Stormarn
Olympische Spiele: Skandal bei den deutschen Springreitern

Gedoptes Pferd gehört Marion Jauß aus Neritz

Am Doping-Skandal, mit dem der deutsche Springreiter Christian Ahlmann und dessen Pferd Cöster gestern bei den Olympischen Spielen für Schlagzeilen...

Neritz. Am Doping-Skandal, mit dem der deutsche Springreiter Christian Ahlmann und dessen Pferd Cöster gestern bei den Olympischen Spielen für Schlagzeilen sorgten (Bericht im Hamburger Abendblatt, Seite 22), ist auch Marion Jauß aus Neritz unfreiwillig beteiligt. Der 69-Jährigen gehört der 15 Jahre alte Schimmelwallach, bei dem die unerlaubte Substanz Capsaicin nachgewiesen wurde. Jauß wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben.

Deutliche Worte fand aber der Ahrensburger Veterinär Dr. Karl Blobel, der von 1970 bis 1996 Mannschaftstierarzt der deutschen Reiter war. "Capsaicin ist für mich eine hinterhältige Form des Extrem-Dopings", sagte der 74-Jährige. "Schon beim Einreiben der Beine mit geringen Mengen wird das Pferd hypersensibilisiert. Damit soll erreicht werden, dass das Pferd das schmerzhafte Anschlagen an die Stangen vermeidet."

Jauß, die als Trabrennfahrerin und Traberzüchterin bekannt wurde und mit ihren Pferden seit 1982 auf dem Gestüt Neritz zu Hause ist, engagiert sich seit sieben Jahren als Sponsorin im deutschen Turniersport. Damit eifert die Tochter und Erbin des einstigen Berliner Autokönigs Eduard Winter ihrer Schwester Madeleine Winter-Schulze (67) nach, die die mehrfachen Olympiasieger Ludger Beerbaum und Isabell Werth unterstützt.

Durch den Kontakt zu Traberzüchter Georg Ahlmann wurde Jauß auf das Talent dessen Sohnes Christian aufmerksam, für den sie im Dezember 2001 bei Derbysieger Peter Luther (Preetz) den Holsteiner Cöster kaufte. Mit ihm gewann Ahlmann bei den Olympischen Spielen in Athen Bronze in der Mannschaftswertung. In der Zwischenzeit kamen etliche weitere Pferde dazu, die in Marl trainiert werden. In Neritz betreut Weltmeister Heinz Wewering 30 Traber von Jauß.