Deutsche Juniorenmeisterschaften in Göttingen

Bestleistung: Nadja Käther holt mit 6,37 Meter DM-Bronze

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Sören Bachmann

Der 20-Jährigen aus Ahrensburg fehlen nur drei Zentimeter, um auf den EM-Zug aufzuspringen. Eine Chance zur Qualifikation bleibt der Weitspringerin noch.

Ahrensburg/Reinbek. Als es geschafft war, sinnierte Nadja Käther mitten im Sommer über lange Winterabende. "Wenn man sich die ganzen Monate über im Training quält, auf die leckeren Weihnachtskekse verzichtet und dann kommt am Ende doch nichts dabei raus, dann fragt man sich schon, wofür man das alles macht", sagte sie. Die Weitspringerin im Trikot des Ahrensburger TSV kennt die Antwort jetzt wieder: für Tage wie diesen, für die Momente des Erfolgs wie den Gewinn der Bronzemedaille bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Göttingen.

Käther flog 6,37 Meter weit, eine persönliche Bestleistung, und dass zur Norm für die U-23-Europameisterschaften schließlich drei Zentimeter fehlten, blieb für sie nur eine lästige Randnotiz. "Es war einfach wichtig für mich, zu zeigen, dass ich es kann, wieder Selbstbewusstsein zu bekommen", sagte die Studentin, "mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen." Und eine letzte Chance auf die EM-Qualifikation bleibt ihr ja noch, kommenden Sonntag bei den nationalen Titelkämpfen der Erwachsenen in Ulm.

Dort will Käther auch ihre verpatzte DM-Premiere von Nürnberg aus dem vergangenen Jahr vergessen machen, ein Auftakt wie in Göttingen mit 6,32 Metern bereits im ersten Versuch wäre dafür eine gute Grundlage. Anschließend ging sie in jedem Versuch volles Risiko, trat jedoch viermal über. "In Ulm werde ich versuchen, die Konzentration und die Anspannung etwas länger zu halten", sagte Käther. Sie wird auch dort alles auf eine Karte setzen müssen, will sie im letzten Moment noch auf den EM-Zug aufspringen.

Andreas Lange hat seinen Platz in Richtung U-20-Europameisterschaften indes schon sicher, auch wenn die offizielle Nominierung des Deutschen Leichtathletik-Verbands noch aussteht. Der 800-Meter-Läufer von der LG Reinbek-Ohe rannte in Göttingen in neuer persönlicher Bestzeit von 1:50,21 Minuten hinter älteren Konkurrenten auf Rang vier, erfüllte erneut die Norm und bleibt schnellster A-Jugendlicher Deutschlands. Der ehrgeizige und trainingsfleißige Mittelstreckler ist damit der erste Athlet in der Geschichte der 1997 gegründeten Leichtathletikgemeinschaft, der sich für eine internationale Meisterschaft qualifiziert hat. Pech hatte hingegen seine Klubkameradin Katharina Stöber, die ihren Start in Göttingen über 200 Meter wegen Achillessehnenbeschwerden absagen musste.

Einen schwarzen Tag erlebte auch Hochspringer Marcel Roßberg (Ahrensburger TSV). Enttäuschende 2,00 Meter bedeuteten für den 20-Jährigen nur Rang neun. "Ich bin zum ersten Mal ratlos, woran es gelegen haben könnte", sagte er. Eine Woche zuvor waren ihm bei den Landesmeisterschaften mit 2,08 Metern noch eine Saisonbestleistung und die Qualifikation für die DM in Ulm gelungen.

Roßberg verzichtet nun allerdings auf einen Start am Wochenende, will stattdessen Ursachenforschung betreiben. "Ich war nach dem Wettkampf körperlich völlig platt. Im Moment hat es überhaupt keinen Sinn, bei einer solchen Meisterschaft zu starten", sagte er.

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