Konflikt

Fußball: Schlagabtausch vor dem Jugend-Kreistag

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Jörg Lembke will die erneute Wahl von Norbert Morawitz in den Jugendausschuss des Kreisfußballverbands (KFV) am kommenden Donnerstag verhindern.

Ahrensburg. - "Er hat mit seinem Verhalten mehrfach gezeigt, dass er für die Jugendarbeit charakterlich ungeeignet ist", sagte der KFV-Vorsitzende gegenüber der Stormarn-Ausgabe des Hamburger Abendblattes. Auf dem außerordentlichen Jugend-Kreistag im Vereinsheim von JuS Fischbek (Beginn um 19 Uhr) werde er seine Meinung den Delegierten gegenüber "sehr deutlich machen".

Morawitz war Ende April auf dem ordentlichen Jugend-Kreistag als Beisitzer gewählt worden. Daraufhin hatten Jugendobfrau Nicole Kerkau und vier andere Ausschussmitglieder ihren Rücktritt erklärt. Lembke hatte die Wahl vor anderthalb Wochen allerdings wegen eines Satzungsverstoßes annulliert (wir berichteten).

Hintergrund des Machtkampfs ist offenbar eine persönliche Auseinandersetzung zwischen Morawitz und Kerkau aus dem Herbst 2007. "Es stimmt, dass ich mich ihr gegenüber einmal im Ton vergriffen habe, ich habe mich aber sofort dafür entschuldigt", sagte Morawitz. Kerkau sieht indes keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit. Am Donnerstag wird sie möglicherweise Details preisgeben. "Wir werden alle Fragen der Vereine wahrheitsgemäß beantworten", sagte sie.

Auch Kerkau muss nach ihrem Rücktritt auf der Sitzung erneut für ihren Posten kandidieren. Der KFV plant offenbar, zunächst über Morawitz abstimmen zu lassen. Sollte er gewählt werden, würde Kerkau anschließend gar nicht erst antreten. Wie die Wahl ausgeht, ist völlig offen.

Morawitz hat in Jugendausschuss-Beisitzer Norbert Burmeister, der ihn voraussichtlich erneut als Kandidat vorschlagen wird, seinen größten Fürsprecher. Der versucht aktuell, die Annullierung der Wahlen aus dem April anzufechten. "Ich habe damals meine Stimmkarte satzungswidrig an eine andere Delegierte weitergegeben", sagte Burmeister, "meine zehn Stimmen hätten an den Entscheidungen aber gar nichts geändert. Die Wiederholung der Abstimmungen ist deshalb unnötig und zeigt, dass der KFV den Willen der Vereine nicht achtet." Dass das Kreisgericht Burmeisters Argumentation folgt, gilt als unwahrscheinlich.

Der KFV-Vorstand sucht derweil fieberhaft nach einem Gegenkandidaten für Morawitz, bislang ohne Erfolg. "Hätte er im April nicht kandidiert, wäre der Posten aber ohnehin unbesetzt geblieben, weil er im Gegensatz zu den anderen Beisitzerpositionen nicht mit der Leitung einer Staffel verknüpft ist", sagte Lembke. "Ganz oben sollte immer die Eignung eines Menschen stehen, und die ist bei ihm nicht gegeben. Es wäre gut, wenn das auch sein Verein erkennen würde."

Morawitz fürchtet, "dass an mir ein Exempel statuiert werden soll. Wenn es funktioniert, wird es dann in Zukunft auch bei jedem anderen so gemacht, der dem Verband nicht in den Kram passt." Burmeister forderte Lembke auf, alle Vorwürfe gegen Morawitz offenzulegen: "Entweder er hat etwas vorzubringen, oder seine Meinungsmache ist eine Frechheit, ein Missbrauch seines Amtes."

( (söb) )

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