Kleine Fluchten: Hotel "Posthoorn" im niederländischen Monnickendam

Gemütliches Refugium am Markermeer

Nach opulenter Mahlzeit kann der Gast in einem der fünf luxuriösen Zimmer nächtigen.

Die Amsterdamer wissen es zu schätzen: das Hotel "Posthoorn" in Monnickendam am Markermeer. Das liegt nicht nur an der hervorragenden, französisch inspirierten Küche und den luxuriösen Zimmern, in deren weichen Betten der müde Gast nach einem opulenten Mahl sich sinken lassen darf, sondern auch an dem romantischen, mehr als 500 Jahre alten Haus, in dem das Hotel untergebracht ist. Außerdem ist da auch noch der weitläufige Hafen mit seinen Fischräuchereien, Kneipen, Traditionsseglern und modernen Jachten, um den herum sich Monnickendam erhebt. Schließlich ist dieses reizvolle Städtchen nur einen Katzensprung von Amsterdam entfernt und eignet sich daher einerseits als lohnendes Ziel an sich, andererseits wäre es aber auch ein idealer Rückzugsort für all diejenigen, die nur zeitweilig in den Trubel der Grachtenmetropole eintauchen und ansonsten lieber ihre Ruhe haben möchten.

So etwas Ähnliches werden sich auch die Inhaber gedacht haben, als sie vor wenigen Jahren das alte Haus neu entdeckten und das Abenteuer wagten, daraus ein feines Hotel der Extraklasse zu machen. Ganze fünf Gästezimmer hat das charmante Hotel. Zu erreichen sind sie über knarrende Treppen und schiefe Dielen, alle wurden ausgestattet mit einem dezenten, stilvollen Luxus. Dazu gehören herrliche Betten, große, geschmackvoll eingerichtete Badezimmer, in denen man Stunde um Stunde verbringen möchte, antikes Mobiliar, aber auch moderne Annehmlichkeiten wie ein drahtloser Internetzugang oder LCD-Fernseher.

Benannt sind die Zimmer nach Feldherren, Admirälen und Bürgern, die alle irgendwann einmal eine Rolle in der Geschichte des Ortes gespielt haben. Oder die auf der Durchreise hierherkamen wie etwa Napoleon, der 1811 beim Bürgermeister von Monnickendam zu Gast war und im Ort übernachtete. Grund genug, ihm eine der größeren Suiten zu widmen. Der Admiral und damalige Bürgermeister Cornelis Dirksz, nach dem eine weitere Suite benannt ist, war bereits damals Geschichte. Er gewann mit seinen Mannen im Jahre 1573 eine Seeschlacht auf der Zuiderzee, an der Monnickendam damals noch lag.

Der Ort war und ist übrigens ein Seefahrernest. Einst lebten hier Fischer und Walfangkapitäne. Dann kam die Eindeichung der Zuiderzee, wenig später die Freizeitsegler, die einen ganz neuen Wirtschaftszweig aufblühen ließen. Das freilich konnte die Familie Persijn, die einst Monnickendam gegründet hat, nicht ahnen. Sie hat einer der besonders romantisch dekorierten Suiten, die in warmen, dunklen Tönen gehalten ist, ihren Namen gegeben.

Das Restaurant des Hauses war den Testern des "Guide Michelin" kürzlich erst einen "Bib Gourmand" wert, die Auszeichnung für eine gute Küche zu günstigen Preisen. Das Restaurant bietet neben der Karte auch wechselnde Tagesmenüs an. Als Vorspeise könnte man hier zum Beispiel marinierten Lachs auf lauwarmen Linsenmousse genießen, danach, als zweite Vorspeise, ein kross an der Haut gebratenes Filet vom Seeteufel mit Nordseekrabben, Hummersauce und Schalotten, anschließend rosa gebratene Scheiben von der Hirschkeule mit Rotkraut und Pernodsauce und danach noch ein leckeres Dessert.

Zu jedem einzelnen Gang gibt es eine Weinempfehlung, doch kann man sich selbstverständlich auch an die reichhaltige Weinkarte halten. Für Aperitif oder Digestif bietet sich das sehr gediegene "Herrenzimmer" an, zu dem auch Damen Zutritt haben. Hier versinkt man in ledernen Sesseln vorm Kamin und darf, sofern einem der Sinn danach steht, eine gute Zigarre aus der Karte wählen.

Im Sommer kommt noch eine lauschige, romantische Terrasse in Betracht, auf der man dann auch ein ausgiebiges Frühstück zu sich nehmen kann. Und das ist nicht etwa ein schnödes Büfett, an dem man sich selber helfen muss. Dem Stil des feinen, individuell ausgerichteten Hauses entsprechend, wird à la carte bestellt und frisch zubreitet.