Stormarn
Stapelfeld

Stapelfelds Bogenschützen feiern Jubiläum

Abteilung mit 164 Mitgliedern besteht seit 25 Jahren. Die Stormarner führen nach zwei Wettkampftagen die Bundesligatabelle an

Stapelfeld. Ein kalter Winterabend im Januar 1989. Mehrere Männer diskutieren im Stapelfelder Hof angeregt bei Bier und Wein über die Zukunft des ortsansässigen Sportvereins. Unter ihnen der damalige Bürgermeister Gerhard Stehr. „Gerhard brachte als erster die Idee auf den Tisch, im VSG Stapelfeld eine Bogensportabteilung zu gründen“, erinnert sich der heutige Abteilungsleiter Hans-Cristof Köhne, 69.

Der Vorschlag des Bürgermeisters traf auf offene Ohren. Einige Wochen später versammelte Otto Blume-Werry, damals Vorsitzender des Vereins, in der Dorfgaststätte Rainer und Elisabeth Matzanke, Harald Marxen sowie Hans-Cristof Köhne (damals Fußballobmann) um sich, um die Abteilung Bogensport ins Leben zu rufen.

„Nach 25 Jahren erfreut sich unsere Sportart ungebrochener Beliebtheit“, sagt Köhne heute. 164 Mitglieder zählt die Sparte. Das jüngste Mitglied ist acht, das älteste 87 Jahre alt. „Ein Vierteljahrhundert Bogensport im VSG muss natürlich gebührend gefeiert werden“, sagt der Abteilungsleiter. Der Forderung ihres Abteilungschefs werden Stapelfelds Sportschützen an diesem Sonnabend auf ihrer Anlage Am Drehbarg gern nachkommen.

Die ersten Versuche mit dem damals noch recht unbekannten Sportgerät wurden nicht Am Drehbarg, sondern auf der nahe gelegenen Sportanlage der Müllverbrennungsanlage gestartet – in Absprache mit der Fußballabteilung des VSG. Ein Plakat im Vereinshaus erinnert noch heute an den ersten öffentlichen Auftritt der Abteilung. Am 24. April 1990 lud die VSG die Bürger der Gemeinde zu einer Vorführung auf den Sportplatz an der Dörfergemeinschaftsschule ein.

„Rund 150 Neugierige kamen und staunten nicht schlecht“, sagt Köhne. „Auf die Schnelle gewannen wir vier oder fünf neue Mitglieder.“ Auch die Gemeinde Stapelfeld unterstützte die neuen Sportkollegen und finanzierte deren erste eigene Unterkunft. „Ich hatte schon länger ein Auge auf drei an der Autobahnabfahrt Ahrensburg stehende Container geworfen, die bis Anfang der 1990er-Jahre dem Deutschen Roten Kreuz als Unterschlupf dienten“, sagt Köhne. Als das DRK sie nicht mehr nutzte, rollten Tieflader an und transportierten die Räume auf den Sportplatz an der Müllverbrennungsanlage. Die Gemeinde bezahlte.

Das Schicksal meinte es weiterhin gut mit den Stapelfelder Bogensportlern. Die Geschäftsleitung der Müllverbrennungsanlage bot ihnen ein eigenes Gelände Am Drehbarg (ehemals Lütten Damm) an. „Mit Schweiß und viel Herzblut haben wir mehr als zwei Monate lang das Grundstück von einem 60 Zentimeter hohen Bewuchs befreit“, sagt Köhne. Am 21. Juni 1991 wurde die Anlage eingeweiht und wuchs dank des Engagements der Mitglieder und der Unterstützung der Gemeinde zu einem wahren Schmuckstück der nationalen Bogensportszene.

Immer wieder waren die Stapelfelder zur Stelle, wenn der Deutsche Bogensport-Verband (DBSV) auf der Suche nach einem Ausrichter von Deutsche Meisterschaften, Titelkämpfen auf Landesebene oder Finalrunden der Bundesliga war. Den Wechsel 1991 vom Deutschen Schützenbund zum DBSV hat Köhne nicht bereut. „Der DBSV ist ein Verband nur für Bogensportler, in dem wir uns seit Jahren bestens aufgehoben fühlen“, sagt er.

Etwa zur gleichen Zeit rief die Bogensportabteilung eine Partnerschaft mit dem VSG Weitenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) ins Leben. Nicht nur das gemeinsame Interesse am Sport, auch der Wunsch zu helfen einte beide Clubs. Innerhalb eines Jahres kamen zugunsten der Kinderkrebsstation des Universitätsklinikums Greifswald 13.000 Mark zusammen.

1993 führte der Verband die Bundesliga ein. Die Bilanz der Stapelfelder mit drei Meistertiteln, zwölf Vizemeisterschaften und einem dritten Rang ist beeindruckend. Der vierte Titelgewinn soll in diesem Jahr geschafft werden. Es sieht gut aus für die Stormarner nach zwei Spieltagen: Sie führen die Tabelle mit 17:1 Punkten an. Die Entscheidung fällt am Wochenende 14./15. Juni im niedersächsischen Kakenstorf.

Der 12. Juli 2009 indes ist als schwarzer Tag in die Geschichte des Vereins eingegangen. Ein Feuer zerstörte das Vereinsgebäude mit Büro und Aufenthaltsräumen. Der Schaden betrug 25.000 Euro. Die Brandursache wurde nie aufgeklärt.

„Unsere Mitglieder haben das Vereinsheim wieder aufgebaut“, sagt Köhne stolz. Der 69-Jährige will dem Bogensport noch lange treu bleiben. „Ich schieße jetzt in der höchsten Altersklasse“, sagt er. „Da sind die Scheiben maximal 60 Meter weit weg, also brauch’ ich nicht mehr viel zu laufen.“