Stormarn
FUSSBALL

Reinfeld: Erfolgscoach Michael Clausen tritt zurück

Er habe in der gemeinsamen Zeit viel gelernt, sagte Pascal Lorenz über die Zusammenarbeit mit Michael Clausen (r.).

Er habe in der gemeinsamen Zeit viel gelernt, sagte Pascal Lorenz über die Zusammenarbeit mit Michael Clausen (r.).

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Der Grund sei privater Natur, sagte der 61-Jährige. Sein bisheriger Assistent Pascal Lorenz und Jan-Christian Hack bilden das neue Trainerteam

Reinfeld.  Als die Oberligafußballer des SV Preußen Reinfeld in Lübeck-Kronsforde zur ersten Einheit im neuen Jahr zusammenkamen, waren sie auf einige Worte ihres Trainers eingestellt, auf Übungen mit und ohne Ball – aber sicherlich nicht auf das: Gleich zu Beginn verkündete Chefcoach Michael Clausen zur Überraschung fast aller Anwesenden seinen Rücktritt und verließ kurz darauf die Sportanlage.

Mannschaft wurde beim Trainingsstart informiert

Wenig später informierte die Abteilungsleitung um den neuen Fußballchef Uwe Franzki in einer Pressemitteilung auch die Öffentlichkeit. Ein Satz reichte, um die Tragweite dieser Nachricht zu definieren: „Nach zwei Aufstiegen, drei Kreispokalsiegen sowie dem zweimaligen Einzug ins Landespokalhalbfinale verliert der SV Preußen Reinfeld seinen erfolgreichsten Trainer der 110-jährigen Vereinsgeschichte“, hieß es dort.

Die Gründe für Clausens Rücktritt seien rein privater Natur. Auf Nachfrage sagte der 61-Jährige der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn: „Ich habe bestimmt zwei, drei Wochen damit gekämpft, bis ich den Entschluss gefasst habe. Es musste sein, denn es gibt manchmal Dinge, die gewichtiger sind als Fußball.“

Clausen führte die Preußen zu drei Kreispokalsiegen

Seine zweite Amtszeit in Reinfeld endet somit nach den Aufstiegen und den Erfolgen in den Pokalwettbewerben mit der überaus positiven Zwischenbilanz von 28 Punkten aus 18 Oberligaspielen, die Rang neun mit einem überraschend komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsregion bedeuten. Clausens Fazit der vergangenen drei Jahre: „Das war herausragend und die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen.“

Über die Zukunft der Mannschaft mache er sich „überhaupt keine Sorgen“, sagte Clausen. Dessen bisheriger Co-Trainer Pascal Lorenz übernimmt den Posten und wird dabei durch den neu verpflichteten Jan-Christian Hack unterstützt.

Lorenz: „Wir hatten immer ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis“

Lorenz war bereits vor etwa zwei Wochen durch Clausen informiert worden. „Auch für mich kam das überraschend“, sagte er. Als Co-Trainer habe er viel von dem A-Lizenz-Inhaber gelernt. „Was den Umgang mit Spielern und die Trainingsgestaltung anbelangt, konnte ich viel mitnehmen, man hat seine Erfahrung gemerkt. Wir hatten immer ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis und er hat mich viel einbezogen.“

Künftig will Lorenz an die Arbeit seines Vorgängers anknüpfen, ohne dabei auf Veränderungen zu verzichten. „Natürlich werden wir nicht alles von Grund auf verändern wollen, vieles ist über die Jahre gewachsen. Gleichwohl werden ,Hacki’ und ich auch unsere eigenen Ideen einbringen und über kurz oder lang versuchen, unsere Spielphilosophie zu implementieren.“

Erstes Ziel bleibt, den Klassenerhalt zu sichern

Hack wurde als gleichberechtigter Trainer vorgestellt. Zumindest zunächst dürfte Lorenz bei Entscheidungen aber das letzte Wort haben. „Uwe Franzki und ich hatten relativ schnell die gleiche Idee“, sagte Lorenz. „Er kennt ihn aus dem Trainerlehrgang, ich kenne ihn noch als Gegenspieler und als Trainerkollegen.“ Hack trainierte bis vor zwei Monaten den Verbandsligisten SSV Pölitz. Die Zusage in Reinfeld sei ihm leichtgefallen. „Ich kenne einige der Spieler noch und weiß, dass es eine eingeschworene Truppe ist. Jetzt werde ich versuchen, alle so schnell wie möglich kennenzulernen. Es geht ganz klar um das Ziel, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern. Wir haben eine sehr verheißungs- und reizvolle Aufgabe vor uns.“

Im Vorbereitungsplan hat Hack bereits seine Ideen eingebracht. Auf seine Initiative hin absolviert die Mannschaft zweimal ein fußballspezifisches Krafttraining. Außerdem ist neben den üblichen Einheiten in Kronsforde mehrfach Spinning angesetzt. Vor dem ersten Punktspiel des Jahres bei Eutin 08 (22. Februar) stehen drei Testspiele und ein Turnier in Pansdorf auf dem Programm.

Abteilungsleiter Franzki: „Die Türen für eine Rückkehr bleiben offen“

Beim Trainingsauftakt herrschte laut Lorenz „trotz der Umstände eine gute Stimmung“. Unter den 20 Spielern war auch Neuzugang Robin Kelting (kam aus Eutin). Rückkehrer Patrick Schröder weilte dagegen noch beruflich in Düsseldorf, zudem fehlten die Langzeitverletzten Timo Schwartz und Luca Rhein. Einziger Winter-Abgang ist Marcel Dankert, der sich dem SSV Pölitz angeschlossen hat.

Und Michael Clausen? Der schließt eine Rückkehr nicht aus. „Der Verein ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich. Wenn ich wieder Zeit und Energie habe, könnte ich mir das grundsätzlich vorstellen.“ Auch der SV Preußen äußerte sich zu einer möglichen Rückkehr an den Bischofsteicher Weg. Abteilungsleiter Franzki: „Wenn Michael wieder Lust und Zeit hat, im Verein aktiv zu werden, stehen ihm die Türen offen.“