Reise

Comics zum Abheben

60 Jahre lang nutzten die Schlümpfe den Storch als zweckmäßiges Transportmittel. Seit ein paar Tagen dürfen die blauen Kerlchen mit den weißen Zip­felmützen jedoch Economy- und Business-Class fliegen: Sie zieren jetzt großflächig einen Airbus A 320 der Brussels Airlines.

Weltberühmte Comicfiguren in der zivilen Luftfahrt sind nicht nur lustig, sondern erfüllen in erster Linie die Aufgabe eines Werbebotschafters fürs Heimatland der Airline: Und dort, wo die Schlümpfe herkommen, ist Belgien.

Mit Sicherheit wären daher auch Asterix und Obelix hervorragend dazu geeignet gewesen, Jets der Air France zu zieren. Doch daraus wurde nichts. In Marketingkreisen wird nach wie vor gemunkelt, dass dafür die leidige Pinkelaffäre des Schauspielers Gérard Depardieu verantwortlich ist (er hatte es 2011 auf einem Flug von Paris nach Dublin, leicht angeschickert, einfach laufen lassen). So habe Depardieu, der in drei Asterix-Filmen dessen dicken Kumpel gespielt hatte, Obelix durch seinen Harndrang als Werbefigur verbrannt.

Am beliebtesten sind Comic-Heldinnen und -Helden bei asiatischen Fluggesellschaften, wobei die fernöstlichen Airlines offenbar nur den Fröhlichkeitsfaktor im Sinn haben und keine Reklame für ihre Länder machen. Anders ist nicht zu erklären, dass die taiwanesische EVS einige ihrer Jets ausgerechnet mit japanischen „Hello Kitty“-Motiven lackieren ließ, während die japanische JAL auf die großen Stars des amerikanischen Disney-Konzerns, auf Donald Duck & Co., vertraute.

Deutsche Fluggesellschaften haben sich mit Comicfiguren auf Flugzeugen immer schwergetan; vermutlich weil Fix & Foxi oder Lurchi international nie so richtig reüssieren konnten. Immerhin flog mal ein Haribo-Bär auf einem TUI-Flieger mit. Doch vielleicht kommt es ja irgendwann zur Renaissance des legendären HB-Männchens mit leicht geändertem Motto: „Der wird gleich in die Luft gehen!“