Waldumbau

Borkenkäfer haben in Reinbeks Wäldern ein leichtes Spiel

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Susanne Tamm
Förster Maximilian Scheel erläutert den Waldumbau in den Oher Tannen.

Förster Maximilian Scheel erläutert den Waldumbau in den Oher Tannen.

Foto: Susanne Tamm

Die Fichten in Reinbeks Wäldern sind von Schädlingen befallen. Jetzt werden 20 Hektar der Oher Tannen durchforstet.

Reinbek/Oststeinbek. Ein verregneter März – für Förster Maximilian Scheel wäre das ein Traum. Doch nach drei Dürrejahren gab es auch im ersten Vierteljahr 2021 zu wenig Niederschläge. „Die Speicher im Boden sind noch nicht voll“, sagt Reinbeks neuer Förster. Daher haben die Schädlinge in Reinbeks Wäldern wieder leichtes Spiel: Der Buchdrucker und der Kupferstecher, zwei Borkenkäferarten, haben auch die Fichten der Oher Tannen sowie die im Gehölz Havighorst in Oststeinbek befallen. Dort sind zudem Eschen und Eichen erkrankt.

Etwa 20 Hektar der Oher Tannen (mit insgesamt 213 Hektar) müssen von Montag an durchforstet werden. Die pink markierten Fichten, um die 80 Jahre alt, nimmt kommende Woche der Harvester heraus. Dabei geht es den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten vorrangig um den nachhaltigen Umbau zum Mischwald. Denn ein Wald aus Laub- und Nadelbäumen ist klimatisch widerstandsfähiger und auch weniger anfällig gegen Schädlinge. Denn für die Förster steht fest: Der Klimawandel ist da.

Reinbeks Wälder sollen umgeforstet werden

Maximilian Scheel geht davon aus, dass unser Klima in 80 bis 100 Jahren noch deutlich trockener sein wird. Beim Waldumbau wählen die Forstwissenschaftler bereits widerstandsfähige Baumarten aus. In den Oher Tannen sind daher vor gut 15 Jahren Buchen und Douglasien nachgepflanzt worden. Ihnen nehmen die Fichten jetzt Licht und Platz weg.

Momentan sind die schnurgerade gewachsenen Fichten wirtschaftlich zwar wertvoller als der Nachwuchs. Doch ökologisch gesehen sind die Buchen kostbarer. Denn die Nadelstreu zersetzt sich schwerer als das Buchenlaub. Deshalb versauern die Fichten den Boden, während das Buchenlaub ihn verbessert. Es liefert mehr Nährstoffe.

Auf chemische Keulen wird bei der Schädlingsbekämpfung verzichtet

Auf chemische Bekämpfung des Borkenkäfers verzichten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, zu denen die Försterei Reinbek gehört, komplett. Stattdessen werden die betroffenen Fichten markiert und schnell gefällt. „Dann ist die Gefahr geringer, dass sich der Schädling zu rasant ausbreitet“, erläutert Scheel. Die Stämme werden entrindet, damit die Borkenkäferlarven darunter austrocknen.

Im kleineren, etwa 26,8 Hektar großen Wald „Havighorst“ südöstlich vom Golf Gut Glinde ist auf etwa fünf Hektar ein „Sanitätshieb“ notwendig. Dort sind es vor allem die Eschen, die Maximilian Scheel Sorgen machen: Sie sind von einem Pilz befallen, der zum „Eschentriebsterben“ führt. Der Pilz wurde etwa 1990 aus Asien eingeschleppt, ist also eine Folge der Globalisierung. Nun droht dieser Baumart dasselbe Schicksal wie der Ulme, die bereits aus den deutschen Wäldern verschwunden ist.

„Die Esche produziert tolles Holz“

„Ein Jammer“, stellt Reinbeks Förster fest. „Denn die Esche produziert ein tolles Holz, sie ist ein ökologisch wertvoller Baum.“ Bei den Eichen sei es ähnlich: Die Falter des Frostspanners fressen im Frühjahr die jungen Blätter und legen ihre Eier in den Kronen ab. „Die Eichen werden anfälliger für Krankheiten, und Schädlinge befallen den ganzen Baum“, berichtet Maximilian Scheel. „Zum Glück gibt es dort auch gesunde und kräftige Eichen.“

In der Forstwirtschaft darf nach dem 1. März noch gefällt werden. „Wir achten aber auch auf die Brutzeit“, sagt der Förster. „Die Landesforsten schlagen nicht nach dem 1. April.“ Wer an Brennholz für 25 Euro/Raummeter (für Selbstwerber) oder zurecht gesägt für 40 Euro/Raummeter interessiert ist, erreicht ihn unter 0173/207 51 43.

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