Weinnachtsbaum selbst schlagen

Preise bleiben stabil: So viel kostet eine Nordmanntanne

| Lesedauer: 5 Minuten
Susanne Tamm
Tannenbaumverkauf auf Gut Schönau in Ohe: Gutsverwalter Jörg Brinckmann sägt eine Nordmanntanne in der Schonung ab.

Tannenbaumverkauf auf Gut Schönau in Ohe: Gutsverwalter Jörg Brinckmann sägt eine Nordmanntanne in der Schonung ab.

Foto: Susanne Tamm

Auf Gut Schönau werden die Weihnachtsbäume angebaut, sie können auch selbst geschlagen werden. Dazu gibt es Punch und Würstchen.

Reinbek/Aumühle. Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Bräuche und Rituale. Für viele ist das Fest ohne einen Christbaum unvorstellbar. „Und das Schlagen des Baumes gehört für viele auch dazu“, weiß Jörg Brinckmann, Verwalter auf Gut Schönau in Ohe. Das Geschäft des Weihnachtsbaumverkaufs ist witterungsabhängig: Bei gutem Wetter sägen 80 bis 85 Prozent der Privatkunden ihren Baum selbst, schätzt er. „Aber das schwankt stark. Bei Kälte und Regen kann der Prozentsatz auf bis zu 50 sinken.“

Dort werden auf 25 Hektar auf verschiedenen Feldern einzig Nordmanntannen angebaut, die nach sieben bis acht Jahren erntereif werden. Die Erntezeit einer Schonung kann über vier Saisons andauern. „Wir machen 65 Prozent unseres Gesamtabsatzes mit Privatkunden“, erzählt Jörg Brinckmann. 35 Prozent gingen an Wiederverkäufer. Die gestiegenen Lohn- und Rohstoffkosten für den maschinellen und personellen Aufwand haben sich dieses Jahr nur auf die Preise für den Weiterverkauf niedergeschlagen. Sie sind um fünf bis sieben Prozentpunkte höher. Die Preise für private Kunden sind stabil geblieben.

Ist ein Tannenbaum klimafreundlich?

Wie klimafreundlich ist aber so ein Weihnachtsbaumkauf? „Das kommt darauf an, was man darunter versteht“, sagt der Gutsverwalter. „Unsere Fläche von 25 Hektar ist seit Jahren konstant. Wenn wir eine Schonung abgeerntet haben, pflanzen wir dort wieder neu an.“ Allerdings wirtschafte man auf Gut Schönau nicht ökologisch. „Denn ich bin der Überzeugung, dass wir den Absatz nicht hätten, die Produktion dann noch wirtschaftlich zu gestalten.“ Ab und an würden auch Weihnachtsbäume mit Wurzelballen nachgefragt. „Jeder darf dann gern zum Spaten greifen“, erklärt Brinkmann. „Aber wer die Nordmanntanne wieder einpflanzen möchte, muss wissen, dass sie eine mindestens ein Meter lange Pfahlwurzel haben. Die muss dann gekappt werden, sodass das Ganze meist nicht von Erfolg gekrönt ist. Das klappt höchstens noch mit jungen, kleinen Bäumen, die im Topf herangezogen worden sind.“

So kommen Interessierte an einen Baum

Auf Gut Schönau, aus dem Besitz von Maximilian Graf von Bismarck, kosten Nordmanntannen bis zu zwei Metern Höhe 30 Euro – egal ob bereits geschlagen oder selbst gesägt, zwischen zwei und drei Metern Höhe kosten sie 37 Euro und darüber hinaus 60 Euro. Am Gut können die Familien parken und zur Schonung gehen. Wenn sie ihren Baum ausgesucht und geschlagen haben, können sie ihn in ein Netz packen lassen, bezahlen, und dann geht es am Getränke- und Würstchenstand zurück zum Parkplatz.

Der Privatverkauf auf Gut Schönau (Schönauer Weg 24b, Reinbek, in Ohe der Beschilderung folgen), an der Bismarck-Säule (Sachsenwaldstraße, zwischen Reinbek und Aumühle) und bei Rewe-Supermarkt in Schwarzenbek (Hamburger Straße 102) beginnt am Sonnabend, 3. Dezember, und läuft bis zum 23. Dezember. Geöffnet ist täglich von 10 bis 16 Uhr. Würstchen und Getränke gibt es nur am Wochenende.

Hier gibt es ebenfalls Weihnachtsbäume

Auch Kai Dusenschön verkauft an der Sachsenwaldstraße vor Reinbeks Ortseingang nahe dem Schönningstedter Einkaufszentrum nur Nordmanntannen. „Die sind am stärksten nachgefragt“, sagt er. Sie stammen größtenteils aus eigenem Anbau aus Worth und aus Glinde. „Aber wir haben auch zugekauft“, erzählt Dusenschön. „Der Preis richtet sich nach der Qualität, es geht bei 25 Euro los. Wir haben auf der Fläche nur noch wenige Bäume ab drei Metern Höhe, die alle 25 Euro kosten. „Wer einen großen Baum möchte, ist bei uns genau richtig.“

Der Verkauf beginnt am 3. Dezember und geht bis um 12 Uhr Heiligabend. Die bereits geschlagenen Bäume kosten zwischen 25 und 45 Euro – je nach Qualität. Geöffnet ist in diesem Zeitraum täglich von 10 Uhr, bis es dunkel wird.

Tannen aus dem Sachsenwald

Wer einen Baum aus dem Sachsenwald möchte, ist am Ortsausgang von Kröppelshagen Richtung Dassendorf richtig. Dort organisiert Eckhard Könnecke, Förster des Forstbetriebes Sachsenwald GmbH & Co KG, für das dritte Adventswochenende, 10. und 11. Dezember, sowie vom 17 bis 23. Dezember den Verkauf. Dort sind bereits geschlagene Nordmanntannen (19 Euro/Meter), Blaufichten (14 Euro/Meter) und Rotfichten (12 Euro/Meter) im Angebot. „Die meisten wollen jedoch selbst schlagen“, weiß der Förster aus Erfahrung und scherzt: „Die Frau hat das Sagen und bezahlt, sind Kinder dabei, sägen sie mit großer Freude den Baum und der Mann ist nur Statist.“ Zum Selbstschlagen gibt es dort allerdings nur Nordmanntannen und Blaufichten. Geöffnet ist von 10 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Reinbek