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Implantologie

Implantate ohne Knochenaufbau

„Mit kurzen Zahnimplantaten lassen sich stark abgebaute Kiefer auch dann noch versorgen, wenn dies mit den heute meist benutzten, langen Implantaten nur in Verbindung mit aufwändigen Knochenaufbau-Operationen möglich ist“, sagt Dr. Dr. Thomas Phielepeit. „Oftmals kommt es, besonders im Bereich der Seitenzähne, nach Zahnverlust zu einer deutlichen Schrumpfung der Kieferbereiche. Dort ist die Knochenhöhe dann nicht mehr ausreichend für die Versorgung mit langen Implantaten, es sei denn, der Knochen wird mit zusätzlichem operativen Aufwand aufgebaut. Weniger bekannt ist aber, dass man in diesen Fällen mit bewährten kurzen Implantaten entweder ohne Knochenaufbau oder mit deutlich geringerem Aufwand an Aufbauoperationen sichere Implantat-Versorgungen ermöglichen kann. So kann man die Operationsdauer und den Behandlungsaufwand, die Belastungen für den Patienten und die Kosten reduzieren, und zwar bei mindestens gleichwertigen Ergebnissen. Das ist mittlerweile in jahrzehntelanger Praxis wissenschaftlich erwiesen." Wir haben mit ihm gesprochen.

Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Phielepeit hat sich nach dem Studium der Medizin und Zahnmedizin sowie der Facharztausbildung vor über zwanzig Jahren in Hamburg niedergelassen (https://www.kieferchirurgie-zentrum-hamburg.de/). Bereits vor drei Jahrzehnten begann er, implantologisch zu arbeiten. Seit zehn Jahren verwendet er kurze Implantate, wenn es medizinisch sinnvoll ist, um aufwändige Knochenaufbaumaßnahmen zu vermeiden oder zu minimieren.

Hamburger Abendblatt: Ein Implantat wird in den Kieferknochen eingebracht, um darauf Zahnersatz zu befestigen. Offensichtlich gibt es einen Unterschied zwischen langen und kurzen Implantaten. Können Sie uns den erläutern?

Dr. Dr. Thomas Phielepeit: Ein klassisches Schrauben-Implantat hat in der Regel eine Länge von mindestens acht, meist aber zehn oder mehr Millimetern, um dauerhaft der Kaubelastung standhalten zu können. Bewährte kurze Implantate sind nur sechs oder sogar fünf Millimeter lang. Und dieser Unterschied kann entscheidend sein: Gerade im Seitenzahnbereich des Ober- und Unterkiefers trifft man häufig auf einen deutlich geschrumpften Kieferknochen. Ein Implantat von acht oder zehn Millimetern kann hier oft nicht mehr allseits knochenbedeckt eingebracht werden. In solchen Fällen werden für lange Implantate Knochenaufbau-Operationen durchgeführt. Verwendet man ein kurzes Implantat sind diese Knochenaufbau-Operationen nicht mehr erforderlich oder mit geringerem Aufwand möglich.

Und die kurzen sind genauso stabil?

Dr. Dr. med. Thomas Phielepeit: Ja. Langzeitstudien zeigen, dass kurze Implantate mindestens genauso gute Ergebnisse liefern wie lange Implantate in Kombination mit Knochenaufbau-Operationen. Der Gründe liegen in einer schonenderen OP-Technik und – gerade bei den von mir seit 10 Jahren benutzten Bicon-Implantaten – in einem anderen Design: Durch seine spezielle Form hat ein Bicon-Implantat eine um 30 % höhere Verankerungsfläche im Knochen als ein Schraubenimplantat gleicher Länge und gleichen Durchmessers. Dementsprechend kürzer kann es sein. Das Bicon-System ist seit 30 Jahren auf dem US-Markt etabliert und arbeitet seit 20 Jahren mit kurzen Implantaten, die sich als genauso erfolgreich erwiesen haben wie die längeren.

Ist das auch wissenschaftlich etabliert?

Dr. Dr. Thomas Phielepeit: Ja. Nach Meinung führender Implantologen kann die bisher meist vertretene Meinung je länger das eingebrachte Implantat sei desto besser, in dieser Form nicht weiter aufrechterhalten werden. Europäische und internationale Konsensuskonferenzen sowie Studien renommierter Arbeitsgruppen international bekannter Kliniken wie Harvard und Zürich stellen fest, dass 6mm lange Implantate wie auch kürzere bei reduziertem Knochenangebot eine mindestens ebenbürtige, möglicherweise auch die zu bevorzugende Therapieoption im Vergleich zu längeren Implantaten in Kombination mit Knochenaufbaumaßnahmen sind. Wer sich noch genauer informieren will, kann auch zu diesem jüngst erschienen Buch von Prof. Douglas Deporter greifen. Übrigens: Wir sprechen von Erfolgsquoten von deutlich über 90%, also Spitzenwerten im Vergleich mit anderen medizinischen Therapien.

Wenn kein Knochenaufbau notwendig ist, ist es für den Patienten wahrscheinlich deutlich weniger belastend?

Dr. Dr. med. Thomas Phielepeit: Selbstverständlich. Natürlich ist der operative Aufwand geringer. Das bedeutet auch, dass im Gesamtverlauf weniger Schmerzen auftreten und die Behandlungszeiten kürzer sind. Schließlich müsste ein Knochenaufbau erst einmal ausheilen, bevor ein klassisches, langes Implantat gesetzt werden könnte. Darüber hinaus verursacht die Methode weniger Kosten, die die Mehrheit der Patienten, die keine private Krankenversicherung oder Zahnzusatzversicherung hat, zum überwiegenden Teil selbst zahlen muss.

Klingt überzeugend. Würden Sie die Methode allen Patienten empfehlen?

Dr. Dr. med. Thomas Phielepeit: Nein. Es ist immer der Einzelfall zu betrachten. Jede implantologische Versorgung ist eine Individual-Versorgung, bei der der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten genauso zu berücksichtigen ist wie die konkrete Situation von Kiefer und Zähnen. In aller Regel ist es sinnvoll zur optimalen Implantat-Planung ein dreidimensionales Röntgenbild anzufertigen, das allein in der Lage ist, das Knochenangebot und die Nachbarstrukturen zuverlässig zu analysieren. Wenn es sinnvoll und möglich ist, lange Implantate zu setzen, mache ich das. Es handelt sich dabei ja um eine bewährte Strategie, die in Kieferbereichen geringer Knochenhöhe eine sehr sinnvolle Erweiterung durch kurze Implantate erfährt. Die beiden Optionen sind keine Gegensätze, sondern sie ergänzen sich.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Dr. Dr. med. Thomas Phielepeit: Ich danke Ihnen.

Die Praxis von Dr. Dr. Kamp und Dr. Dr. Phielepeit bietet neben allen implantologischen Therapien selbstverständlich auch das gesamte Spektrum mund-, kiefer- und gesichtschirurgischer Eingriffe an. Dabei arbeitet die Praxis sehr gerne und erfolgreich mit den Zahnärzten der Patienten zusammen.

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Kontakt

 

 

 

Praxis für Mund- Kiefer- & Gesichtschirurgie

Dr. Dr. Kamp und Dr. Dr. Phielepeit

Lerchenfeld 14

 22081 Hamburg

Tel:  040-22 15 77

 

anmeldung@kieferchirurgie-zentrum-hamburg.de

www.kieferchirurgie-zentrum-hamburg.de

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