Stormarn

Oststeinbeker SV startet mit Lauftest

Oberligafußballer bereiten sich wissenschaftlicher denn je vor. Gideon Knüppe will zurück an den Meessen. 400 Sitzplätze für Saisoneröffnung.

Oststeinbek. Als einer der ersten Oberligaclubs haben die Fußballer des Oststeinbeker SV das Training aufgenommen. Sechs Wochen nachdem die Stormarner den Sprung in die fünfte Liga perfekt machten, bat Stefan Kohfahl seine Schützlinge zur ersten Einheit der neuen Saison. Einige Leistungsträger fehlten noch beim Aufgalopp der "Men in Black", doch klar ist: Der Kader bleibt größtenteils zusammen. Erstmals seit Jahren ist der Trainer nicht zum personellen Umbruch gezwungen.

Anfragen von interessierten Spielern gäbe es dabei genug, um eine neue Mannschaft zu formen, und so tummelten sich auch zahlreiche Testspieler auf dem Kunstrasenplatz, um sich für ein Engagement beim OSV zu empfehlen. Darunter befand sich auch ein alter Bekannter. Gideon Knüppe spielte bis 2012 am Meessen, ehe er zum FC Sylt und von dort zum NTSV Strand 08 wechselte. "Er will unbedingt wieder bei uns spielen", sagte Kohfahl, der den Innenverteidiger schon im Winter zurückholen wollte, ihm inzwischen allerdings "ein verlorenes Jahr" bescheinigt. Dass sich der 20-Jährige im Fitnessbereich zurückentwickelt hat, deckte der Coach gnadenlos auf. Den Dauerlauf mit Tempovorgabe musste Knüppe als erster abbrechen. Kohfahl zuversichtlich: "Ich werde ihn fit machen."

Zwei Abwehrspieler sollen noch kommen, Knüppe muss sich in der Vorbereitung gegen Mudgeteba Laqmani (23, zuletzt Hamm United FC) und Devran Barlak (23, FC Bergedorf 85) durchsetzen. Für die Offensive will sich Dribbelkünstler Mahir Jernane, 27, empfehlen, an dem schon viele Trainer gescheitert seien, wie Kohfahl sagte. Auch der hochveranlagte Mohamed Labiadh, 23, soll nach wie vor verpflichtet werden. Doch noch ist auch der 1. FC Magdeburg (Regionalliga Nordost) an dem Mittelstürmer interessiert.

Der Verbleib von Rafael Monteiro wird indes immer wahrscheinlicher, eine definitive Zusage gibt der Torjäger aber noch nicht. "Ich fahre noch für zwei Wochen nach Portugal, dort habe ich Zeit zum Überlegen", sagte der 23-Jährige. "Ich gehe davon aus, dass ich in Oststeinbek bleibe." Offene Angebote gebe es keine mehr. Anfragen wie die des FC Elmshorn habe er abgeblockt.

Wie auch immer der endgültige Kader für die neue Spielzeit aussieht, Kohfahl wartet mit neuen Trainingsmethoden auf. "Wie in der Bundesliga", schwärmte er von den neuen Möglichkeiten, blickte dabei allerdings noch in viele fragende Gesichter. Auf die Spieler kommt Leistungsdiagnostik zu. Unter anderem wird Kohfahl mit Lichtschranken regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durchführen und erwartet kontinuierlich Verbesserungen.

Für ein anderes Projekt gibt es fachkundige Hilfe. Drei Studenten der Universität Hamburg werden ab dem heutigen Donnerstag mit der Mannschaft eine Studie zur Prävention von Verletzungen durchführen. Für drei Monate stehen sie dem Coach zur Seite, dann soll Kohfahl das vom Fußball-Weltverband FIFA entwickelte Aufwärmprogramm selbst leiten. "Das ist eine riesige Fortbildungsmöglichkeit für mich", sagte er. Nach der Hinrunde kann über Beweglichkeitstests ermittelt werden, ob die Spieler fortan besser vor Verletzungen geschützt sind.

Drei Höhepunkte beinhaltet die sechswöchige Vorbereitung auf den Saisonstart gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst. Am kommenden Sonntag, 30. Juni, läutet der OSV die Zeit der Sommerturniere ein. Ab 12 Uhr sind die Landesligaclubs Bergedorf 85 und Hamm United sowie der Ligakonkurrent Bramfelder SV zu Gast. Ein zweites Turnier veranstaltet der Verein am 22. Juli, dann nehmen der TSV Glinde und der SC Europa teil. Besonders aber fiebern alle auf den 6. Juli hin, wenn das Altherrenteam des Hamburger SV zu Gast am Meessen ist. Sergej Barbarez und andere ehemalige HSV-Profis kommen zum Benefizspiel zugunsten des schwer verletzten Imad Mokaddem.

Auf Hochtouren laufen auch die Planungen für die offizielle Saisoneröffnung. Zwei mobile Tribünen sollen auf der Längsseite am Eingang aufgebaut werden. Am Spielfeldrand werden Bänke aufgestellt. So sollen 400 Sitzplätze entstehen. Barmbek-Uhlenhorst hat sich mit 100 Fans angekündigt. Der Club erwartet bis zu 1000 Zuschauer.

Der Hamburger Fußball-Verband hat inzwischen den Oberliga-Spielplan bekannt gegeben (Hinrundentermine siehe unten).