Anzeige

Experten im Fokus

Anzeige
Pneumologie

„Der sicherste Ort, den Sie sich in Deutschland vorstellen können“

Prof. Dr. Uwe Juergens, Chefarzt der Pneumologie der Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt, im Interview über besondere Tücken von COVID-19 und Sylt als wohl sicherster Ort Deutschlands.

Prof. Dr. Uwe Juergens, Chefarzt der Pneumologie der Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt, im Interview über besondere Tücken von COVID-19 und Sylt als wohl sicherster Ort Deutschlands.

Foto: Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt

Seit über einem Jahr hat die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff. Ungewissheit und Sorgen begleiten den Alltag vieler Menschen seither. Die internationale Entwicklung verschiedener effektiver Impfstoffe, darunter auch zweier deutscher Unternehmen, macht Hoffnung, dass auch in Deutschland die Impfungen in den nächsten Monaten weiter erfolgreich durchgeführt werden. Prof. Dr. Uwe Juergens ist Chefarzt der Pneumologie der Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt, in der auch Post-Covid-Patienten ihre Rehabilitation antreten. Im Interview spricht er über die besonderen Tücken des Virus und verrät, warum Sylt aktuell wohl der sicherste Ort Deutschlands ist.

Herr Prof. Dr. Juergens, wir befinden uns aktuell noch in einem weiteren Lockdown. Wie bewerten Sie als Chefarzt der Pneumologie der Asklepios Nordseeklinik die Situation?

Seit dem ersten Mai beteiligt sich unsere Insel allerdings an der Modellregion Nordfriesland und ist somit auch wieder für Touristen geöffnet.

Jedoch haben wir interessanterweise fast gar keinen Covid-19-Fall hier. In unserer Rehabilitationsklinik haben wir Patienten mit Post-Covid-Beschwerden – auch Long Covid genannt – die zusätzlich zu unseren Rehabilitationspatienten bei uns ihre Anschlussheilbehandlung (AHB) bis circa vier Wochen nach der stationären Behandlung antreten. Auch wenn die Patienten nicht mehr mit dem Virus aktiv infiziert sind, beklagen 10 bis 20 Prozent häufige Beschwerden eines Post-Covid-Syndroms, wie Luftnot, Erschöpfung, Müdigkeitsgefühle mit fehlender Leistungsfähigkeit sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch neuropathische und psychische Beschwerden, wie Gedächtnisstörungen oder Wortfindungsstörungen können zu den anhaltenden Symptomen gehören. Im Vordergrund steht häufig aber die pulmonale Funktionseinschränkung mit akuter Beschwerdezunahme wegen längerfristiger Atembeschwerden, insbesondere bei vorbekannten chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma.

Vorerkrankungen, wie Adipositas, arterieller Hypertonie, maligne Erkrankung und Diabetes, gelten als Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer Sars-CoV-2-Infektion. Aber auch diejenigen, bei denen die Covid-19-Erkrankung mild bis moderat verläuft, beklagen häufig monatelang anhaltende Post-Covid-Beschwerden. Patienten beklagen nach kurzem oder ohne stationären Aufenthalt häufig Sorgen um den weiteren Krankheitsverlauf und zeigen Anzeichen psychischer Belastung und Beeinträchtigung der gesamten körperlichen Leistungsfähigkeit. Hier dominiert neben den Atembeschwerden das sogenannte „Fatigue-Syndrom“ mit dem prägnanten Müdigkeitssymptom, das viele Covid-19-Patienten beklagen.

Was hat sich in der Asklepios Nordseeklinik aufgrund von Corona verändert?

Zuallererst ist es mir wichtig zu betonen, dass wir dank unseres ausgeklügelten Hygienekonzepts in der Klinik sehr gut aufgestellt sind und Patienten im Prinzip keine Angst haben brauchen, hier anzureisen. Denn es ist zur Zeit der sicherste Ort, den Sie sich in Deutschland vorstellen können. Im Unterschied zu allen anderen Regionen in Deutschland hat man hier eine sehr gute Situation mit einem Inzidenzwert, der langfristig unter 50 liegt. Zu den hygienischen Aufnahmebedingungen gehört bei uns ein negativer PCR-Test der letzten 48 Stunden und darauffolgende regelmäßige Testungen während des gesamten Aufenthaltes. Wir haben in den letzten Monaten zudem ein professionelles Sicherheits- und Hygienekonzept für die Klinik entwickelt, um jegliche Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchsgeschehens in unserer Klinik so weit wie möglich zu minimieren.

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen als Risikogruppe eingestuft. Wie sieht das ein Jahr später aus?

Menschen über 80 Jahre sind noch immer die klare Risikogruppe, aber seitdem wir Corona kennen, gehören auch schon Menschen über 60 Jahre in diese Gruppe. Ebenso besonders gefährdet sind übergewichtige Menschen, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetiker sowie Menschen mit malignen, neurovaskulären und kardiovaskulären Erkrankungen und solche, die Immunsuppressiva einnehmen.

Diese Risikogruppen werden in Deutschland in dem aktuell forcierten Impfkonzept priorisiert. Dies ist neben der Entwicklung neuer Impfstoffe und die absehbare dritte Impfung eine wichtige Voraussetzung, um der aggressiven Pandemie entgegen zu wirken. Dies bezieht sich aktuell insbesondere auf die zunehmende Verbreitung der Virusmutationen.

