Grüße aus Mallorca

Die Balearen-Insel erfindet sich neu, und die Steinschleuderer messen sich

Die Balearen-Insel erfindet sich neu, und die Steinschleuderer messen sich

Liebe Mallorca Freunde, die ersten Frühlingsboten lassen grüßen. Früher als in den vergangenen Jahren begann diesmal auf der Insel die Mandelblüte. Seit vergangener Woche liegt über dem Südosten Mallorcas ein dichter Schleier in Weiß und Zartrosa. Die Mandelblüte startet meist gleichzeitig im Norden und im Südosten zwischen den Dörfern Ca’s Concos und Alqueria Blanca. Jeden Tag breitet sie sich ein Stück weiter westwärts über die Ebenen aus, Anfang März entfalten die Bäume am Fuße des Tramuntana-Gebirges als Letzte ihre Pracht. Es gibt noch etwa fünf Millionen Mandelbäume auf der Insel. Die Zahl hat sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich verringert. Die Pflege der Plantagen ist den Bauern zu aufwendig.

Im Februar klettert die Quecksilbersäule in der Regel auf 16 bis 17 Grad. Aber künftig soll es noch früher wärmer auf der Insel werden. Prof. Dr. Sergio Alonso von der meteorologischen Abteilung der Balearen-Universität prognostiziert für die Zukunft eine verlängerte Badesaison. In einem Interview mit dem „Mallorca Magazin“ sagt er zur Klimaveränderung: „Der Sommer wird bei uns länger. Die Hitze im Juli und August wird zwar unangenehmer, dafür aber herrschen im Frühjahr und Herbst sommerliche Temperaturen.“

Bereits in diesem Jahr erfindet sich Mallorca neu. Alte Hotels werden abgerissen, moderne Vier- und Fünf-Sterne-Häuser entstehen. Allein zwölf Millionen Euro sollen in neue Tourismus-Projekte investiert werden: Sportzentren, Radwege und Promenaden. Der ehrgeizigste Plan ist die Neugestaltung der Playa de Palma. Alle 15 Strandkioske zwischen Arenal und Can Pastilla bekommen ein neues Outfit. Die einzelnen Balnearios sollen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: Sporttouristen, Ruhesuchende und Familien. Für die Partyfans bleibt der Ballermann 6 auch in Zukunft das Maß aller Dinge: das größte Vergnügungszentrum an Mallorcas berühmtestem Strand.

Wer Ruhe und Natur sucht, ist in der Serra de Tramuntana richtig. Eine Gebirgskette, die sich über eine Länge von 90 Kilometern im Nordwesten der Insel erstreckt. Hier gibt es viele Wanderwege, übernachten kann man in Berghütten oder kleinen Hotels. Das Dörfchen Selva gilt als das Tor zum Tramuntana-Gebirge. Die Gemeinde wirbt jetzt für einen Urlaub im Inselinneren. Weg von den überlaufenen Küsten, hin in die beschauliche Natur, heißt das Motto. In Selva und Umgebung gibt es etwa 200 Hotelbetten und 90 Ferienhäuser. Bürgermeister Joan Rotger rührt bereits die Werbetrommel: „Wir öffnen uns dem Tourismus“ (www.ajselva.net).

Alle gehen in Deckung, dann knallt es, und ein Stein fliegt in hohem Bogen über den Platz in einen Busch. Im Club Forners in Llucmajor wird wieder trainiert. Im April beginnen die Pokalwettbewerbe für die Balearen-Meisterschaft der Steinschleuderer. Die ungewöhnliche Sportdisziplin ist seit 1984 auf den Balearen eine anerkannte Sportart. Knapp 200 Aktive sind in sieben Clubs organisiert. Steinschleuderer gab es auf Mallorca bereits in der Antike. In den Händen der Ureinwohner war das Jagdgerät eine gefürchtete Waffe. Heute wird auf Zielscheiben geschleudert. Die Distanz beträgt zwischen 20 und 50 Metern. Die Sportler basteln ihre Wurfgeräte selbst. Die Steine, so groß wie Mandarinen, sammeln sie am Strand.

Nordic Walking hat jetzt Mallorca erobert. „Wir liegen in Spanien an der Spitze", sagt José Manuel Fernández, der 2007 die erste Nordic-Walking-Schule Spaniens in Can Picafort gründete. Heute gibt es bereits zehn Nordic-Walking-Vereine auf der Insel. Das Laufen mit den Stöcken gilt als idealer Einstieg auch für die Menschen, die noch nie Sport getrieben haben. Um einen guten Trainingseffekt zu erzielen, solle man mindestens zweimal in der Woche eine gute Stunde laufen, empfiehlt die deutschen Nordic-Walking-Lehrerin Ute Michaela Moser. Weitere Infos im Internet auf: www.utemoser.mallorcasana.com