Stormarn
Basketball

Starkes Debüt von Vincent Beckmann aus Bargteheide

Bargteheides Debütant Vincent Beckmann (l.) behauptet sich gegen den Wedeler Finn Mohl.

Bargteheides Debütant Vincent Beckmann (l.) behauptet sich gegen den Wedeler Finn Mohl.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Der 19 Jahre alte Basketballer war auf Anhieb zweitbester Werfer im Regionalligateam des TSV Bargteheide. Die Details zum Spiel.

Bargteheide.  Basketballspieler Vincent Beckmann bezeichnet sich selbst als „waschechter Bargteheider Jung“. Der 19-Jährige ist im Ort aufgewachsen, die Familie lebt noch immer dort. Das Trikot einer Basketballmannschaft des TSV Bargteheide hat Beckmann – bis vor Kurzem – aber nie getragen. „Früher, als ich mit dem Basketballsport begann, gab es beim TSV keine Jugendmannschaften. Und als ich alt genug für die Herren war, befanden diese sich gerade im Aufbau“, sagt er mit einem Lächeln. „Nun bin ich froh, dass es endlich geklappt hat.“

In der Heimpartie gegen die zweite Mannschaft des SC Rist Wedel gab der 19-Jährige sein Debüt vor rund 100 Zuschauern in der Sporthalle am Louise-Zietz-Weg. Obwohl die Bargteheider am dritten Spieltag der Regionalliga Nord gegen die Gäste eine 54:62 (30:41)-Niederlage kassierten, war Beckmann mit sich und seiner Leistung zufrieden. Er sagt: „Dass der Teamerfolg ausgeblieben ist, ist natürlich ärgerlich. Dennoch war ich überrascht, wie gut ich mich auf Anhieb in der Mannschaft zurechtgefunden habe und auf dem Spielfeld einige Akzente setzen konnte.“

Mit elf Punkten zweiterfolgreichster Werfer der Gastgeber

Die Statistik spricht die gleiche Sprache: Mit elf Punkten war Bargteheides Neuzugang zweiterfolgreichster Werfer der Gastgeber. Nur Centerspieler Tobias Schümann wies mit 16 Zählern eine bessere Quote vor. Die weiteren Punkte für die Bargteheider erzielten Drazen Bogicevic (8), Jacob Gäde, Torben Gode (je 6), Lukas Fleischhauer (4) und Sebastian Wichmann (3).

Dass Beckmann in seinen Heimatort zurückgekehrt ist, verdankt er einer aus beruflicher Sicht eher unerfreulichen Entwicklung. Ursprünglich wollte Beckmann im sächsischen Dresden Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften studieren und zum ProB-Ligisten Dresden Titans wechseln, erhielt aber von der dortigen Universität eine Absage. Zum Wintersemester 2020 will er nun einen weiteren Versuch starten.

Dass seine Eltern Claudia und Stefan sowie Schwester Mirja, die für die BG ’89 Rotenburg/Scheeßel in der Zweiten Bundesliga Nord auf Punktejagd geht, seinen ersten Auftritt im Team der Bargteheider vor Ort mit kritischen Augen verfolgten, störte ihn keineswegs. Der 2,03 Meter große Forward lächelt und sagt: „Das bin ich von meinen vorherigen Vereinen gewohnt.“

Spielertrainer Heimann ist vom 19-Jährigen begeistert

Beckmann spielte zuvor für das Nachwuchs-Bundesligateam der Eisbären Bremerhaven und für die BSG Bremerhaven in der Zweiten Regionalliga Nord.

Spielertrainer Boris Heimann, der den urlaubenden Headcoach Said Ghalamkarizadeh vertrat, war von dem Debüt des 19-Jährigen beeindruckt. „Nicht nur spielerisch ist Vincent ein großer Gewinn für uns“, sagt der 42 Jahre alte Aufbauspieler der „Bees“. „Er passt vom Charakter her perfekt in die Mannschaft, ist bodenständig geblieben und hat sich problemlos ins Mannschaftsgefüge integriert. Wir sind sehr froh, dass Vincent endlich bei uns im Team ist und nicht nur ab und zu als Gast beim Training erscheint.“

Wie schon im vergangenen Jahr nutzte Beckmann während eines Besuches in der Heimat ab und zu die Gelegenheit, gemeinsam mit den „Bees“ zu trainieren. „Deshalb kenne ich die meisten Jungs und hatte richtig Bock darauf, ein Teil der Mannschaft zu sein“, sagt der 19-Jährige.

Heimann schickte Beckmann erstmals zu Beginn des zweiten Viertels auf das Spielfeld. Dieser dankte es ihm umgehend mit zwei erfolgreichen Abschlüssen. „Vincent war von der ersten Sekunde an präsent. Die Mannschaft spürte: ,der Ball muss zu ihm, Vincent ist gut drauf’“, sagt Heimann.

Am Sonnabend, 19. Oktober, Spiel gegen Itzehoe Eagles

Auf die Niederlage gegen Wedel angesprochen ebbt die gute Laune bei dem 42-Jährigen jedoch ab. „Im Angriff haben wir leider zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagt er. „In der Abwehr hat es etwas besser geklappt. Gegen einen schnellen und gut ausgebildeten Gegner wie Wedel nur 62 Punkte zu kassieren, ist sicherlich keine Schande.“

Auch wenn die „Bees“ die zweite Saisonniederlage hinnehmen mussten: Der Teamspirit stimmt, die Stimmung unter den Spielern ist gut. Heimann ist von der Qualität des Kaders mit gleich fünf Spielern jenseits der Zwei-Meter-Marke überzeugt. Er sagt: „Wenn es uns gelingt, die körperliche Überlegenheit mit der individuellen Qualität zu kombinieren und geschlossen als Team aufzutreten, brauchen wir uns vor keiner Mannschaft zu verstecken, dann gehören wir zu den besten Teams der Liga.“

Das können die Bargteheider bereits am kommenden Wochenende unter Beweis stellen: Am Sonnabend, 19. Oktober, treffen sie auswärts auf die zweite Mannschaft der Itzehoe Eagles. Beginn der Partie in der Sporthalle des Sophie-Scholl-Gymnasiums (Am Lehmwold) ist um 18 Uhr.