"Künstlerquartier Seezeichen" in Ahrenshoop

Ein Treffpunkt für Lebenskünstler

Das neue Hotel mit seinen 17 Zimmern und Suiten bietet überraschendes Ambiente und viel Atmosphäre.

Es fällt auf im Künstlerdorf Ahrenshoop, dieses vorwiegend weiße, lichtdurchflutete Gebäude am Strandweg. Architekt Klaus Banghard aus dem Nachbarort Wustrow hat ein zwar ungewöhnliches, aber angenehm integriertes Haus an einen traditionsreichen Platz gestellt, direkt vis-à-vis vom traditionsreichen "Kunstkaten", schräg gegenüber vom ebenso berühmten Bunten Haus: ganz ohne Rohrdach, kein bisschen heimattümelnd, dafür originell und auf eine geschmackvolle Weise "durchgestylt", sodass man es neugierig betritt und sich nur zu gern den Überraschungen aussetzt, die es bietet.

Die Rezeption, klein, offen und einladend, geht in eine Lounge mit Tagesbar über, in warmen Farben gehalten und im Stil der Zeit möbliert. Ohne Chichi, aber mit viel Kunst an den Wänden, die nicht selten zu Gesprächen unter den Gästen anstiftet. Eine Rampe erleichtert Rollstühlen und Kinderwagen den Weg zum Fahrstuhl, in den Wellnessbereich im Untergeschoss und zum pavillonartigen Dachgeschoss mit Bar und großer Terrasse. Auch die meisten der nur 17 Zimmer und Suiten sind behindertengerecht eingerichtet.

Besitzerin Margit Tönnies hat sich in vielen Hotels abgeschaut, was ihr besonders gefallen hat: von sicheren und ausreichenden Parkplätzen angefangen bis hin zu einem gesundheitsbewussten, aber ideologiefreien Frühstück (bis 13 Uhr), ohne abgepackte Produkte (Ausnahme: Nutella), aber mit frisch gepresstem Orangensaft ohne Aufpreis. Auch die Nutzung der Hotelfahrräder und der Strandkörbe im Garten und am Wasser sind im Preis inbegriffen.

In den Zimmern und Apartments fallen viele nützliche Details angenehm auf, zum Beispiel ausreichend Schrankraum mit reichlich Bügeln und stabilen Kofferablagen, Nachttischlampen, die das Lesen im Bett zu einem Vergnügen machen und deren Knöpfe auch im Halbschlaf zu finden sind. Und überall Kunst an den Wänden, die bestimmt nicht jeden Geschmack trifft, die aber auch auf konservative Besucher beruhigend wirken dürfte.

Einiges, die Bilder, die Lampen, die lila Farbtöne in einigen Zimmern, die Hocker vor den Schreibtischen, die mit einem Felldesign bespannt sind, mögen viele Gäste noch nie gesehen haben. Sie gewöhnen sich aber doch ganz schnell und sehr gern an die Besonderheiten, die den Stil des Hauses prägen, "ein traumhaftes Ambiente, das sich aber erst durch seine herzlich-natürliche Gastgeberschaft zu einem Ganzen formt", wie es so und vielfach ähnlich im Gästebuch heißt.

Das Hoteldirektorenpaar Wolfgang und Beatrix Kröger führt das Haus seit dem Frühsommer 2008 mit bis zu zwei Dutzend Mitarbeitern aufmerksam und warmherzig. Ahrenshoops Bürgermeister Hans Götze hält das „Seezeichen“ zu Recht für einen Gewinn. Der Spa-Bereich bietet eine großzügige Saunalandschaft und verschiedene Wellnessanwendungen. In „Auerbachs Bar“ auf dem Dach werden wunderbar exotische Cocktails gezaubert. Und das Küchenteam sorgt für den Hochgenuss im A-la-carte-Restaurant „Silhouette“. Hier wird fast nur mit saisonalen und regionalen Zutaten gekocht, und das so kreativ, wie es zu diesem Haus passt, zum Beispiel die Vorspeise „Terrine vom heimischen Reh im Pancettamantel mit pfeffrigem Kürbis-Chutney“.

Gegenüber vom neuen „Seezeichen“ steht der „Kunstkaten“. Vor 100 Jahren war er die Keimzelle der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Eine Nachbarschaft, die womöglich Maler, Bildhauer, Musiker, Dichter und Denker zu Muße und Genuss anregt. Lebenskünstler jedenfalls, so viel ist sicher, fühlen sich in diesem Quartier wohl.