Bundesgerichtshof

Fluggesellschaft muss Wetterlage bei Annullierung belegen können

Eine Airline muss schlechtes Wetter belegen können, wenn sie es als Grund für einen Flugausfall angibt. Zudem muss sie nachweisen, dass die Absage auch unter Einsatz aller verfügbaren Mittel nicht zu verhindern war. Sonst haben Kunden Anspruch auf Ausgleichszahlungen gemäß der Fluggastrechte-Verordnung der Europäischen Union, entschied der Bundesgerichtshofs in Karlsruhe (Az.: Xa ZR 15/10).

In dem verhandelten Fall hatte ein Ehepaar einen Flug von Berlin auf die Karibikinsel Aruba gebucht. Zwei Stunden vor dem Abflug erhielten die Urlauber von der Fluggesellschaft neue Tickets für den folgenden Tag, da das Flugzeug wegen Nebels nicht rechtzeitig fliegen konnte. Das Ehepaar kam einen Tag verspätet auf Aruba an und bezahlte deshalb den Flug nicht. Die Richter gaben dem Ehepaar Recht. Da die beiden auf einen anderen Flug umgebucht wurden, handle es sich um eine Annullierung gegen ihren Willen. Dafür stünden ihnen 600 Euro pro Flug zu. Die Fluggesellschaft habe nicht konkret nachgewiesen, dass sie den Flug wegen außergewöhnlicher Umstände annullieren musste. Außerdem hätte sie darlegen müssen, welche personellen, materiellen und finanziellen Mittel ihr zur Verfügung standen, um den Flug wie geplant abzuwickeln - und warum es ihr nicht zuzumuten war, auf diese Ressourcen zurückzugreifen.