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Naturmedizin

"Mehr Bakterien im Körper als Sterne in der Milchstraße"

Ein gesunder Darm ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Leben - klingt logisch, doch was steckt tatsächlich dahinter? Heilpraktikerin Petra Maria Brandt ist Expertin, wenn es um das Thema Ursachenforschung geht. Ihr Spezialgebiet: Magen-Darmtherapie. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt klärt sie auf: Was sind stille Entzündungen, wofür steht FODMAP und was hat es mit der Sanguinum-Stoffwechselkur auf sich?

Darmkrankheiten - weitverbreitet, doch scheinbar noch immer ein Tabuthema. Zu "unschön" sind die Begleitsymptome. Die Zahlen und Statistiken sprechen für sich: Bis zu elf Millionen Deutsche leiden an einem gereizten Darm, jeder Fünfte unter 20 Jahren ist sogar von einer CED - einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung - betroffen. Die Symptome: Durchfall, Blähungen, Verstopfung und starke Bauchkrämpfe sowie Schmerzen. Die Folgen: eine eingeschränkte Lebensqualität, ein permanentes Schamgefühl und neben der körperlichen Einschränkung auch eine angeschlagene Psyche.

Eine Spezialistin auf diesem Gebiet ist Petra Maria Brandt von der Hamburger Heilpraxis für Regulative Medizin. Die Praxis setzt ihren Fokus auf Themen rundum Ernährung, Stoffwechsel und Reizdarmsyndrom. Das Hamburger Abendblatt hat sich mit der Heilpraktikerin unterhalten.

Frau Brandt, wie haben Sie Ihren Weg zur Medizin gefunden?

Ursprünglich habe ich erfolgreich ein Lehramt-Studium abgeschlossen - doch meine Leidenschaft ist und bleibt schon immer die Medizin. Und während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Singapur hatte ich auch Einblicke in die asiatische Medizin.

Was geschah dann?

Zurück in Deutschland geriet mein Stoffwechsel massiv aus dem Gleichgewicht. Nichts schien zu helfen, also begann ich mit meinen Nachforschungen. Schlussendlich was es mein eigener Leidensweg, der mich dazu veranlasste, mein Wissen zum Beruf zu machen. Daher machte ich die Ausbildung zur staatlich geprüften Heilpraktikerin.

Mit welchen Schwerpunkten befassen Sie sich nun?

Ein erster Schwerpunkt ist die Sanguinum-Stoffwechselkur. Diese ist ein naturmedizinisches Konzept zur Gewichtsreduktion. Sie erlaubt die individuelle Betrachtung der Ursachen von Übergewicht und Adipositas und sorgt mit einer engen Begleitung für eine regelmäßige Motivation während der Kur.

Und was umfasst diese Kur genau?

Der individuelle Sanguinum-Ansatz sieht so aus: Ich beginne mit einem kostenlosen und ausführlichen Informationsgespräch, dann folgt eine medizinische Voruntersuchung sowie eine darauf basierende Ernährungsberatung. Unterstützend dazu erhält jeder Patient ein Sanguinum Teilnehmer-Handbuch, Ernährungspläne und weiteres Material. Weiterhin erfolgt bis zu dreimal wöchentlich eine persönliche Einzelbetreuung in der Praxis inklusive Analyse der Ernährungspläne, der Körperzusammensetzung mit digitaler Auswertung. Und die anschließende Nachkur zur Stabilisierung des Gewichtes in Form von einer Nachbetreuung als Hilfe für die Ernährungsumstellung erleichtert die selbstständige Umsetzung.

Was können sich die Lesenden genau darunter vorstellen?

Ich errechne anhand verschiedener Faktoren wie beispielsweise Körpergröße, Alter und Lebensumstände den individuell benötigten Eiweißanteil. Hierbei spielen die persönlichen Präferenzen eine wichtige Rolle: Wenn der Patient primär Milchprodukte bevorzugt, versuche ich, den errechneten Eiweißanteil hiermit zu erreichen. Isst der Betroffene eher Fleisch, integriere ich dieses tierische Eiweiß in die Kur. Wichtig ist, dass die korrekte Menge eingehalten wird.

Welche Faktoren spielen hierbei eine zusätzliche Rolle?

Viele Gemüsesorten können so gut wie unbegrenzt verzehrt werden, mit Obst sollte sich der Patient eher zurückhalten. Denn die darin enthaltene Fructose geht direkt über die Leber direkt auf die Hüften. Ich empfehle zudem, etwas Vorrat von Gemüserohkost immer verfügbar zu haben, um eventuelle Heißhungerattacken konzeptkonform begegnen zu können.

Das ist nur einer Ihrer Schwerpunkte ...

