Stormarn
FUSSBALL

Hamberge verliert nach Führung – in Überzahl

Marvin Obenaus (l., SG Sarau/Bosau) bringt Calvin Müller (SV Hamberge) zu Fall. Später wurde er für Hamberge zum Schreckgespenst.

Marvin Obenaus (l., SG Sarau/Bosau) bringt Calvin Müller (SV Hamberge) zu Fall. Später wurde er für Hamberge zum Schreckgespenst.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Der zarte Aufwärtstrend der abstiegsgefährdeten Verbandsligafußballer endet mit 1:2-Niederlage gegen SG Darau/Bosau.

Hamberge. Lange waren sie gegen die SG Sarau/Bosau auf Siegkurs, und nach dem ersten Gegentor hätten sich die Verbandsligafußballer des SV Hamberge wohl auch mit einem Unentschieden anfreunden können. Doch dann tauchte im Nachholspiel an Halloween das Schreckgespenst des SVH auf: In der zweiten Minute der Nachspielzeit zog Marvin Obenaus nochmal ab – und besiegelte mit seinem Flachschuss aus der Distanz die bittere 1:2 (1:0)-Heimniederlage der Stormarner.

Diese Niederlage tut besonders weh

Vor einigen Wochen zeigte der Aufsteiger wesentlich gruseligere Auftritte, doch diese Pleite tut besonders weh. Mit dem tapfer erkämpften 2:2 beim SSV Pölitz und dem erlösenden 4:0 gegen den VfL Tremsbüttel hatte die Mannschaft von Trainer Matthias Beeck zuletzt endlich so etwas wie Aufbruchstimmung entfacht. Damit ist nun erstmal Schluss, und das vor dem so wichtigen Spiel beim punktlosen SV Borussia Möhnsen.

Dann ist der Tabellenvorletzte, der schon neun Punkte vom rettenden Ufer entfernt ist, zum Siegen verdammt. Wobei Beeck dem Auswärtsspiel gegen den einzigen noch schlechter postierten Gegner keine besondere Bedeutung beimessen will: „Es ist egal, wie der Gegner heißt“, sagte der Coach, „wir müssen Punkte sammeln, um zur Rückrunde überhaupt noch eine Chance zu haben.“

Gastgeber gehen durch Elfmeter in Führung

Und das wäre gegen den Tabellenvierten aus dem Kreis Segeberg möglich, am Ende sogar eigentlich Pflicht gewesen. Im ersten Durchgang präsentierten sich die Gastgeber gut auf die langen Bälle des Gegners eingestellt, ließen nur wenige Torchancen des klaren Favoriten zu und wurden ihrerseits trotz des Fehlens von Torjäger Bastian Beth (privat verhindert) hin und wieder gefährlich. Die Leistung wurde mit einer umstrittenen Elfmeter-Entscheidung belohnt, nachdem Gästeverteidiger Christoph August zunächst den Ball gespielt und danach im Fallen Julian Wenzel mitgerissen hatte. Yannick Lütjohann verwandelte sicher (42. Minute).

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gäste jedoch wie ausgewechselt, beherrschten das Mittelfeld und wurden mit oft durch die Mitte vorgetragenem Kurzpassspiel fast im Minutentakt gefährlich. Die größte Chance vereitelte Jan-Niklas Vogt, der einen Schuss von Obenaus von der Linie grätschte (50.). Als der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, half Hamberge nochmals der Gegner: Hans Reimers sah nach einer Stunde die Rote Karte, wohl wegen Beleidigung.

Ausgleich fällt erst in 86. Minute

Doch von der Überzahl war nichts zu sehen. Die Gäste bestimmten weiterhin das Geschehen und kamen zu weiteren Gelegenheiten. Die Konsequenz war der Ausgleich in der 86. Minute durch Lukas Schultz nach einem erneut durch die Hamberger Innenverteidigung gesteckten Pass. Bemerkenswert: In der Folge spielte die SG in Unterzahl auf Sieg und jubelte nach Obenaus Schuss, der an mehreren Beinen vorbei an den Innenpfosten rauschte, über nicht mehr für möglich gehaltene drei Punkte.

Sonntag sind alle Stormarner Verbandsligisten im Einsatz

„Das ist äußerst ärgerlich, zumal wir einen Punkt verdient gehabt hätten“, sagte Beeck. „Wir waren gegen eine Spitzenmannschaft dicht dran. Ich werde das Positive herausheben. Wir haben uns gut verkauft, sind auf dem richtigen Weg.“ Zum Abschluss der Hinrunde gastieren die Hamberger also am kommenden Sonntag (15 Uhr, Schwarzenbeker Straße) bei Borussia Möhnsen, sofern der Rasenplatz des Schlusslichts den Wetterverhältnissen standhält.

Spannend wird auch das nächste Auswärtsspiel der SG Sarau/Bosau, die direkt zum nächsten kriselnden Club nach Stormarn fährt. Sonntag (13 Uhr, Am Gemeindezentrum) wartet der auf dem Relegationsplatz stehende VfL Tremsbüttel. Dort hatte Trainer Marc Mandel nach der Klatsche in Hamberge, die den vorläufigen Tiefpunkt einer Negativserie bedeutete, seinen Rücktritt angeboten, jedoch volle Rückendeckung von der Spartenleitung und dem Gesamtverein erhalten. Nun sei die Mannschaft in der Pflicht, sagte Mandel Anfang dieser Woche.

Einen Zähler hinter Tremsbüttel auf dem ersten direkten Abstiegsplatz steht der SSV Pölitz, der aus den vergangenen zehn Spielen lediglich drei Punkte holte (drei Unentschieden, sieben Niederlage). Nun muss das Team von Jan-Christian Hack zum Tabellenfünften SC Rapid Lübeck (15.30 Uhr, Waisenallee).

Der achtplatzierte SSC Hagen Ahrensburg, der in dieser Saison wohl nichts mehr mit Aufstiegs- oder Abstiegskampf zu tun haben wird, empfängt den Tabellenachten SVG Pönitz (Sonntag, 15 Uhr, Hagener Allee).

SV Hamberge: Stapel – Möller, Vogt, Müller, M. Beth – Jasek, Lie – Tebelmann (73. Kröger), Röhrich (78. Lange), Wenzel (90.+1 Thater) – Y. Lütjohann