wollen. Insbesondere Regelungen zum Unterhalt, Versorgungsausgleich oder in Bezug auf Immobilien müssen schriftlich und in einer notariellen Urkunde erfolgen, damit sie wirksam werden. Hier berät, erarbeitet und erstellt der Rechtsanwalt in Zusammenarbeit mit der Mandantin oder dem Mandanten eine entsprechende Vereinbarung,

Welche Rechte habe ich zum Beispiel bei einer Trennung, wenn es gemeinsame Kinder gibt, der/die Lebenspartner*in den Lebensunterhalt bestritten hat, man aber nicht verheiratet ist?

Auch nicht verheiratete Paare haben Ansprüche und Verpflichtungen gegenüber dem anderen Partner. Der Kindesunterhalt ist unabhängig davon, ob die Eltern des Kindes verheiratet waren oder nicht. Ob mal als Partner selbst einen Unterhaltsanspruch hat, hängt von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Alter und der Anzahl der Kinder ab und ob ein entsprechender Betreuungsbedarf des Kindes besteht. Grundsätzlich gilt aber sowohl für verheiratete wie auch unverheiratete Paare der Grundsatz der Eigenverantwortung, so dass jeder wieder für sich selbst sorgen soll, wenn es zu einer Trennung kommt. Letztendlich kommt es auch noch darauf an, ob der/die Unterhaltspflichtige überhaupt in der Lage ist, nach Zahlung von Kindesunterhalt noch Betreuungsunterhalt für die/den andere(n) zu zahlen.

Das Sozialrecht ist ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit. Sie sagten bereits, dass sich die beiden Rechtsgebiete (zumindest in der Praxis) gut ergänzen. Können Sie das weiter ausführen?

Das Sozialrecht ist ein sehr weit gefächertes Rechtsgebiet. Es geht nicht nur um Leistungen zur Sicherung des Existenzminiums (ALG II), sondern auch beispielsweise um versicherungsrechtliche Fragen in Bezug auf die Krankenversicherung.

Insbesondere im Bereich des Unterhaltsrechts kommt es also häufig zu Berührungspunkten zwischen Familienrecht und dem Sozialrecht. Reicht der Unterhalt nicht aus, müssen zusätzliche Leistungen beantragt werden, wie z.B. Wohnrecht oder auch Leistungen nach dem ALG II. Hierbei muss dann geprüft werden, ob die Anrechnungen durch das Jobcenter richtig sind, oder ob die Sonderbedarfe von Alleinerziehenden berücksichtigt wurden. Die Wohnungsgröße, deren Miete das Jobcenter übernimmt, ist auch oft Thema. Gibt es überhaupt Ansprüche, was passiert, wenn der Unterhalt noch nicht geklärt ist oder aber man eigentlich alleine lebt, aber die Kinder regelmäßig auch zu Übernachtungen kommen? All dies sind Problemfelder, die mehrere Rechtsgebiete betreffen.

Wer Sozialleistungen bezieht, tut dies selten freiwillig. Häufig steht eine Erkrankung oder andere unglückliche Lebensumstände dahinter. Mit welchen Hürden haben Antragssteller zu kämpfen und wie können Sie helfen?

Zunächst einmal versuche ich den Antragstellern einen Überblick über ihre Rechte zu geben. Häufig lehnt das Jobcenter beantragte Leistungen ab, nicht immer ist dies rechtmäßig. Auch die Berechnung der Leistungen, insbesondere die Anrechnung von Einkommen, Kindesunterhalt oder ähnlichem ist für viele Antragsteller nicht nachvollziehbar und zudem nicht immer korrekt. Ich überprüfe für die Antragstellenden die Bescheide und lege ggfs. Widerspruch ein oder erhebe eine Klage. Teilweise muss es auch schnell gehen, so dass Eilanträge gestellt werden, um das Existenzminimum zu gewährleisten.

Das hört sich alles sehr spannend an. Was war Ihre bisher größte Herausforderung?

Diese Frage lässt sich ebenfalls nicht pauschal beantworten. Einen herausragenden Fall gab es in dem Sinn nicht. Für mich ist es immer eine Herausforderung, wenn es um den Schutz meiner Mandant*innen geht, beispielsweise in den Fällen häuslicher Gewalt, wenn die Kinder stark in die Auseinandersetzungen hereingezogen werden oder selbst Opfer von physischer oder psychischer Gewalt durch ein Elternteil werden. In diesem Zusammenhang war meine Mitarbeit im Arbeitsstab des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu dem Tod von Yagmur sicherlich noch einmal besonders herausfordernd, nicht nur weil ich dies neben der „normalen“ Kanzleiarbeit gemacht habe, sondern auch wegen des Falls an sich, der mir noch einmal ganz besonders das Spannungsfeld und die Schwierigkeiten meiner täglichen Arbeit auch im Umgang mit den Gerichten und Behörden aufgezeigt hat.

Was ist für Sie persönlich demnach das Wichtigste an Ihrer Arbeit?

Für mich ist es das Wichtigste, die Interessen meiner Mandantinnen und Mandanten gut zu vertreten und die Fälle zu einem guten Abschluss zu bringen. Kein Fall ist gleich, ich habe immer mit neuen Herausforderungen zu tun, so dass meine Arbeit für mich nie langweilig wird.

Gab es auch schon mal einen Fall, den Sie nicht angenommen haben?

Ja, selbstverständlich. Ich nehme keine Fälle an, die nicht meinen Rechtsgebieten zuzuordnen sind. In so einem Fall verweise ich an Kollegen. Darüber hinaus wäre es für mich persönlich schwierig, ein Mandantin / einen Mandanten zu vertreten, der/dem beispielsweise Sexualstraftaten oder Kindesmisshandlung vorgeworfen werden, wenn ich dann zum Beispiel Umgangskontakte mit dem Kind geltend machen soll. In so einem Fall kommt es aber darauf an, zunächst einmal sämtliche Fakten zu kennen.

Und zu guter Letzt: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Natürlich viele spannende Mandate, die ich zu einem guten Abschluss bringen kann, sowohl in Hamburg als auch in unseren Zweigstellen auf Sylt und in Boizenburg.

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

 

Kontakt

 

 

Massolle Wagner Herkenrath & Partner

Kurt-A.-Körber-Chaussee 10

21033 Hamburg

Tel.: 040 / 21 00 702 0

yw@mwh-rechtsanwaelte.de

https://www.mwh-rechtsanwaelte.de/

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