Stormarn
Tennis

Tennistalente spielen beim Junior-Cup in Lütjensee groß auf

Rückhand von Noma Noha Akugue: Das Talent vom TSV Glinde unterlag im Halbfinale der Hessen-Meisterin Luise Reisel

Rückhand von Noma Noha Akugue: Das Talent vom TSV Glinde unterlag im Halbfinale der Hessen-Meisterin Luise Reisel

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Das erste Jugenturnier des TCL glänzte aber nicht nur mit hochklassigem Sport, sondern auch mit einer perfekten Organisation.

Lütjensee.  Ein letztes Mal lässt Elke Ring Lual den Blick über die mittlerweile menschenleere Anlage des Tennis-Clubs Lütjensee schweifen. Anschließend ist auch für die 54 Jahre alte Organisatorin das viertägige Tennisspektakel an der Großenseer Straße endgültig Geschichte.

Ring Lual ist erschöpft, aber glücklich. Sie sagt: „Das Jugendturnier bei Spielern, Angehörigen und Zuschauern gut angekommen. Viele Tennistalente haben sich vor der Abreise gemeinsam mit ihren Eltern bei uns bedankt und versprochen, kommendes Jahr zur zweiten Auflage des Junior-Cups wiederzukommen.“

Ihre Gedanken kreisen bereits um das Turnier im kommenden Jahr, als sie sagt: „Bis auf Kleinigkeiten ist bei unserem Debüt alles glatt gelaufen. Manches werden wir das nächste Mal besser machen. Wir wollen zum Beispiel die Region und ihren Freizeitwert verstärkt einbinden.“

Einige junge Tennistalente nutzten schon diesmal den mehrtägigen Aufenthalt in Stormarn, um sich in Schleushörn auf der Abenteuer-Golf-Anlage zu vergnügen oder ein Schnuppertraining im Golfclub Siek/Ahrensburg zu absolvieren. Und in der Tennishalle des TC Lütjensee vertrieben sich einige Spieler in den Pausen beim Tischtennis, Basketball oder Fußball die Zeit bis zum nächsten Match.

117 Nachwuchsspieler aus Deutschland – unter ihnen Top-Ten-Spieler ihrer Altersklassen – boten den Zuschauern Tennissport der Extraklasse. Stormarns Toptalent Noma Noah Akugue vom TSV Glinde bekam es im U14-Halbfinale mit der Ranglistenneunten Luise Reisel (TGS Bieber) zu tun. Gegen die Hessen-Meisterin blieb sie beim 0:6, 1:6 chancenlos.

Die Bürgermeisterin: Der Tennissport lebt in Lütjensee

Elmer Møller, der in seinem Heimatland Dänemark die U14-Rangliste anführt, in Europa Rang 13 belegt, geriet am letzten Turniertag beinahe noch in Zeitnot. Als ungesetzter Spieler erreichte er ohne Satzverlust das Finale, ließ Tjade Bruns (Bremer TC) beim 6:0, 6:0 nicht den Hauch einer Chance. Anschließend verabschiedete er sich vorzeitig, um seinen Flug nach Barcelona nicht zu verpassen. Dort steht für den jungen Dänen, der für den THC Neumünster aufschlägt, das nächste Turnier auf dem Programm.

Elke Ring Lual hat im vergangenen Jahr die Tennishalle an der Großenseer Straße erworben. Mit Simone Born, der Vorsitzenden des dort beheimateten TC Lütjensee, lag sie sofort auf einer Wellenlänge.

Mit der gemeinsamen Organisation des Jugendturniers ist Ring Lual ihrer Vision eines lebendigen Tennisvereins, der den Ansprüchen aller Alters- und Leistungsstufen gerecht wird, einen Schritt näher gekommen. Den beiden Frauen stand von Beginn an Marcel Bergvist-Hartung, ein in der Turnierorganisation erfahrener Oberschiedsrichter des Deutschen Tennis Bundes, zur Seite. „Die vielen Gespräche mit Marcel und seine tatkräftige Unterstützung haben dazu beigetragen, dass aus einer Idee ein Projekt wurde“, sagt Ring Lual.

Lütjensees Bürgermeisterin zeigte sich begeistert von der Durchführung und Präsentation des Turniers. „Der Tennissport lebt in unserer Gemeinde“, sagt Ulrike Stenzler. „Natürlich trägt eine Veranstaltung wie der Junior-Cup auch dazu bei, dass wir überregional wahrgenommen werden.“

An vier Tagen ein viel beschäftigter Mann war Helge Burandt. Der Physiotherapeut knetete mehr als 60 jugendliche Waden- und Schultermuskeln, behandelte kleine Blessuren und gab Tipps, wie man Verletzungen vorbeugt. „Mich hat überrascht, wie unbedarft einige Talente mit ihrer Gesundheit umgehen, aber auch wie dankbar sie Anregungen in Bezug auf vorbeugende Maßnahmen annehmen“, sagt der 49-Jährige.

Der Physiotherapeut hatte alle Hände voll zu tun

Doch nicht nur der Physio vor Ort vermittelte den jugendlichen Akteuren eine Atmosphäre ähnlich der eines Premium-Turniers für Erwachsene. Ein regelmäßig verkehrender Shuttle-Service zur Tennisanlage in Schleushörn – dort wurden ebenfalls einige Partien ausgetragen – , zu diversen Hotels oder zum Bahnhof Ahrensburg regelte die Transportfrage. Die Speisekarte der Vereinskantine bot eine Vielfalt an biologisch erzeugten Produkten der Region wie frisches Obst und Gemüse, Müsli, Vollkornnudeln, Ofenkartoffeln und frisch zubereiteten Obstsäften. Jasper, Leon, Janko und Casper, vier jugendliche Helfer, zogen nach jeder Partie die Plätze ab und säuberten die Linien.

Ein eigens für das Turnier engagierter Fotograf lichtete jeden Teilnehmer in Aktion ab. Das Hotel Lauenburger Hof in Trittau, das Landhaus Schäfer und das Hotel Schleushörn in Lütjensee sowie das Hotel Alte Schule in Siek beherbergten viele der auswärtigen Gäste.

„Wir haben einen Service geboten, den die meisten Talente vorher nicht gekannt haben“, sagt Elke Ring Lual. Die Finalisten traten zudem mit attraktiven Preisen in der Tasche – einem iPad oder Gutschein für ein iPhone 7 – die Heimreise an.

Sogar einen Plan B für den Fall von schlechtem Wetter hatte das Organisationsteam in der Tasche. „Bei Regen wären wir in die Tennishallen von Schleushörn, Ahrensfelde und Trittau ausgewichen“, sagt Elke Ring Lual.