Haben wir Covid-19 von Anfang an falsch eingeschätzt?

Wie Sie in den letzten Monaten deutschlandweit beobachten konnten, haben wir unsere Ziele im Kampf gegen Covid-19 bisher leider nicht durch die Lockdown-Maßnahmen erreicht. Nun geht es darum, mehr Zeit zu gewinnen. Wir benötigen ohne Zweifel einen Impfstoff für die gesamte Bevölkerung und ein zukünftiges Impfkonzept mit Anpassung an die neuen Mutationsvarianten.

Erst einmal wurden insbesondere die Risikogruppen, z. B. Personen in Pflege- und Altersheimen geimpft. Die Hygienemaßnahmen müssen weiterhin unbedingt eingehalten werden. Es ist wichtig, alle richtig zu motivieren, weil für uns alle sehr viel daran hängt aufgrund des zunehmend aggressiven Covid-19-Erregers. Die gesamte Lockdown-Situation wird daher zunächst weiterlaufen müssen bis genügend Menschen geimpft sind.

Welche Vorteile bietet vielleicht die Nordseeklinik, auch bezogen auf die Rehabilitation Ihrer Patienten?

Ein wichtiger Vorteil für die Wahl von Sylt zur Aufnahme einer Rehabilitation ist, dass die Asklepios Nordseeklinik neben der Rehabilitationsklinik auch über eine Akutklinik verfügt. Die Rehabilitationsklinik hat die Fachbereiche Gynäkologie, Chirurgie, Orthopädie, Onkologie, Dermatologie und Pneumologie. Wir haben daher eine breite Aufstellung im gesundheitlichen Versorgungsangebot auf der Insel. Die Fachbereiche werden eigenständig von den Fachärzten geführt, mit eigenem Personal und Räumlichkeiten.

Die angeschlossene Akutklinik deckt die Regel- und Grundversorgung der gesamten Insel ab und ist sehr gut ausgestattet. Davon profitieren nicht nur die Inselbewohner, sondern insbesondere zur Urlaubssaison auch die Besucher.

Hervorzuheben ist auch unser Nordseeklima mit einem Salzgehalt von 2,7%. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die salzhaltige Inhalation eine antivirale Wirkung hat und daher auch eine Rolle bei einer Covid-19-Erkrankung spielt. Unser Klima hier ist sozusagen protektiv gegen Viren.

Was meinen Sie: Wird Corona eine Krankheit, mit der wir auch in Zukunft leben müssen, oder besteht die Chance die Krankheit auszurotten?

Also die Hoffnung ist natürlich, die Erkrankung ganz auszurotten. Wir lernen alle ständig neu dazu. Durch die hygienischen Schutzmaßnahmen, den Mund-Nasen-Schutz und den Abstand hat sich gezeigt, dass wir auch relativ wenig Influenza-Fälle und grippale Infekte hatten. Der Unterschied zwischen Influenza und Covid-19 ist allerdings, dass das Influenzavirus bereits bei Temperaturen von unter 7° Celsius und über 13° Celsius inaktiv ist. Wenn die Temperaturen also im Herbst auf unter 13° Celsius sinken, dann fängt die Grippephase an - bei Frost wiederum hört sie auf.

Dasselbe gilt für den Übergang von Frühjahr und Sommer. Doch das Coronavirus ist aktiver und aggressiver, es fühlt sich auch bei Temperaturen um die 0° Celsius wohl und wird erst bei über 26° Celsius inaktiv. Das Virus mutiert zusätzlich und möchte alles tun, um zu überleben. Die Hoffnung liegt daher ganz klar in der Impfung. Durch diese werden das Immunsystem und die Helferzellen aktiviert, um die Effekte des Virus frühzeitig zu blockieren und Abwehrzellen zu bilden. Das ist das große Ziel: dass das Virus gar nicht mehr aktiv werden kann.

Wie ist Ihre Prognose für die kommenden Monate?

Wenn wir dem Virus die Chance zur Vermehrung nehmen und immer mehr Menschen geimpft werden, können wir optimistisch in die Zukunft blicken. Die Gefahr ist ein zu frühes Zurückrudern der Lockdown-Maßnahmen. Erst wenn etwa 60% der Menschen geimpft sind, kann eine Rückentwicklung des Lockdowns ins Auge gefasst werden. Sonst kann es immer wieder zu Rückfällen kommen. Wir müssen also alle noch etwas Geduld haben, denn es wird leider noch zu wenig geimpft. Ich kann nur sagen: Wir werden es schaffen und sind auf dem richtigen Weg!

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

 

Kontakt

 

 

Asklepios Nordseeklinik Westerland GmbH

Norderstraße 81

25980 Sylt OT Westerland

Tel.: 04651 84 4422

Mail: aufnahme.sylt@asklepios.com

Web: www.asklepios.com/sylt/reha/

Schwerpunkte

 

Pneumologische Rehabilitation

Orthopädische Rehabilitation

Onkologische Rehabilitation

Dermatologische Rehabilitation