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Unternehmensnachfolge

Perfektes Timing und ein guter Steuerberater: So gelingt der Generationenwechsel im Unternehmen

Foto: Thomas Breit Steuerberatung

Die Nachfolgeregelung stellt eine der größten Herausforderungen der Firmengeschichte für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dar. Neben zahlreichen Risiken, die oft durch Konflikte innerhalb der Familie bedingt sind, bietet dieser Umbruch auch die einmalige Chance auf eine grundlegende, nachhaltige Erneuerung. Ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist der Hamburger Steuerberater Thomas Breit, der bislang rund 1.400 Mandanten in Fragen der Erb- und Nachfolgeregelung sowie der Unternehmensumwandlung erfolgreich begleitet hat. Dem Hamburger Abendblatt erklärt er, was Firmen in dieser Situation beachten sollten.

Hamburger Abendblatt: Herr Breit, Sie sprechen beim Generationenwechsel von einer heiklen Phase. Warum genau?

Thomas Breit: Es geht schlicht um die wirtschaftliche Existenz der Firma. Eine Unternehmensnachfolge ist nicht nur steuerrechtlich sehr komplex, sondern auch eine hoch emotionale Situation, die unternehmerische Entscheidungen beeinflusst. Ist die Nachfolge ungeklärt, zögern zum Beispiel viele Inhaber Investitionen hinaus und beeinträchtigen damit die Zukunftsfähigkeit und den Wert eines Betriebs.

Wie viele Unternehmen stehen derzeit von dieser Situation?

Bis zum Jahr 2022 suchen mehr als 500.000 KMU eine Lösung für die Übergabe. Auf den deutschen Mittelstand rollt also eine riesige Nachfolgewelle zu. Meinen Mandanten empfehle ich daher dringend, das Thema so früh wie möglich anzugehen

und die Nachfolge als komplexe strategische Aufgabe zu sehen.

Welches Vorgehen empfehlen Sie Ihren Mandanten beim Generationenwechsel?

Sie sollten ihn vor allem rechtzeitig einläuten. Der ideale Zeitpunkt, um Nachfolgeregelungen in der eigenen Firma zu treffen, ist sieben bis zehn Jahre, bevor der Inhaber sein Unternehmen weitergeben oder in Rente gehen möchte.

Warum genau?

Das hat in erster Linie steuerliche Gründe. Drei bis sieben Jahre greifen Behaltefristen im Ertragssteuerrecht, etwa durch Verschmelzungen, Spaltungen, Rechtsformwechsel, Zerstückelung von Vermögensgegenständen oder Beteiligungen. Darüber hinaus verfällt alle zehn Jahre die Zurechnung von Freibeträgen durch Schenkungen. Danach kann man sie erneut im Sinne einer vorweggenommenen Erbschaft nutzen. Auch Steuerbegünstigungen im Erbschaftsrecht für Betriebsvermögen können Auflagen von bis zu sieben Jahren haben.

Welche Kriterien, außer den genannten steuerlichen Aspekten, spielen bei der Planung der Nachfolgeregelung außerdem eine Rolle?

Meine Philosophie lautet: Nicht allein nach den Steuern steuern. Das bedeutet, im Rahmen eines Gesamtsystems die Interessen der einzelnen Erben und die Zukunft des Unternehmens in die Planung einzubeziehen. Einfach formuliert: Das Konstrukt muss sich für alle Beteiligten rechnen. Erst dann lässt sich – mit dem Erben oder Vermächtnisnehmer oder Käufer – eine tragfähige Unternehmensnachfolge umsetzen.

Welche Strategie empfehlen Sie hier?

Gefragt sind in erster Linie gute Personalentscheidungen ebenso wie ausgefeilte Steuerlösungen, mit denen sich die Interessen aller Verantwortlichen ausbalancieren lassen. Hier entwickle ich für meine Mandanten eine Gesamtstrategie, die alle Interessen, soweit möglich, berücksichtigt. Hier hat es sich bewährt, Konzepte so flexibel wie möglich anzulegen.

Was heißt das genau?

