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Handball

Ahrensburg feiert imposanten Sieg

Maren Eckert (Mitte, Ahrensburger TSV) erzielt acht ihrer zehn Tore von der Siebenmeterlinie aus

Maren Eckert (Mitte, Ahrensburger TSV) erzielt acht ihrer zehn Tore von der Siebenmeterlinie aus

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Handballfrauen bezwingen Tabellenvierten HTS/BW 96 mit 28:20. Matchwinnerin Maren Eckert ist mit zehn Treffern erfolgreichste Schützin.

Ahrensburg.  Die Handballfrauen des Ahrensburger TSV haben einen eindrucksvollen Sieg gegen die HTS/BW 96 Handball gefeiert. Dank des deutlichen 28:20 (15:12)-Erfolgs und nun 17 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Matthias Steinhoff in der Hamburg-Liga erster Verfolger des Spitzenquartetts HT Norderstedt (22), SG Wilhelmsburg (21), SG Niendorf/Wandsetal (21) und HTS/BW 96 (20).

„Das war unsere vielleicht beste Abwehrleistung, seitdem ich Trainer in Ahrensburg bin“, schwärmte Steinhoff, der das Team zu Beginn der vergangenen Spielzeit übernahm.

Maren Eckert war nicht nur aufgrund ihrer zehn Treffer beste Akteurin auf dem Spielfeld. Die 33 Jahre alte Rückraumspieler bewies auch in der Abwehr Übersicht und ging mit der nötigen Konsequenz zur Sache. „So überzeugend habe ich Maren in der Abwehr bisher noch nicht erlebt“, sagte der Trainer. Aber auch von der Siebenmeterlinie bewies die Ahrensburgerin Nervenstärke. Achtmal trat Eckert zum Strafwurf an, genauso oft holte Halstenbeks Torfrau Cornelia Henning den Ball aus dem Netz. Frech war der letzte Versuch zum 25:17, bei dem Eckert mit einem gefühlvollen Heber Henning überlistete.

„Bei einem knapperen Spielstand wäre ich voraussichtlich auf Nummer sicher gegangen“, sagte Eckert mit einem Lächeln. Lange Überlegen vor der Ausführung eines Strafwurfes ist allerdings nicht ihre Sache. „Mein Rezept ist einfach: ohne viel nachzudenken mit voller Wucht aufs Tor werfen. Denn sobald ich anfange zu überlegen, wohin ich den Ball werfe, beginnen bei mir die Nerven zu flattern.“

Für Eckert war der Erfolg gegen den Tabellenvierten vor allem ein Sieg für die Moral. „Nach den beiden Niederlagen gegen die SG Niendorf/Wandsetal und im Pokal-Achtelfinale gegen die SG Wilhelmsburg war es wichtig für unser Selbstvertrauen, nahtlos an die gezeigten Leistungen vor der Winterpause anzuknüpfen“, sagte die 33-Jährige. Für die Leistungssteigerung innerhalb des vergangenen halben Jahres hat sie eine Erklärung parat: „Als Mannschaft sind wir mittlerweile eingespielt. Und die Abläufe, die Matthias im Training immer wieder üben lässt, funktionieren problemlos nun auch im Spiel.“

Steinhoff bleibt trotz der ansehnlichen Darbietung seiner Mannschaft gelassen. „Ich habe zwar eine konzen­trierte, sehr gute Leistung gesehen aber auch gewisse Dinge, an denen wir weiter arbeiten müssen“, sagte der Coach. So nahm der 58-Jährige Mitte der ersten Hälfte beim Zwischenstand von 10:10 eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Steinhoff: „Wir waren in einer Phase, in der wir drei, vier Angriffe in Folge nicht erfolgreich abgeschlossen und den Gegner dadurch stark gemacht haben.“

Auch wenn Steinhoff als Trainer schwer zufrieden zu stellen ist, präsentiert sein Team sich stabiler und spielstärker als in der vergangenen Spielzeit. „Zu Beginn meiner Trainertätigkeit hat sich die Mannschaft auf ihre individuellen Stärken verlassen. Sie war bemüht, über lange Ballstafetten zum Erfolg zu kommen“, sagte Steinhoff. Mittlerweile stehe die mannschaftliche Geschlossenheit und das exakte Passspiel im Vordergrund. „Jede Spielerin kennt die Laufwege der anderen“, sagte der Coach, „gewisse Abläufe haben sich automatisiert.“

Aufkommende Euphorie nach der Glanzleistung gegen den Tabellenvierten unterbindet Steinhoff umgehend. „Natürlich sorgt so ein Auftritt für Feierstimmung“, sagte der Coach. „Die Spielerinnen sind nun aber gefordert, die gleiche Leistung auch gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen abzurufen. Bisher haben wir gerade in solchen Begegnungen mehr Krampf als Klasse abgeliefert.“

Erfreulich: Torfrau Lisa Hellmers stand nach mehrmonatiger Babypause erstmals wieder im Kader des Tabellenfünften. Die 29-Jährige hütete die letzten Minuten das Gehäuse der Schlossstädterinnen – und bewies mit mehreren Glanzparaden, dass sie nichts verlernt hat.

Kommenden Sonntag, 7. Februar, kommt die zweitplatzierte SG Wilhelmsburg in die Sporthalle des Schulzentrums Am Heimgarten. Steinhoff: „Die Hamburgerinnen haben zwar eindeutig die Favoritenrolle inne - verschenken werden wir die Punkte aber bestimmt nicht.“

Die weiteren Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Kirsten Mertgen, Lena David, Silke Wegers (je 4), Silke Thom, Antje Bründlinger (je 2), Eileen Wicher, Marion Nommensen (je 1).