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Briefmarkenauktion

Gefragt wie lange nicht: Die seltene Briefmarke

Briefmarken sind von gestern? Von wegen! Immer noch ist Briefmarken-Sammeln weltweit das wichtigste Hobby. Sammler lernen viel über Geschichte und Geographie – weshalb sich das Hobby gerade auch für Kinder eignet. Und in Niedrigzinszeiten sind seltene Briefmarken ganz nebenbei auch eine solide Geldanlage, sagt Thomas Ehrengut, der mit seinem Bruder seit 36 Jahren die „Hanseatische Briefmarkenauktionen“ (HBA) leitet

Thomas Ehrengut ist immer unterwegs. Etwa 500 Hausbesuche bei Sammlern macht er pro Jahr, das bedeutet rund 80 Flüge im Jahr, etwa 130.000 Kilometer im Auto und mit der Büroarbeit über tonnenweise Alben, die für die nächsten Auktionen katalogisiert werden müssen, im Schnitt Arbeitswochen von 70 Stunden und mehr.

Ehrengut ist Philatelist durch und durch, mit 17 beendete er seine Ausbildung zum Briefmarken- und Einzelhandelskaufmann, gründete kurz darauf mit seinem Bruder Hubert die HBA, die heute in Norddeutschland beinahe Monopol-Stellung hat. Die Leidenschaft mit der Ehrengut seinem Geschäft nachgeht, offenbart sich bereits nach kurzem Gespräch: Er ist ein wandelnder Anekdotenfundus und großer Menschenfreund, dem der persönliche Austausch mit „seinen“ Sammlern, die er teils schon in zweiter Generation betreut, Motor und Anregung zugleich ist.

Launig erzählt er zum Beispiel von der Witwe im Oldenburgischen, die ihm die Sammlung ihres Mannes anbot, 5500 Alben, die sich in jedem Zimmer des Mittelreihenhauses stapelten: „Jedes dieser Alben hat zwei bis drei Kilo gewogen“, erinnert er sich, „das waren 16,5 Tonnen Bücher, die haben wir in 600 Umzugskisten verpackt und mit Tiefladern abgeholt“. Immerhin einen mittleren fünfstelligen Betrag ergab die Versteigerung der Sammlung, „es waren leider vor allem Marken aus der Zeit ab 1949, von denen gibt es Massen, die sind nicht viel wert.“

Und dennoch kommt es immer häufiger vor, dass Erben bei Ausräumen der Häuser ihrer Eltern oder Großeltern echte Schätze finden: „Viele ältere Sammler versterben und es gibt in den nachwachsenden Generationen niemanden mehr, der das Hobby gepflegt hat und weiß, welcher Wert in der Sammlung steckt“, bedauert er. „Dabei sind seltene Briefmarken nicht nur gefragt wie eh und je, sondern im Gegenteil, gefragt wie lange nicht!“ Immer wieder erlebt Ehrengut ältere Menschen, die aus Mißtrauen gegenüber dem Euro oder den Finanzmärkten, Briefmarken oder D-Mark-Schätze horten: „Kürzlich war ich in Berlin bei einer 91-Jährigen, die hatte eine eiserne Reserve von 28.000 Mar in 5- und 10-Mark-Stücken“, erzählt Ehrengut. Und auch hier gibt es Sammlerstücke, wie zum Beispiel das 5-DM-Silberstück von 1958 mit der Prägung „J“. Das ist inzwischen an die 600 Euro wert.

Besonders am Herzen liegt Ehrengut die Nachwuchsarbeit. Wenn es seine Zeit erlaubt, lädt er Schulklassen in seine Firma ein, um jungen Leuten die Faszination der Briefmarken nahezubringen. „Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass heute Comic-Karten gesammelt werden“, gesteht er. Vor 120 Jahren, als fast alle Länder der Welt begonnen hatten, eigene Marken zu drucken, war das völlig anders: „Reisen war damals quasi unmöglich, die Menschen stillten mit Briefmarken ihr Fernweh und die Lust auf Exotik. In fast jedem Haushalt wurden Marken gesammelt!“

Doch auch wenn diese Zeiten unwiderbringlich vorbei sind, bleibt Briefmarkensammeln weltweit betrachtet, bis heute das wichtigste Hobby. „Man muss dafür erstmal gar nicht viel Geld investieren“, erklärt Ehrengut. „Für neugierige Kinder sind Briefmarken ein Bildungsfundus – sie brauchen nur einen Erwachsenen, der ihnen ein bißchen dabei hilft!“ Beim Sortieren der Marken nach Ländern oder Themen lernen sie dann ganz nebenbei: Erdkunde, Geschichte, Politik und all die Themen, mit denen moderne Marken sich beschäftigen.

„Als sei es gestern gewesen“, erinnert sich der 61-Jährige an den Tag, an dem sein Vater ihm den ersten Briefmarken-Katalog schenkte, den er wieder und wieder sehnsuchtsvoll durchblätterte. Heute sammelt er selbst nicht mehr. Nur eine Marke, aus den 80er-Jahren aus Mali hat einen Ehrenplatz bei ihm: Sie zeigt seinen Vater, der als Virologe in Westafrika Millionen Kinder gegen die Kinderlähmung geimpft und dafür mit der – sammlerisch wertlosen – Marke geehrt wurde.

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