Die Beteiligten sollten ihre jeweiligen Interessen und Ziele formulieren, aber nicht darauf drängen, von Anfang an alles endgültig festzuzurren. Klauseln in den Vereinbarungen, die den Beteiligten einen Rückzug ermöglichen, halten beispielsweise die Situation offen. Man bleibt im Gespräch, bis eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden ist. Das verhindert oft einen vorschnellen Rückzieher einer Partei.

Wie viele Unternehmer verhalten sich so musterhaft?

Nicht so viele, wie man sich wünschen würde. Viele halten sich für unersetzbar, lassen die Nachfolge offen oder kümmern sich nicht rechtzeitig darum, ihr Erbe zu regeln. Das kann böse Folgen haben.

Welche zum Beispiel?

Es drohen in erster Linie finanzielle und faktische Schäden. Ein Teil der Familienabsicherung oder der eigenen Absicherung kann unwiderruflich verlorengehen. Ertragssteuerliche Schäden können durch die Auflösung stiller Reserven – Beispiel Besitzgesellschaften – eintreten. Wenn die Nachfolgeplanung aufgrund von Behaltefristen nicht mehr ausreichend gestaltbar ist, droht ein ertragssteuerlicher Verlust. Das zu den finanziellen Schäden...

Und wie sieht es mit faktischen Schäden aus?

Die betreffen vor allem die Beziehungsebene. Wird kein geeigneter Nachfolger gefunden – ob intern oder extern – kann Familienfrust entstehen, weil die Zukunft nicht geregelt ist. Eine Zwangserbschaft im Todesfall könnte die Familie spalten. Viele faktische Schäden entstehen durch den Konflikt zwischen dem Patriarchen und seinem designierten Nachfolger oder der Nachfolgerin. Die sind für viele Betroffene oft besonders traurig und sogar traumatisch. Viele Firmengründer etwa trauen ihren Nachkommen die Führung des von ihnen mit so viel Herzblut und Fleiß aufgebauten Unternehmens nicht zu und lassen sie es spüren, obwohl sie sehr wohl dazu befähigt sind. Sie halten sich schlicht für unersetzbar. Es geht sicher auch um die Angst vor Macht- oder Autoritätsverlust. Dieses Verhalten führt bei den Erben oft zu großen Verletzungen.

Was tun Sie bei einer solchen Konstellation?

Wenn ich spüre, dass es Konflikte gibt, führe ich noch intensiver als sonst Einzelgespräche mit den Beteiligten, um genau die individuellen Positionen herauszufinden und bei der Gesamtlösung zu berücksichtigen. Bei Gesprächen in der Gruppe werden manchmal die entscheidenden Informationen zurückgehalten. Deshalb hat sich dieses Vorgehen sehr bewährt. Wenn sich trotzdem keine Einigung innerhalb der Familie oder Erbengemeinschaft finden lässt, schlage ich den Konfliktparteien eine Mediation vor.

Sie gelten auch als digitaler Pionier und beraten Firmen bei Digitalisierungsprojekten. Kommt dieser Aspekt Ihrer Arbeit auch im Rahmen der Nachfolgeplanung zum Tragen?

Indirekt ja. Es bietet sich an, im Rahmen des Generationenwechsels die organisatorischen Abläufe des Unternehmens zu analysieren und zu optimieren. Hier kann ich meine Mandanten bei ihren Digitalisierungsprojekten unterstützen. Als komplett papierlose Kanzlei haben wir über viele Jahre dieses Thema in eigener Sache bis ins kleinste Detail ausgelotet – von der automatisierten Buchhaltung bis zu Tax Compliance Management Systemen, kurz Tax CMS, mit denen sich die Rechtssicherheit von Unternehmen wesentlich verbessern lässt.

Hinweise rund um die Unternehmensnachfolge und aktuelle Steuerthemen für KMU finden Sie unter www.steuerberatung-breit.de/warum-mir-nachfolgeplanung-so-sehr-am-herzen-liegt/

Kontakt

 

 

Thomas Breit Steuerberatung

Burchardstraße 24

20095 Hamburg

Tel: +49 40 440303

t.breit@steuerberatung-breit.de

www.steuerberatung-breit.de

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