Anzeige

Experten im Fokus

Anzeige
Lehrerausbildung

Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg e.V.

Als Alternative zu staatlichen Schulen rückt die Waldorfschule immer mehr in den Fokus vieler Eltern. Wer an einer solchen Einrichtung unterrichten will, benötigt eine qualifizierte Ausbildung. Das Seminar für Waldorfpädagogik in Hamburg bietet seit mehr als 25 Jahren akademische Aus- und Weiterbildungsprogramme für Lehrkräfte an. Im Interview spricht Dozent und Vorstandsmitglied Dr. Gunter Keller über die Besonderheiten der Waldorfpädagogik und die Anforderungen an künftige Lehrkräfte.

Herr Keller, die Waldorf-Pädagogik ist eine ganz besondere Art der schulischen Pädagogik. Was zeichnet sie aus?

Die Waldorfschule versteht sich als eine ganzheitliche Pädagogik. Das bedeutet, dass nicht nur die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht, sondern der Mensch als denkendes, fühlendes und handelndes Wesen verstanden wird. Deshalb setzt der Lehrplan der Waldorfschule andere Schwerpunkte und beinhaltet neben den klassischen Schulfächern auch Fächer wie Gartenbau, Schreinern, Schmieden oder Buchbinden und vermittelt im Epochenunterricht Fertigkeiten wie Hausbau, Kochen und vieles mehr. Um kreative und emotionale Fähigkeiten zu schulen, liegt auch ein großer Schwerpunkt auf künstlerischen Fähigkeiten: Malen, Zeichnen, Bildhauerei, Orchester und Chor, Sprache und Schauspiel, Bewegungskunst wie Eurythmie. Waldorfschule findet aber auch im materiellen Leben statt, in der die Schüler vor allem in zahlreichen Praktika in die reale Welt hineingestellt werden. Dazu zählen ein Landwirtschaftspraktikum, Feldmessen, ein Sozial- und ein Berufspraktikum.

Welche Vorteile hat die Waldorf-Pädagogik gegenüber gängigeren Unterrichtsformen?

Im Mittelpunkt steht der Mensch. Das bedeutet, den Unterricht so zu gestalten, dass man sich in den Entwicklungsstand und die Individualität jedes einzelnen Kindes hineinfühlt und aus dieser Wahrnehmung heraus den Unterricht gestaltet.

Und für Lehrer?

Waldorflehrer sind für die Schule im Sinne eines Unternehmens selbst verantwortlich. Das bedeutet, dass die Kolleginnen und Kollegen neue Lehrer selbst einstellen und entlassen, dass sie ihre eigene Gehaltsordnung aufstellen und auch für die Weiterentwicklung der Schule selbst verantwortlich sind. Dadurch sind Waldorfschulen viel flexibler und können auf gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen unbürokratisch eingehen. Da die Lehrer selber Verantwortung für das Gesamtunternehmen Schule übernehmen, geben Sie diese Haltung von Verantwortungsübernahme auch an die Schülerinnen und Schüler weiter.

Wie sieht der Alltag an einer Waldorfschule für eine Lehrkraft aus?

Im Prinzip wie an einer normalen Schule. Allerdings erweitert sich der Alltag um die erwähnten Aufgaben des wir „unternehmen Schule“. Alle Aufgaben einer Schule, von der Reinigung über die Instandhaltung der Gebäude, von Finanzen über Werbung bis zu Personalfragen werden entweder von den Lehrern selber abgedeckt oder durch jemanden geeignetes, der von ihnen für einen Aufgabenbereich eingestellt wird.

Welche Fähigkeiten sollten Lehrkräfte mitbringen, um Schüler nach der Waldorf-Pädagogik zu unterrichten?

Vor allem Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen, insbesondere natürlich mit Kindern und Jugendlichen. Neben Begeisterungsfähigkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sollten sie eine gute Wahrnehmungsfähigkeit mitbringen,

zuhören können und Einfühlungsvermögen sowie Empathiefähigkeit besitzen. Auch ganzheitliches Wahrnehmen und Handeln gehört zu den wichtigen Voraussetzungen.

In welchem Rahmen sind diese Fähigkeiten in Ihren Seminaren zu erlernen?

Unser Studium gliedert sich im Wesentlichen in vier Studienfelder, die sich auch in ihren Lehrformen stark unterscheiden. Es gibt theoretische Inhalte wie Grundlagen der Erziehungswissenschaften und Waldorfpädagogik sowie Fachkompetenz, Methodik und Didaktik. Daneben gibt es auch praktischen Inhalte wie Kunst. Etwa ein Viertel der Lehrveranstaltungen besteht aus künstlerischen Tätigkeiten. Jedes Semester absolviert ein Studierender zudem ein vierwöchiges Praktikum an einer Schule und in der Regel ein weiteres Praxisjahr am Ende des Studiums

Welche Abschlüsse können Ihre Studenten und Seminarteilnehmer beim Seminar für Waldorfpädagogik erlangen?

Zu den Abschlüssen zählen postgraduierte Diplome für Klassenlehrer für die Jahrgangsstufen 1-8, Fachlehrer (Klasse 1-13) und Oberstufenlehrer (Klasse 9-13) sowie Master für Klassenlehrer, Fachlehrer und Oberstufenlehrer.

Wem würden Sie zum Beispiel ein Studium im Bereich der Waldorf-Pädagogik empfehlen?

Menschen, die über die oben genannten Fähigkeiten verfügen und Spaß haben diese Fähigkeiten zu erwerben.

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

 

Kontakt

 

 

 

Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg e.V.

Hufnerstraße 18

22083 Hamburg

 

Tel: 040 88 88 86  10

www.waldorfseminar.de

mail@waldorfseminar.de

 

Schwerpunkte

 

Lehrerausbildung

Waldorfschule

Masterstudium