Genau. Vorweg sollte man sich grundsätzlich die Frage nach der Ursache von Übergewicht stellen. Als Heilpraktikerin mit dem Spezialgebiet Magen-Darmtherapie lege ich größten Wert auf ein umfassendes Gespräch mit dem Ziel der Ursachenforschung. Und eine häufige Ursache kann der Darm sein. Dass die Zusammensetzung der bakteriellen Darmflora für unser Immunsystem sehr wichtig ist, wird immer mehr bekannt. Unser Schutz, das heißt unsere gesunde Darmflora, hat eine Oberfläche von 400 Quadratmetern und produziert viele wichtige Dinge für unsere Gesundheit. Wenn dies nicht geschieht, ist das Gleichgewicht gestört. Die Darmgesundheit ist somit das A und O. Denn man muss ich mal vorstellen: In unserem Körper existieren mehr Bakterien als Sterne in der Milchstraße.

Wie sollte man mit einem gereizten Darm umgehen?

Bei dem Reizdarmsyndrom analysiert das Labor anhand einer Stuhlprobe das sogenannte Mikrobiom des Darms. Mit der mikrobiologischen Therapie und einer FODMAP-armen Ernährung ist dies häufig gut zu therapieren. Die Hilfe durch eine FODMAP-arme Ernährung ist von der Monash Universität in Australien vor einigen Jahren herausgefunden worden. Hier werden unter anderem bestimmte Gemüse- und/oder Obstsorten gemieden.

FODMAP - wofür steht das?

Hinter dem Wort FODMAP steckt ein englisches Wort. Es geht um Fermentable, Oligo-, Di-, Monsaccarides And Polyols - klingt kompliziert, ich weiß. Einfach gesagt handelt es sich hier um Zuckeralkohole und Kohlenhydrate verschiedener Größen, die im Darm fermentiert werden. Normalerweise werden die FODMAPs im Dünndarm von den Darmbakterien verarbeitet und dem Körper dann als Energie zugeführt. Die Darmflora von Reizdarm-Betroffenen hat allerdings Probleme, diese Moleküle aufzunehmen - und das führt zu Komplikationen und Schmerzen.

Und eine FODMAP-arme Ernährung bedeutet?

Der Unterschied zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten liegt bei den FODMAPs darin, dass in Sachen Obst weder Äpfel noch Birnen, Pflaumen, Aprikosen oder frische Feigen gegessen werden dürfen bzw. sollten. Hier sind es besonders die Fructose oder das Sorbitol, die schwer zu verstoffwechseln sind. Beim Gemüse gibt es auch einige Sorten, die man besser meiden sollte, wie Blumenkohl, Champignons, Zuckererbsen, Fenchel, Knoblauch, Wirsing, Lauch,Topinambur, Rosenkohl, Sellerie, Spargel und Zwiebeln. Eine angepasste Ernährung bedeutet zwar eine große Umstellung,diese ist aber zeitlich begrenzt. Dem Darm wird die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu heilen und zu erholen. Dafür ernährt sich der Patient zwei Monate lang gluten- und lactosefrei, um anschließend obige Lebensmittel wieder zuführen zu können.

Doch woher kann überhaupt eine geschädigte Darmflora rühren?

Immer häufiger werden die stillen Entzündungen thematisiert. Der leaky gut, oder auch löchrige Darm, entsteht durch eine Fehlbesiedlung. Die verschiedenen Barrierefunktionen können nicht mehr aufrecht erhalten werden. Auch das Bauchfett kann Entzündungen auslösen, die wir so nicht bemerken.

Hier sind die guten Omega-3-Fettsäuren für die Ernährung wichtig. Dabei scheinen die veganen Omega-3-Fettsäuren in Zukunft immer wichtiger zu werden, da auch die Überfischung der Meere ein wachsendes Thema wird. Daneben kann der Körper mithilfe von Autovaccinen oder auch Eigenimpfungen seine eigene Abwehr stärken. Diese sind bereits seit 120 Jahren bekannt, mehr Informationen dazu gibt online auf der Praxis-Website. Man muss sich mal vor Augen führen, dass im Darm das größte Immunsystem unseres Körpers liegt: Die Fläche umfasst die zweier Fußballfelder - und die will geschützt sein.

Ergänzend dazu?

Jeder Darm ist anders. Und bei Störungen kann eine Ernährungsumstellung vieles optimieren. Ein Reizdarm kann zu unerträglichen Einbußen im alltäglichen Leben führen - und wurde früher häufig unsachgemäß in die Psychoecke gestellt. Die Schmerzen sind teilweise unerträglich und nach einem Diagnosemarathon mit unzähligen Arztbesuchen kommen die Betroffenen häufig verzweifelt in meine Praxis.

Heute wissen wir, dass eine Fehlbesiedlung sogar die Ursache für Depressionen sein kann. Die Themen Ernährungsumstellung und Darmgesundheit betreffen immer mehr Menschen und erhalten glücklicherweise immer mehr Aufmerksamkeit. Denn nicht umsonst heißt es „Der Tod lauert im Darm!“ oder „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein." Und selbst Goethe sagte: „Alles ist gut, wie es aus den Händen der Natur kommt!“

So erreichen Sie mich:

 

 

Kontakt 

 

 

Heilpraxis für Regulative Medizin

Petra Maria Brandt – Heilpraktikerin

Saseler Weg 14

22359 Hamburg – Volksdorf

Telefon: 0176 / 5 77 22 681

petra@heilpraktiker-volksdorf.de

www.heilpraktiker-volksdorf.de

 

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