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Häusliche Pflege

"Wir nehmen uns die Zeit für die Pflege, die wir brauchen"

"Pflegen, beraten, helfen" lautet der Auftrag der Elbdiakonie gGmbH. Die von der evangelischen Kirchengemeinde St. Pauli getragene Einrichtung mit Niederlassungen in St. Pauli, Bergedorf und Rothenburgsort ist spezialisiert auf ambulante Pflege in mittlerweile zahlreichen Hamburger Stadt- und Randgebieten. Sie bietet darüber hinaus eine umfassende Beratung zu allen Aspekten der ambulanten Pflege und betreibt in ihrem ursprünglichen Kerngebiet St. Pauli einen ambulanten Hospizdienst. Das Hamburger Abendblatt sprach mit der Geschäftsführerin Sonja-Schneider Koch über das Leistungsangebot und das Selbstverständnis der Elbdiakonie in Zeiten des Pflegenotstands.

Frau Schneider-Koch: Die Elbdiakonie genießt als Anbieter ambulanter Pflegeleistungen einen hervorragenden Ruf. Was machen Sie richtig?

Sonja Schneider-Koch: Alles natürlich (lacht). Ernsthaft: Wir sind ein menschenfreundlicher Verein, der sich dem christlichen Weltbild und Wertekanon verpflichtet fühlt. Wir helfen aus Überzeugung, Nächstenliebe und ehrlicher Empathie. Bei uns sind die uns anvertrauten Menschen keine Nummern, sie liegen uns am Herzen.

In vielen Fällen stehen Pflegekräfte in der ambulanten Pflege enorm unter Zeitdruck, was sich negativ auf die Leistung und das Verhältnis zu den Patienten auswirken kann. Wie sieht es hier bei Ihnen aus?

Wir können und wollen es uns als eine freigemeinnützige Einrichtung leisten, den Mitarbeitern für die Versorgung unserer Kunden Zeit zu geben, um eine gute Pflege und Betreuung sicher zu stellen. Natürlich müssen auch wir wirtschaftlich in den Möglichkeiten der refinanzierten Kostensätze arbeiten, wir müssen aber keine Gewinne für Geschäftsinhaber oder Aktionäre auf dem Rücken unserer Mitarbeiterschaft einfahren. Überschüsse in der ambulanten Pflege werden durch Zeitersparnisse beim Kunden und bei den Wegezeiten erwirkt– je weniger Zeit zur Verfügung gestellt wird, umso größer sind die Gewinne.

Aber zu Lasten der Pflegebedürftigen, wie ja bekannt ist...

Ja, in der Folge führt das zu einer Überlastung und damit zu einer Unzufriedenheit der Mitarbeitenden. In so einem System leiden alle, die Kunden ebenso wie die Mitarbeiter. Bei uns muss kein Mitarbeiter mit hängender Zunge von einem Termin zum anderen hetzen. Ein schnelles Abfertigen und Abhaken der Leistungen gibt es bei uns nicht. Wir haben engagierte und empathische Mitarbeiter, die sich verantwortlich fühlen für ihre Kunden, diese Haltung möchten wir unterstützen und auf diese Mitarbeiter sind wir auch sehr stolz.

Sind viele denn ganz allein im Alter?

Das ist in Hamburg regional sehr unterschiedlich. In den ländlicher geprägten Regionen in Bergedorf-Vierlanden gibt es noch ein Netzwerk der familiären und nachbarschaftlichen Unterstützung. St. Pauli und Altona hingegen sind Stadtteile, in denen viele Menschen in prekären Lebenssituationen vereinsamen und alt werden. Unsere Pflegekräfte sind oft deren einzige Bezugspersonen - und die fühlen da natürlich eine große Verantwortung, die sie auch über den Job hinausbegleitet.

Viele Pflegeeinrichtungen klagen über Fachkräftemangel. Wie sieht es in dieser Hinsicht bei Ihnen aus?

