Stormarn
Fussball

Eichedes Oberligateam fällt in Überzahl auseinander

Voller Einsatz auf regennassem Boden: Der Flensburger Marcel Cornils (am Boden) grätscht Eichedes Tom Wittig den Ball vom Fuß.

Voller Einsatz auf regennassem Boden: Der Flensburger Marcel Cornils (am Boden) grätscht Eichedes Tom Wittig den Ball vom Fuß.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Fußballer lassen sich nach einem verschossenen Elfmeter auskontern und verlieren gegen Weiche Flensburg II mit 2:4.

Steinburg. Der SV Eichede führte gegen Weiche Flensburg II verdient mit 1:0, als Niko Hasselbusch in den Strafraum eindrang und dabei einen Elfmeter sowie eine Rote Karte für den Gegner herausholte. In einem normalen Fußballspiel hätte diese Szene den Heimsieg der Stormarner Oberligafußballer besiegelt. An diesem verregneten Sonntag aber leitete die 48. Minute den Zusammenbruch des SVE ein. Eine Dreiviertelstunde später fragten sich im Ernst-Wagener-Stadion alle, wie diese Partie mit einem 2:4 enden konnte.

Ugur Dagli verschießt Elfmeter

Auch Eichdes Trainer reihte sich in die Schar der Rätselnden ein: „Wir haben das Spiel wunderbar im Griff gehabt, sehr geduldig, sehr ordentlich gespielt“, sagte Denny Skwierczynski. „Von daher ist so ein Ergebnis unheimlich bitter und direkt nach dem Spiel kaum zu erklären. Da muss man ein bisschen suchen.“ Bei der Fehlersuche wird der Coach zunächst auf das Videomaterial zurückgreifen, um zu sezieren, wie sich seine Mannschaft derart auskontern lassen konnte. In Überzahl. Viermal.

Eichede kontrolliert das Spiel eine Halbzeit lang

Doch der Reihe nach: Flensburgs Regionalliga-Reserve begann für ein Team, das die Tabellenspitze erklimmen konnte, erstaunlich passiv und agierte bei den wenigen Umschalt-Situationen fahrig. Der SV Eichede dagegen suchte kontrolliert die Lücken und ging nach einer halben Stunde durch einen der vielen Distanzschüsse von Jonathan Stöver verdient in Führung. Das schien sich nach dem Seitenwechsel fortzusetzen, Hasselbusch war von Finn Lorenzen nur durch ein Foul zu bremsen, Schiedsrichter Malte Göttsch entschied auf Notbremse – Rot. Das 2:0 wäre wohl die Entscheidung gewesen. Obwohl Stöver zuletzt gegen den SV Todesfelde (1:1) verwandelt hatte, schnappte sich diesmal Ugur Dagli den Ball – und scheiterte an Keeper Raphael Straub.

Stormarner wirken nach Ausgleich geschockt

Das Drama begann spätestens mit dem anschließenden Eckball, denn der führte direkt zu einem Konter und dem Ausgleich durch Marvin Ibekwe (50. Minute). Dieses Gegentor regte Skwierczynski besonders auf: „Ein Gegentor nach einem Eckball ist ein No-Go, eine Katastrophe, in einer Situation, wo wir das Spiel so im Griff haben und der Gegner froh ist, dass es nur 1:0 steht. Das ist noch schlimmer als der verschossene Elfmeter.“

Eichede wirkte geschockt und lud die Gäste, die in der Offensive nun ihre Qualität zeigten, zum Kontern ein. Im Anschluss an einen Distanzschuss von Peer-Maurice Ehlers durfte Bjarne Schleemann unbedrängt vollenden (66.). Nach einer durch Hasselbusch vergebenen Großchance traf Ibekwe über den aus seinem Kasten geeilten Marcel Gevert hinweg (72.) und legte neun Minuten später zum 4:1 durch Marcel Cornils auf, als Eichedes Abseitsfalle versagte. In der Schlussminute ermöglichte ein weiterer Elfmeter – diesmal schoss wieder Stöver – den Endstand.

Trainer spricht von „Rückfall in vergangene Zeiten“

Einige Erklärungsansätze lieferte Skwierczynski noch vor seiner ausführlichen Video-Analyse: „Das sind individuelle und mannschaftstaktische Stellungsfehler. Wir sichern diese Konter nicht ab, weil wir nicht aufmerksam verteidigen, in Ballbesitz nicht die Gegner im Auge haben und diese Pässe in die Tiefe zulassen.“ Die Pleite und ihr Zustandekommen bewertete der Coach als einen „Rückfall in vergangene Zeiten“. Er sei selbst überrascht von seiner Mannschaft, die schon in den ersten Saison-Wochen vergleichbare Spiele aus der Hand gegeben hatte. „Das war ja so ähnlich wie gegen den PSV Neumünster. Ich hätte nicht gedacht, dass wir noch mal so wegbrechen.“

Skwierczynski hofft auf Lerneffekt

Es bleibt die Hoffnung, dass die junge Mannschaft mittelfristig aus diesen Erlebnissen lernt. Skwierczynski: „Wir haben heute richtig in die Fresse bekommen, also richtig in die Fresse bekommen. Vielleicht ist das für viele junge Spieler das richtige Zeichen, dass man niemals sicher sein und niemals nachlassen darf, wenn man in dieser Klasse oder höher Fußball spielen will.“

SV Eichede: Gevert – Steinfeldt, Schubring, Pichelmann – Ehlers (68. Richter), Zaske – Bieche (90. Heskamp), Stöver, Wittig (81. Wahl) – Dagli, Hasselbusch