Stormarn
Oberliga

Reinfelder Handballerinnen wollen letzte Chance wahren

Coach Detfred Dörling redet während einer Auszeit auf seine Spielerinnen ein.

Coach Detfred Dörling redet während einer Auszeit auf seine Spielerinnen ein.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Nur bei einem Sieg am Sonnabend gegen den Erzrivalen Stockelsdorf dürfen die Oberliga-Frauen weiter auf den Klassenerhalt hoffen.

Reinfeld.  Vor der Heimbegegnung gegen den ATSV Stockelsdorf stehen die Handballfrauen des SV Preußen Reinfeld mit dem Rücken zur Wand. Bei einer weiteren Niederlage an diesem Sonnabend, 18. Januar (18 Uhr, Schützenstraße), gegen den Tabellenneunten ATSV Stockelsdorf dürfte der Abstieg aus der Oberliga/Hamburg-Schleswig-Holstein so gut wie besiegelt sein.

Neun Punkte beträgt schon jetzt der Rückstand des Tabellenletzten auf einen Nichtabstiegsplatz. Der unerwartet schlechte Saisonverlauf mit zwölf Niederlagen, einem Unentschieden und einem Sieg nagt an der Psyche der Mannschaft. Ein weiteres Manko: Coach Detfred Dörling plagen Personalsorgen. Mannschaftsführerin Laura Beth ist angeschlagen und wird gegen Stockelsdorf nicht dabei sein. Kerstin Albrecht, Rika Tonding und Laura Hirth freuen sich über Familiennachwuchs, fallen aber aufgrund der Schwangerschaft bis zum Saisonende aus.

Die Abwehr ging zuletzt häufig halbherzig zur Sache

„Trotz der sportlichen Misere ist die Stimmung nach wie vor gut, die Spielerinnen brauchen aber unbedingt ein Erfolgserlebnis“, sagt Dörling. „Die Mannschaft trainiert hervorragend, macht dann auch vieles richtig, kann aber die einstudierten Abläufe nicht auf das Spielfeld bringen, sobald es ernst wird.“ Ob die Mannschaft ausgerechnet gegen den Erzrivalen Stockelsdorf zurück in die Spur findet, ist fraglich. Die Abwehrreihe, in vergangenen Zeiten das Prunkstück der Mannschaft, ging zuletzt häufig halbherzig und nicht mit der nötigen Härte zur Sache.

„Ich habe keine Erklärung, warum sogar einige gestandene Spielerinnen zurzeit total neben sich stehen“, sagt Dörling. „Der Standhandball, den die Mannschaft phasenweise präsentiert, führt dazu, dass wir selbst gegen durchschnittliche Mannschaften einfach viel zu viele Gegentore kassieren.“

Lichtblick: Neuzugang Lina Krey traf zuletzt sieben Mal

Das zeigte sich zuletzt auch beim AMTV Hamburg, gegen den die ambitioniert ins neue Jahr gestarteten Stormarnerinnen den nächsten Rückschlag verkraften mussten. Die deutliche 23:34 (10:17)-Niederlage lässt sogar vermuten, dass das Tabellenschlusslicht nicht mehr die nötige Qualität besitzt, um den drohenden Abstieg noch abzuwenden. Einziger Lichtblick: Mit sieben erzielten Treffern ließ die zu Saisonbeginn neu verpflichtete ehemalige Zweitligaspielerin Alina Krey ihre Torjägerqualitäten aufblitzen.

„Um gegen Stockelsdorf überhaupt eine Chance zu haben, muss die Mannschaft sich in allen Belangen erheblich steigern“, sagt Reinfelds Trainer. Nach kurzer Gedankenpause beschwört der Trainer alte Zeiten: „Vergangene Saison haben wir unsere Spiele in der Abwehr gewonnen und vorn im Angriff den Ball länger laufen lassen, dabei aus jeder Position abgeschlossen“, sagt der 65-Jährige. „Mittlerweile versuchen wir es einfach zu häufig mit der Brechstange. Unkonzentriertheit, Nervosität und auch Unvermögen tun ihr Übriges.“