Bei Stress über den Wolken helfen Seminare gegen Flugangst

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Das Befinden an Bord hat mit der eigenen Einstellung zu tun

Herzrasen, schweißnasse Hände, Magenkrämpfe: Mit Flugangst haben viele Menschen zu kämpfen. Rund 15 Prozent der Deutschen leiden laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts darunter. Doch nicht alle Betroffenen finden sich mit ihrer Angst ab - sie holen sich in Seminaren professionelle Hilfe. Auch Steffen Würstl leidet unter der sogenannten Aviophobie. "Fliegen war für mich lange Zeit kein Problem", sagt er. Das änderte sich mit einem turbulenten Flug nach Spanien: Durch ein Unwetter sei das Flugzeug ins Schaukeln geraten - und Würstl in Panik. "Seitdem ist Fliegen für mich purer Stress."

Die Symptome können bei den Betroffenen bereits mehrere Tage vor der Reise auftreten, aber auch erst im Flugzeug. "Die Flugangst gehört zu den phobischen Ängsten und löst den Impuls aus, die Flucht zu ergreifen", sagt Darina Augapfel. Die Diplom-Psychologin leitet einmal pro Monat Seminare gegen Flugangst am Frankfurter Flughafen. Triebwerksschäden, Turbulenzen, Terroranschläge - während des zweitägigen Seminars lässt Augapfel die rund zehn Teilnehmer zunächst ihre Ängste formulieren. Beim Seminar wollen die Trainer der Angst vor allem mit Argumenten beikommen: Ein defekter Bordcomputer bringe längst noch keinen Flieger zum Absturz, erklärt ein Pilot während der Besichtigung eines Flugzeugs. Und selbst bei einem kompletten Triebwerksausfall bestünden gute Chancen, dass das Flugzeug sicher lande. Augapfel stellt zudem verschiedene Strategien zur Angstbewältigung vor: Atem- und Entspannungsübungen seien ebenso hilfreich wie klare Gedanken. Zum Abschluss steht ein gemeinsamer Kurzstreckenflug auf dem Programm. Während Steffen Würstl auf dem Hinflug noch das typische Herzrasen und Schwitzen verspürt, wird ihm auf dem Rückflug klar: Er hat zwar nicht die Steuerung des Flugzeugs, aber seine Angst in der Hand. "Das Befinden an Bord hat viel mit der eigenen Einstellung zu tun", sagt Würstl.

( (dpa) )

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