Stormarn
Freiwasserschwimmen

Barsbütteler ist neuer Bundestrainer für Nachwuchssportler

Constantin Depmeyer geht die neue Aufgabe mit dem nötigen Enthusiasmus an

Constantin Depmeyer geht die neue Aufgabe mit dem nötigen Enthusiasmus an

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Der 38-Jährige Constantin Depmeyer ist künftig für den Nachwuchs im Freiwasserschwimmen verantwortlich.

Barsbüttel. Als „Extremsport im Einklang mit der Natur“ beschreibt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) auf seiner Internetplattform Langstreckenrennen in offenen Gewässern. Seit 1995 trägt der DSV Deutsche Meisterschaften im Freiwasserschwimmen aus. Seit 2008 ist der Schwimmmarathon über zehn Kilometer auch olympische Disziplin.

Immer mehr junge Schwimmsportler zieht es in die freie Natur. Ein Trend, auf den der DSV kürzlich mit folgender, aus Stormarner Sicht ebenso überraschender wie erfreulicher Meldung reagierte: „Constantin Depmeyer hat seine Tätigkeit als Bundestrainer Nachwuchs Freiwasser des Deutschen Schwimm-Verbandes aufgenommen.“

Anfang des Jahres bewarb sich der 38 Jahre alte, leitende Trainer der SG Stormarn Barsbüttel erfolgreich auf eine Stellenausschreibung des Verbandes. Von den Aufgaben der neu etablierten Stelle hat Depmeyer klare Vorstellungen: „Die sportliche Grundlage bleibt das Beckenschwimmen. Kinder und Jugendliche sollen parallel die Möglichkeit haben, die Leidenschaft für das Freiwasserschwimmen zu entdecken. Später sollen sie selbst entscheiden, ob sie ihre sportliche Laufbahn im Becken, im offenen Gewässer oder sogar in beiden Disziplinen fortführen“, sagt der 38-Jährige, der Trainer der SG Stoba bleibt.

Depmeyer will Kaderathleten optimale Betreuung bieten

Grundlage, um am Ende der Ausbildung den richtigen Weg einzuschlagen, sei eine möglichst hohe Grundgeschwindigkeit über 400, 800 und 1500 Meter Freistil kombiniert mit einem hohen Erfahrungsschatz im Freiwasser, so Depmeyer weiter. Als tragende Säule des neuen Aufgabengebiets führt er den regelmäßigen Dialog mit den verantwortlichen Ausbildern vor Ort an. „Bundesweit gibt es eine große Anzahl hervorragender Vereins- und Stützpunkttrainer. Ich sehe mich auch als eine Art Schnittstelle eines kontinuierlichen Austausches an Erfahrungen und Ideen“, sagt Depmeyer. „Mit gezielten Maßnahmen soll zudem sichergestellt werden, dass Kaderathleten bei nationalen und internationalen Wettkämpfen bestmögliche Bedingungen vorfinden und optimal betreut werden.“

In den vergangenen Jahren haben Athleten des DSV dazu beigetragen, dass sich das Schwimmen im Freiwasser international weiterentwickelt. Thomas Lurz (SV Würzburg), Bruder des derzeitigen Bundestrainers Stefan Lurz, bestimmte lange Zeit Wettkämpfe auf Europa- und Weltniveau. Florian Wellbrock (SC Magdeburg) ist amtierender Weltmeister über 1500 Meter Freistil und über die Zehn-Kilometer-Distanz. Als zweifache Welt- und Europameisterin zählt Freiwasserspezialistin Angela Maurer (SSV Undine) ebenfalls zu den Aushängeschildern des DSV.

Marathonschwimmer sind extremen Bedingungen ausgesetzt

Für die Entwicklung eines Jugendlichen sei ein behutsamer Aufbau oberstes Gebot, sagt Depmeyer. „Es macht keinen Sinn, einen Zwölfjährigen auf die Zehn-Kilometer-Distanz vorzubereiten.“ In den Verbandsstatuten ist klar geregelt: Wettkämpfe bei Kindern bis zu einem Alter von 13 Jahren sind begrenzt auf 2,5 Kilometer, 14- und 15-Jährige dürfen maximal über fünf Kilometer starten. Die beiden nächstälteren Jahrgänge können bis zu 7,5 Kilometer schwimmen, während den 18- und 19-Jährigen auch die zehn Kilometer zur Auswahl stehen. Depmeyer: „Die Belastungsdauer ist enorm hoch. Ein Athlet muss in der Lage sein, nach eineinhalb Stunden höchster physischer und mentaler Belastung im letzten Viertel ein Rennniveau wie über 1500 Meter Freistil abzuliefern.“

Dabei ist das rechtzeitige Auffüllen der Energiespeicher wichtig. Salzwasser, Hitze, Kälte oder hoher Wellengang verlangen einem Marathonschwimmer alles ab. Der Körper verlangt nach isotonischen und kohlehydrathaltigen Getränken. Diese werden dem Schwimmer von einem Steg oder Beiboot aus mit einem sogenannten Feeding-Stick überreicht, an dem ein Pappbecher fixiert wird.

Auch die Freiwasserschwimmerinnen der SG Stoba sorgten vor Kurzem für Schlagzeilen: Elea Linka holte bei den Europameisterschaften der Junioren in Racice (Tschechien) mit der Deutschen 4x1,25-Kilometer-Staffel der U19 die Silbermedaille. Bei den nationalen Titelkämpfen in Burghausen (Bayern) sicherte sich Linka über zehn Kilometer in der Junioren-Wertung ebenfalls silbernes Edelmetall, in der offenen Klasse wurde sie Dritte. Lotta Steinmann gewann in der Mastersklasse über 2,5 und fünf Kilometer Gold, Hannah Gätjen über 2,5 Kilometer in ihrem Jahrgang (2006) Silber.