Stormarn
Tischtennis

Streit ums Geld überschattet Sieker Saisondebüt

Adrian Wiecek bot bei seinem ersten Einsatz für die Sieker ein beeindruckende Leistung.

Adrian Wiecek bot bei seinem ersten Einsatz für die Sieker ein beeindruckende Leistung.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Herrenmannschaft muss sich gegen Hannover 96 mit 5:5 begnügen. Ex-Spieler Wang Yansheng fordert noch 4600 Euro vom Förderverein.

Siek.  Vor wenigen Monaten bei der Verabschiedung von Wang Yansheng lagen sie sich noch mit Tränen in den Augen in den Armen, beim Wiedersehen zwischen dem langjährigen Tischtennis-Aushängeschild des SV Siek und Teammanager Klaus Bergmann war die Atmosphäre eher frostig: Beide stritten sich – von den meisten Zuschauern unbemerkt – am Rande des Sieker Drittliga-Saisondebüts gegen Hannover 96 ums Geld.

Beteiligte sehen sich wohl vor Gericht wieder

„Ich fühle mich abgezockt“, sagte Wang. Der Förderverein der Tischtennisabteilung schulde ihm aus der vergangenen Saison noch 4600 Euro, so der langjährige Sieker Spielertrainer, der die Stormarner im Sommer nach 15 Jahren verlassen hatte und nun extra in die Halle gekommen war, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen.

„Wir sehen das ganz anders“, entgegnete Bergmann in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Fördervereins, der in Siek vor einigen Jahren gegründet wurde, um den Sportverein finanziell zu entlasten. Der Förderverein schließt die Verträge mit den Spielern und stellt diese an den Verein ab. Wang habe wesentliche Vertragsinhalte nicht erfüllt, sei im Frühjahr über Monate nicht zum Training erschienen, sagte Bergmann. „Wir haben ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass er Leistungen, zu denen er sich mit der Vertragsunterschrift verpflicht hat, nicht erbringt. Geändert hat es nichts.“ Nun sehen sich beide Seiten wohl demnächst vor Gericht wieder.

Verein suspendiert Valentin Nad Nemedi

Die Sieker haben aber noch einen zweiten Problemfall: Bei Valentin Nad Nemedi sind zugesagte Zahlungen wohl verzögert erfolgt. Er hat sich deshalb nach dem Abschlusstraining am Vorabend des ersten Spiels in die Bahn gesetzt und ist zurück nach Bremen gefahren. Bergmann: „Wir haben ihn daraufhin aus disziplinarischen Gründen suspendiert, er hat die Mannschaft im Stich gelassen und wird nicht mehr für uns spielen.“

Gehen beim SV Siek jetzt etwa die Lichter aus? Müssen die Tischtennis-Fans fürchten, dass ihre Mannschaft aus finanziellen Gründen die gerade erst begonnene Saison womöglich gar nicht zu Ende spielen kann? Bergmann beruhigt: „Die Saison ist gesichert“, sagte er. Bisher sei der Förderverein seinen Verpflichtungen gegenüber den Spielern stets nachgekommen. Das werde auch so bleiben. Manchmal könne es dabei zu Verzögerungen kommen, aber das wüssten die Spieler. Deshalb sei man von Nad Nemedis Reaktion überrascht worden.

Neuer Spieler mit beeindruckendem Debüt

Im Spiel gegen Hannover 96 half Matthias Bluhm aus der in der Oberliga spielenden zweiten Mannschaft aus: Zum erhofften Sieg reichte es allerdings nicht: Dass es gegen den von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelten Aufsteiger lediglich ein 5:5 gab, deutet darauf hin, dass es die Stormarner ohne Nad Nemedi schwer haben werden, die Klasse zu halten.

Das erste Saisonspiel bot aber auch Positives: Beispielsweise das beeindruckende Debüt des neuen Spitzenspielers Adrian Wiecek. Der 24 Jahre alte Pole gab sowohl im Doppel an der Seite von Daniel Cords als auch in seinen beiden Einzel-Matches gegen Maximilian Dierks und den Italiener Carlo Rossi keinen Satz ab.

„Ich habe selten einen so athletischen und variablen Spieler gesehen“, sagte Hallensprecher Thomas Hansen-Siedler begeistert. „Mit seinen Tempowechseln ist er für die Gegner nur schwer ausrechenbar.“ Die beiden übrigen Punkte gewannen Cords und der litauische Neuzugang Rimas Lesiv. Ersatzmann Bluhm hatte Pech, verlor zweimal knapp in fünf Sätzen.

Tags darauf beim 1:6 auswärts gegen Titelfavorit Hertha BSC bekam dann aber auch Wiecek seine Grenzen aufgezeigt. In drei Matches blieb er ohne Satzgewinn. Den Ehrenpunkt holte Lesiv, der den Ex-Sieker Deniz Aydin mit 3:1 besiegte. Achtbar war aber auch der Auftritt von Ersatzmann Sven Stürmer beim 1:3 gegen den früheren Deutschen Meister Torben Wosik.

SV Siek – Hannover 96: 5:5, Doppel: Rimas Lesiv/Matthias Bluhm – Carlo Rossi/Richard Hoffmann 7:11, 8:11, 14:12, 8:11; Adrian Wiecek/Daniel Cords – Dominik Jonack/Heye Koepke 11:3, 11:4, 11:7; Einzel: Wiecek – Maximilian Dierks 11:6, 11:7, 11:8; Cords – Rossi 3:11, 11:2, 12:10, 9:11, 7:11; Lesiv – Hoffmann 8:11, 9:11, 5:11; Bluhm – Jonack 9:11, 15:13, 11:7, 6:11, 9:11; Wiecek – Rossi 11:7, 11:7, 13:11; Cords – Dierks 9:11, 11:8, 13:11, 11:8; Lesiv – Jonack 12:10, 9:11, 12:10, 11:9; Bluhm – Hoffmann 13:11, 9:11, 11:13, 12:10, 6:11