Wir haben einen soliden, festen Stamm an Pflegefachkräften, von denen viele schon über Jahrzehnte bei uns sind. Die Diakonie hat insgesamt ein sehr gutes Standing als Arbeitgeber, weil wir tariflich bezahlen und gute Arbeitsbedingungen schaffen, in denen sie ihre Aufgaben zufriedenstellend und ohne Zeitdruck erfüllen können. Wir haben es daher sicher leichter als viele andere Anbieter, bei Bedarf qualifizierte Mitarbeiter für uns zu gewinnen. Hierauf ruhen wir uns aber nicht aus. Die Bindung unserer Mitarbeiter zum Unternehmen spielt für uns eine große Rolle. Dazu gehören neben den Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, der Fort- und Weiterbildung auch die Möglichkeit, die jeweilige Fachlichkeit und die besonderen Interessen zu fördern und diesen einen Raum in den Arbeitsabläufen zu geben. Und zu guter Letzt feiern wir natürlich auch ausgiebig und ausgelassen!

Sie sind Juristin, haben davor viele Jahre als Krankenschwester gearbeitet. Wie passt das zusammen?

Sehr gut. Ich habe wahnsinnig gern als Krankenschwester gearbeitet, war aber immer schon fasziniert von der Juristerei. In meiner Position kann ich beide Disziplinen hervorragend verbinden. Die Juristin in mir befähigt mich für die oft komplexen Verwaltungsaufgaben in der Elbdiakonie, aus meiner Erfahrung als Krankenschwester kenne ich die Anforderungen, denen unsere Mitarbeiter ausgesetzt sind sehr gut, habe aber auch fachlicherseits klare Erwartungen.

Sind Sie denn manchmal noch selbst an der Front, sprich: bei den Kunden zu Hause?

Ja. Wenn es mir möglich ist, begleite ich manchmal unsere Mitarbeiter auf ihren Touren und stelle jedes Mal wieder fest, wie schön dieser Beruf ist. Hilfsbedürftigen Menschen in besonderen Lebenssituationen auf eine oftmals sehr vertrauliche Art und Weise zu begegnen, diese Arbeit finde ich jedes Mal wieder unglaublich sinnstiftend und befriedigend.

Das zu vermitteln dürfte angesichts der oft schwierigen Arbeitsbedingungen nicht einfach sein...

Nein. Als Pflegefachkraft bedauere ich die schweren Versäumnisse der Politik der letzten Jahrzehnte zutiefst. Wir haben es in Deutschland mit Rahmenbedingungen zu tun, die diesen wirklich tollen Beruf unattraktiv haben werden lassen. Ich setze mich daher berufspolitisch dafür ein, dass wir endlich in der Pflege das angemessene Standing erhalten, dazu gehört auch aus meiner Sicht die eigene politische Vertretung in Form einer Pflegekammer. Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese endlich auch in Hamburg eingerichtet werden würde, die notwendigen Pflichtbeiträge für unsere Mitarbeiter würden wir als Arbeitgeber gerne übernehmen.

Wie sieht es mit Fort- und Weiterbildungsangeboten für Ihre Mitarbeiter aus?

In den Mitarbeitergesprächen finden die Leitungskräfte im Gespräch heraus, welche Wünsche der Mitarbeiter hat und welche Kompetenzen er noch verstärken könnte. Wir befürworten und fördern ausdrücklich die Fort- und Weiterbildungen in unseren Einrichtungen. Wir möchten fachlich interessierte und versierte Mitarbeiter, die ihre Fähigkeiten und Kenntnisse für unsere Einrichtungen und zum Wohl unserer Kunden einsetzen. Wir öffnen unsere Angebote auch für unsere Kooperationspartner, weil wir den fachlichen Austausch auch mit Externen für gewinnbringend erachten und hier auch ganz bewusst eine Vernetzung haben möchten.

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

 

Kontakt

 

 

 

Elbdiakonie gemeinnützige GmbH

Antonistraße 12

20359 Hamburg

Tel: 040 43 18 54  0

info@diakonie-stpauli.de

www.diakonie-stpauli.de

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