Stormarn
Regionalliga Nord

Eichedes Aufwärtstrend ist gestoppt

Amin Ahmed (M., SV Eichede) wird von Phillip Tietz (l.) und Armend Kabashi (beide Eintracht Braunschweig II) in die Zange genommen

Amin Ahmed (M., SV Eichede) wird von Phillip Tietz (l.) und Armend Kabashi (beide Eintracht Braunschweig II) in die Zange genommen

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Nach 1:3 bei Eintracht Braunschweig II bleiben die Stormarner Fußballer Schlusslicht in der Regionalliga Nord.

Braunschweig.  Als Martin Steinbek wenige Minuten nach der Niederlage seines SV Eichede auf dem Nebenplatz des Braunschweiger Eintracht-Stadions stand, äußerte er eine Erkenntnis, die sich für ihn wie ein Lob und ein Rückschlag zugleich anfühlen musste. „Die anderen Mannschaften hatten sich nicht mit uns beschäftigt. Jetzt war der Gegner auf uns vorbereitet“, sagte der Trainer der Stormarner Fußballer nach dem 1:3 (0:1) bei der U23 des Zweitligisten.

Der SVE wird nach zuvor zwei Siegen in Folge also offenbar wieder ernstgenommen in der Regionalliga Nord – was ihm in Braunschweig möglicherweise zum Verhängnis wurde. Denn obwohl der Gegner selbst vom Abstieg bedroht ist und zu Hause bislang erst einmal gewonnen hatte, machten die Niedersachsen mit einem nicht gerade glänzenden aber eben disziplinierten Auftritt einen deutlichen Qualitätsunterschied deutlich.

In der Anfangsphase nahmen die Steinburger den Schwung aus den beiden Siegen gegen Hannover 96 II und Lupo Martini Wolfsburg mit. Ridel Monteiro, jüngst Doppeltorschütze, harmonierte auf der linken Außenbahn wieder mit seinem Bruder Eudel und schoss zweimal gefährlich auf das Tor. Evgenij Bieche sorgte über die rechte Seite mit einigen geschmeidigen Sololäufen für gute Ansätze. Doch der SVE bremste sich durch Ungenauigkeiten, insbesondere bei zwei aussichtsreichen Kontermöglichkeiten, selbst aus und verlor zusehends die Kontrolle. Zahlreiche lange Bälle auf Mats Facklam und Pawel Lysiak konnten von den Stürmern nicht verarbeitet werden. So erstickte das angestrebte Umschaltspiel immer wieder schon im Keim.

Pech hatten die Gäste dann jeweils kurz vor und nach der Pause. In der 44. Minute parierte Torwart Julian Barkmann einen satten Schuss von Andrei Blejdea, verlor dann aber die Orientierung und kam zu spät gegen Maximilian Sauer, der den Abpraller zur Führung einköpfte. Fünf Minuten nach dem Wiederbeginn lief Lysiak auf das Tor zu, wurde dabei von Ex-Profi Deniz Dogan (23 Bundesligaspiele für die Eintracht) zu Fall gebracht – doch Elfmeter gab es nicht. „Aus meiner Sicht war das ein ganz klares Foul. Wenn ein Stürmer in dieser Position ist, lässt er sich nicht absichtlich fallen“, sagte Steinbek. „Ob wir das Spiel durch den Elfmeter gedreht hätten, weiß ich nicht, aber ein 1:1 hätte sicher neue Kräfte freigesetzt.“ Schon im ersten Spiel des Jahres beim TSV Havelse (0:1) hatten die Stormarner vergebens einen Strafstoß gefordert. Steinbek: „Der kleine SV Eichede muss sich mehr strecken als andere. Wahrscheinlich ist es einfacher für den Schiedsrichter, nicht zu pfeifen, als Braunschweig wehzutun.“

Als nur zwei Minuten nach der strittigen Szene um den auch sonst wieder glücklosen Lysiak Eichedes Mittelfeld keinen Zugriff bekam, Rechtsverteidiger Eyke Kleine mit einer überhasteten Grätsche ins leere rutschte und Braunschweigs Stürmer Maik Lukowicz zum 2:0 traf (53.), war die Partie quasi entschieden. Mit einem sehenswerten Heber über Barkmann hinweg legte Lukowicz nach (66.). Der eingewechselte Torge Maltzahn sorgte mit einem Schlenzer aus der Distanz in den Winkel immerhin für einen sehenswerten Schlusspunkt (88.). „Braunschweig war mit Abstand unser stärkster Gegner. Unsere Leistung will ich deswegen gar nicht schmälern“, sagte Steinbek.

Deutliche Worte fand Verteidiger Yannick Petzschke, der zum einen das 0:1 auf seine Kappe nahm, „auch wenn es meiner Meinung nach ein Stürmerfoul war“, zum anderen einräumte, dass die Partie in Braunschweig „das wichtigste Spiel überhaupt in den letzten Wochen“ war. „Wir haben zu schlecht verteidigt, bei allen Gegentoren individuelle Fehler gemacht.“

Der Sprung auf den vorletzten Tabellenplatz ist durch eine verdiente Niederlage verpasst und am Sonntag kommt auch noch Spitzenclub Weiche Flensburg, der den Stormarnern im Hinspiel schonungslos die Grenzen aufgezeigt hatte. War es das also schon wieder mit der Aufholjagd? Noch ist nicht alles verloren. Dass Weiche Punkte in Eichede lässt, ist zwar kaum vorstellbar. Danach folgen aber wieder drei Partien gegen Gegner, die der SVE schlagen kann – und muss.

Möglich, dass der zuletzt aus der Startelf gerutschte Nico Fischer schon gegen Flensburg wieder auf dem Platz steht. Für seine Rote Karte von der Bank aus vor einer Woche gegen Lupo Martini wurde der Außenverteidiger nur für eine Partie, also jene in Braunschweig, gesperrt und ist somit wieder spielberechtigt.

SV Eichede: Barkmann – E. Monteiro,Krajinovic, Petzschke, Kleine – R. Monteiro, Lohmann, Ahmed (57. Maltzahn), Bieche(75. Janelt) – Facklam (57. Peters), Lysiak.