Stormarn

Reinfelder Abschied mit Stil

4:0 gegen Meister Strand 08 bewahrt den SV Preußen nicht vor dem Abstieg aus der Verbandsliga

Reinfeld. Der Abschied des SV Preußen Reinfeld aus der Fußball-Verbandsliga Süd-Ost war ein Abschied mit Stil, wenigstens das haben die Stormarner noch hinbekommen im letzten Heimspiel einer verkorksten Saison. Mannschaftskapitän Matthias Beeck hatte Blumen besorgt und gratulierte vor dem Anstoß artig dem Gegner NTSV Strand 08, dann schickten die Stormarner den Meister und Aufsteiger in die Schleswig-Holstein-Liga mit einer empfindlichen Niederlage wieder nach Hause. Das 4:0 (0:0) war der höchste Saisonsieg des SV Preußen, doch anschließend dauerte es nur ein paar Minuten, bis die schlechte Kunde von den anderen Plätzen eintraf: Die Ergebnisse fielen so aus, dass Reinfeld keine Chance mehr auf die Rettung hat.

Im 101. Jahr seines Bestehens wird dem Klub zum Verhängnis, dass zum Saisonabschluss seine direkten Konkurrenten WSV Tangstedt und TSV Siems aufeinandertreffen. An beiden Rivalen müssten die Stormarner noch vorbeiziehen. Seit dem 1:1 der Wilstedter gestern gegen Eutin 08 ist das selbst im Fall eines Sieges am kommenden Sonnabend beim TSV Bargteheide ausgeschlossen.

Vieles klappte im Duell mit Strand 08, was so häufig nicht gelungen war in den vergangenen Monaten, insbesondere während der desolaten Hinrunde mit nur acht Punkten. "Wir haben recht ordentlich gestanden, waren konzentriert und haben endlich mal unsere Chancen genutzt", sagte Trainer Matthias Krienke. Dass seine Elf den 117-Tore-Sturm der Gäste in Schach halten konnte, lag allerdings auch daran, dass der Meister in seinen vielen Nachholspielen und wohl auch auf der Meisterparty augenscheinlich Kraft gelassen hatte. Das nutzten Dennis Sauer (68. Minute), Ommeed Sindi (68.), Patrick Witten (77.) und Beeck (80.) im zweiten Durchgang aus.

Für Krienke ist am Sonnabend nach sieben Jahren beim SV Preußen Schluss, der Verein verlängerte den Vertrag des Trainers nicht. Auf der Tribüne saß schon Nachfolger Jochen Prieß, der nun ein Kreisligateam übernehmen wird, dessen Konturen noch unscharf sind. Klar ist, dass Beeck aufhört, der Verein bestätigte zudem die Wechsel von Falk Rosin, Alexander Ciesler (beide Sereetzer SV) und Jan Mehlfeld (ATSV Stockelsdorf).

Bei allen anderen Akteuren gehen die Verantwortlichen von einem Verbleib aus. Spieler, die den Klub verlassen wollen, sind aufgefordert, bis zum letzten Saisonspiel ihre Kündigung einzureichen. Bislang, so hieß es gestern, habe das abgesehen von dem genannten Quartett noch niemand getan. Neuzugänge hat Prieß bislang noch keine, und Anfang Juni ist die Auswahl erfahrungsgemäß nicht mehr sonderlich groß. Der Verein will nun von seiner Jugendarbeit profitieren und die Ligamannschaft mit A-Juniorenspielern verstärken.

Krienke wird wohl Pause machen, bislang jedenfalls habe er keine neue Aufgabe als Trainer angenommen, sagte er. Und es ist ja auch noch nicht alles erledigt. "Von unserem Heimpublikum haben wir uns vernünftig verabschiedet", so Krienke, in Bargteheide hofft er nun auf einen letzten Auftritt mit ebenso viel Stil.

SV Preußen Reinfeld: Ciesler - M. Beeck - Döhring, Mehlfeld - Sagwan, Lorenz, Witten, Sindi, Metzner (85. Funke) - Sauer, Bornemann (72. Heinemann).