Empfehlung

Genießen in altem Fachwerk auf der dänischen Ostseeinsel

Der Kro in Vester Skerninge gehört heute zu den ältesten existierenden Gasthäusern in Dänemark

Der Kro in Vester Skerninge gehört heute zu den ältesten existierenden Gasthäusern in Dänemark

Foto: Michael Pasdzior

Kleine Fluchten: Der Vester Skerninge Kro auf Fünen bietet vier kleine Zimmer und eine junge Gourmet-Küche in Dänemark.

Gefühlt ist die landschaftlich reizvolle dänische Insel Fünen von Hamburg weit entfernt. Doch tatsächlich benötigt man für die Fahrt dorthin kaum mehr als drei Stunden mit dem Auto. Zeit als die Reise auf Rügen. In gut drei Stunden ist man mit dem Auto am Ziel.„Das größte kleine Dorf in Dänemark.“ So nennen die 1100 Einwohner von Vester Skerninge liebevoll ihren Ort auf der dänischen Ostseeinsel Fünen. , wie die 1100 Einwohner von Vester Skerninge ihren Ort liebevoll nennen, Er wird beherrscht von der auf einem Hügel liegenden Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Den typischen Dorfkirchen mit ihren weiß gekalkten Steinmauern und den roten Ziegeldächern begegnet man überall in diesem Land. Die umliegenden schmucken Fachwerkhäuser des Gasthauses, „Kro“ genannt, und das Pfarrhaus bilden den Kern dieses außergewöhnlichen Dorfmilieus aus dem 17. Jahrhundert, das heute unter Denkmalschutz steht.

Seit Anbeginn war der Kro in Vester Skerninge das gesellschaftliche Zentrum des Dorflebens. Er gehört heute zu den ältesten existierenden Gasthäusern in Dänemark. Bekanntlich wurden die privilegierten Gaststätten auf Befehl des Königs als Rasthaus für Pferde und dessen Reiter errichtet.Vester Skerninge Kro wurde fachkundig renoviert und präsentiert sich heute als eines der besten Restaurants auf Fünen.

„Ist es nicht gemütlich hier?“ ertönt die dunkle und etwas raue Stimme unserer sympathischen Gastgeberin Suzanne bei der Begrüßung. Fürwahr, das ist es, strahlt das weiße Fachwerkhaus mit seiner Leuchtgirlande doch viel Behaglichkeit aus„Und stellt euch vor, schon seit der Errichtung vor mehr als 300 Jahren war es immer ein Restaurant! Großartig, nicht wahr?“, ruft sie aus. Ihrer Begeisterung kann man nur zustimmen, und wir nicken ehrfurchtsvoll. Vor fünf Jahren haben Suzanne und Lars Thude den Kro übernommen. „Wir haben uns augenblicklich in dieses Haus und diesen Ort ­verliebt“, sagt sie überglücklich.

Lars stammt aus Jütland und hat seine Kochlehre an der dortigen Westküste absolviert. Danach ging er nach Kopenhagen und später in das damals bekannte Restaurant Marie Louise in Odense. Dort war sein Lehrmeister Michel Michaud, ein französischer Sternekoch, von dem er noch heute in den höchsten Tönen schwärmt.Als Einheimische wurde Seine Frau Suzanne wurde auf Fünen geboren. Umtriebig und engagiert, wie es ihrem Naturell entspricht, ist sie nach ihrer Ausbildung zur Handelskauffrau viel herumgekommen und hat in England, den USA und auf Island gearbeitet. Der Wunsch nach ­Familienplanung ließ sie schließlich sesshaft werden. Als sie im Restaurant von Michel Michaud als Kellnerin arbeitete, traf sie dort auf Lars, den Koch. „Es war Liebe auf den ersten Blicktotally love at first sight!“, sagt sie herzlich lachend. Und nachdem es auch mit dem Nachwuchs geklappt hat, träumt sie heute von einem Weinfeld. Dazu möchte sie gern das große Grundstück hinter dem Haus erwerben. „Wenn unsere Tochter konfirmiert wird, möchte ich meinen ersten eigenen Wein trinken“, sagt sie.

Die temperamentvolle Mittvierzigerin hat viel Humor, ihre lebensfrohe Art steckt an. „Wir müssen aus jedem Tag was Großes machen und den Abend mit einem guten Essen beschließen“, ist ihr Motto. Dafür ist Lars zuständig.Lars ist ein Verfechter der einfachen und gradlinigen Küche , dies freilich auf hohem Niveau. Nach Möglichkeit werden einheimische Produkte verwandt. Was er nicht vor Ort bekommt, bezieht er hauptsächlich aus Frankreich. Bei unserem Besuch durften wir uns an einer köstlichen Kartoffel-Zwiebel­suppe mit Jakobsmuscheln, Lauch und Schinkenstreifen laben.

Bedingt durch die niedrige Holzbalkendecke herrscht im Restaurant eine heimelige Atmosphäre. Hinzu kommt die fastrustikale Einrichtung mit bequemen Stühlen, Sitzbänken und blanken Holztischen, die ein wenig festlich eingedeckt sind. 60 Plätze stehen den Gästen maximal zur Verfügung, die auch in größerer Runde in einer der ­Nischen unter sich bleiben können. Nächtigen kann man in einem der nur vier Zimmer, die klein, aber feinim englisch angehauchten Stil möbliert sind.

Tagsüber kann man in dieser Gegend einiges unternehmen, denn die Vielfalt Südfünens bietet für jeden etwas. Im Sommer lässt sich an den zahlreichen Stränden gut baden. Der sportliche Typ kann in der Nähe den Golfschläger schwingen, Rad fahren oder wandern, wofür es viele ausgewiesene Wege gibt. Der kulturell Interessierte wird sicherlich einige der Schlösser besuchen, um dort in die Geschichte einzutauchen, zum Beispiel . Dazu bietet sich besonders Schloss Egeskov. 2012 bekam es den European Garden Award für den schönsten historischen Garten. Der stimmungsvolle Renaissancegarten mit Labyrinthen und Blumenflor ist riesig. Aber auch „Valdemars Slot“ mit seiner einzigartigen Lage direkt am Meer lohnt unbedingt einen Besuch. Hier kann man im Museum viel über die frühere Wohnkultur erfahren.

Zu empfehlen ist auch eine Fahrt auf der Straße zwischen den beiden kleinen Städten Svendborg und Faaborg. Sie zählt zu den schönsten Wegstrecken in Dänemark. Unweit der Küste schlängelt sie sich entlang und bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf die wellige Landschaft, die man im Volksmund auch als Fünische Schweiz bezeichnet. Gesäumt wird sie von prächtigen Herrenhäusern und gepflegten Bauernhöfen. Der hiesige Küstenstreifen mit vielen Naturhäfen ist zudem ein beliebtes Segelrevier.