Airline ist nicht verantwortlich für Streik des Sicherheitspersonals

Eine Airline kann nicht für Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen verantwortlich gemacht werden. Sie hat nämlich keine Möglichkeit, nötige Kontrollen mit eigenem Personal durchzuführen. Das entschied das Amtsgericht Hamburg (Az.: 36a C 462/13). Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in „ReiseRecht aktuell“ hin. Im verhandelten Fall wollte ein Paar um 6.30 Uhr von Hamburg nach Nürnberg und von dort weiter nach Hurghada fliegen. Wegen eines am Vortag angekündigten Streiks des Sicherheitspersonals standen die beiden von 4 bis 8 Uhr in der Warteschlange vor der Kontrolle und verpassten ihren Flieger, der mit einer Stunde und 20 Minuten Verspätung in Nürnberg landete. Das Paar flog über Frankfurt nach Ägypten. Der Reiseveranstalter überwies eine Gutschrift wegen entgangener Urlaubsfreuden. Die Klägerin jedoch verlangte den vollen Preis der Ersatzflüge und eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht wegen der verzögerten Reise. Das Gericht wies die Klage ab. Der Flug sei weder annulliert worden, noch habe eine Verspätung vorgelegen, die eine Ausgleichszahlung rechtfertige. Von absichtlicher Nichtbeförderung könne auch keine Rede sein. Weder der Flughafen noch Airlines hätten Einfluss auf die Sicherheitskontrolle.