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Schön Klinik Hamburg Eilbek – Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie

Mehr Essstörungen und Suchterkrankungen durch die Pandemie

Die Abteilung Psychosomatik und Psychiatrie liegt auf dem Grundstück der Klinik eingebettet in eine Parkanlage, zu der auch der historische Elfriede-Lohse-Wächtler-Rosengarten gehört.

Die Abteilung Psychosomatik und Psychiatrie liegt auf dem Grundstück der Klinik eingebettet in eine Parkanlage, zu der auch der historische Elfriede-Lohse-Wächtler-Rosengarten gehört.

Foto: Schön Klinik

Was hat die Coronapandemie mit uns und insbesondere mit psychisch vorbelasteten Menschen gemacht? Davon berichtet Dr. Alexander Spauschus, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Schön Klinik Hamburg Eilbek.

Kommen Essstörungen wie Bulimie (Ess-Brechsucht) und Anorexie (Magersucht) sowie Suchterkrankungen infolge der Coronapandemie häufiger vor?

Dr. Spauschus: Ja. Bei diesen Krankheitsbildern konnten wir eine Zunahme von Erstdiagnosen sowie eine relevante Zahl an Rückfällen beobachten. Im Rahmen einer Studie konnten wir belegen, dass die Pandemie erheblichen Einfluss auf die Symptomatik und auch auf die Behandlung von Patient:innen mit psychischen Erkrankungen hat. Mehr als die Hälfte der befragten Personen berichteten von einer Verschlechterung ihrer Symptome. 40 Prozent hatten einen erhöhten Bedarf an therapeutischer Unterstützung. Auch in der Schön Klinik Hamburg Eilbek stieg die Zahl der Patient:innen.

Woran liegt das?

Ein wesentlicher Faktor, von dem viele Betroffene berichten, ist, dass gewohnte Strukturen wegfielen: Homeoffice, Homeschooling, geschlossene Universitäten. Vieles fand zu Hause statt, Stressfaktoren im häuslichen Umfeld nahmen zu und gleichzeitig fielen soziale Kontakte weg. Auch erste Anlaufstellen wie Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder ambulante Therapieangebote waren über lange Zeiträume während der Pandemie gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zugänglich.

Wie haben Sie als Spezialklinik darauf reagiert?

Wir haben unsere Therapieangebote ausgeweitet. Beispielsweise haben wir einen großen Bedarf bei Patientinnen und Patienten mit einer Essstörung gesehen, die mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung einhergeht, also einer Borderline-Erkrankung. Speziell für diese Patientengruppe haben wir ein eigenes Therapiekonzept entwickelt und beobachten bereits sehr gute Behandlungsergebnisse.

Hat sich die Lage für Patientinnen und Patienten mit Suchterkrankungen und Essstörungen mittlerweile entspannt?

Für Patientinnen und Patienten mit einer Essstörung sowie Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung sind insbesondere Lockdown-Phasen äußerst belastend. Sie brauchen haltgebende Aspekte wie geregelte Alltagsstrukturen und soziale Kontakte. Und auch für die therapeutische Arbeit ist die Pandemie nach wie vor ein Hindernis. Positiv Getestete müssen sich isolieren, ihre Therapie muss unterbrochen werden. Das ist in Akutphasen natürlich schwierig.

Was halten Sie von digitalen Gesundheitsanwendungen und therapiebegleitenden Apps?

Insbesondere Psychotherapie per Video über MindDoc nutzen wir bei einigen Erkrankungen erfolgreich, sie funktioniert im Prinzip wie eine ambulante Therapie. Gerade jetzt kann Onlinetherapie einen Zugang zur dringend notwendigen Behandlung geben, der sonst verwehrt wäre. Viele unserer Patient:innen haben während der Lockdowns und darüber hinaus Onlinetherapie mit MindDoc gemacht und geben uns sehr gute Rückmeldungen. Bei einigen akuten Krankheitsbildern wie beispielsweise stofflichen Suchterkrankungen braucht es aber in der Regel den stationären Aufenthalt, allein für den Entzug.

Wir haben Sommer, es ist Freibad- und Biergartensaison – Gibt es saisonale Einflüsse auf Essstörungen und Suchterkrankungen?

Essstörungen haben das ganze Jahr über Saison: im Sommer durch Zunahme einer Fokussierung auf das Körperbild (auch über soziale Medien), im Winter durch Gewichtsabnahme von Anorexie-Patient:innen in einer Zeit, in der die meisten Menschen durch Lebkuchen und Gänsebraten eher zunehmen. Die Gründe für diesen Effekt sind noch nicht abschließend geklärt, vermehrter Bewegungsdrang gegen die bei Untergewicht stärker wahrgenommene Kälte könnte aber eine Rolle spielen.

Gründe für vermehrten Alkoholkonsum in der warmen Jahreszeit sind natürlich die noch breitere Verfügbarkeit des Alkohols und häufigere angenehme Anlässe (z. B. Treffen am Badesee, Grillabende) im Sinne eines „Lusttrinkens“, während die Zunahme depressiver Symptome („Winterblues“) und die stärkere soziale Isolation schon vor der Pandemie in den dunklen Monaten zu einem vermehrten „Frusttrinken“ geführt haben

Leiden Sie unter einer Alkoholsucht?

Machen Sie hier einen Online-Test: www.schoen-klinik.de/selbsttest/alkoholsucht.

Schön Klinik Hamburg Eilbek – eines der größten Krankenhäuser der Hansestadt

Die Schön Klinik Hamburg Eilbek ist als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg mit mehr als 800 Betten und rund 1.600 Mitarbeitenden eines der größten Krankenhäuser in Hamburg und wurde erst kürzlich als eines der „World’s best hospitals“ ausgezeichnet. In der Hamburger Schön Klinik werden jährlich über 55.000 Patientinnen und Patienten stationär, teilstationär und ambulant versorgt.

Das Krankenhaus östlich der Alster sichert die Schwerpunktversorgung der örtlichen Bevölkerung und hat darüber hinaus aufgrund seiner medizinischen Expertise sowie seiner renommierten Spezialabteilungen ein bundesweites Einzugsgebiet. Das Behandlungsspektrum ist groß und umfasst Orthopädie, Kinderorthopädie, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Septische Knochen- und Weichteilchirurgie, Geriatrie/Alterstraumatologie, Viszeralchirurgie, Innere Medizin mit Gastroenterologie und Kardiologie, Endokrine Chirurgie, Adipositas-Chirurgie, Neurologie und neurologische Frührehabilitation sowie Psychosomatik und Psychiatrie. Eine zentrale interdisziplinäre Notaufnahme, eine interventionelle Radiologie sowie eine interdisziplinäre Intensivstation komplettieren das Leistungsangebot der Klinik.

Kontaktieren Sie uns gern:    

Kontakt:

 

Schön Klinik Hamburg Eilbek

Dehnhaide 120,

22081 Hamburg

Telefon: 040 - 2092-0

Web: www.schoen-klinik.de

 

 

Qualifizierter Entzug bei Abhängigkeitserkrankungen (QE)

Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie | Station 2E

 

Telefon: 040 2092-1450 für Qualifizierten Entzug

Telefon: 040 2092-1433 für die Behandlung von Essstörungen

Web: www.schoen-klinik.de/alkoholsucht/behandlung

Schwerpunkte:

 

Endokrine Chirurgie

Schulterzentrum

Stoffwechsel

Wirbelsäule