Katastrophenschutz-Vorsorge

Reinbek für Krisen schlecht gewappnet?

Die Bombenentschärfung in Glinde hatte die Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz und viele weitere Helfer stundenlang eingespannt.

Die Bombenentschärfung in Glinde hatte die Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz und viele weitere Helfer stundenlang eingespannt.

Foto: Christoph Leimig, / Christoph Leimig

Das Forum 21 lädt den Gemeindewehrführer Oliver Selke zu einem Vortrag im Hauptausschuss am Montag ein.

Reinbek. Seit der Bombenentschärfung am 4. September 2019 in Glinde beschäftigt sich die Fraktion Forum 21 mit der Notfall- und Katastrophenschutz-Vorsorge für die Reinbeker. Die Entschärfung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg führte eine Sperrung einer 1000-Meter-Zone mit sich. Der Blindgänger war bei Abrissarbeiten auf dem Gies-Kerzen-Areal gefunden worden. 5800 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, darunter viele Neuschönningstedter. Forum 21 fordert, dass die Stadt für die Zukunft vorsorgt.

Im September 2019 hatte Heidrun Tacke, stellvertretende Forum-21-Fraktionsvorsitzende, als Betroffene im Gespräch mit unserer Zeitung kritisiert: „Einiges hat nicht geklappt. So wurden insbesondere ältere Menschen, die kein Internet und soziale Medien nutzen, nicht rechtzeitig informiert.“ Die Informierung der Bevölkerung ist nur ein Punkt, den die Fraktion zur Diskussion stellt. Auch das Vorhalten von Aufenthalts- und Ruheräumen, die medizinische und soziale Betreuung und Verpflegung der Betroffenen und die Tagesbereitschaft der drei Ortswehren sollten gewährleistet werden. Dafür müssten Kapazitäten geschaffen und Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

Selke berichtet über Reinbeks Notfall-Planung

Jetzt hat Forum 21 Gemeindewehrführer Oliver Selke zur Hauptausschuss-Sitzung am Dienstag, 25. August, um 19 Uhr eingeladen. Selke wird in einem Vortrag über vorhandene und erforderliche Ressourcen in Reinbek sowie über die „Notfall“-Planung berichten.

„Es ist ein Riesenthema und wir müssen etwas tun“, pflichtet Oliver Selke bei. Gerade heutzutage, wo Extremwetterlagen zunehmen, bei großflächigen Stromausfällen und in Zeiten einer Pandemie fehle es den Ortswehren an Ressourcen, an entsprechend aufgestellten Gerätehäusern und Fahrzeugen. In den kommenden Jahren wird die Feuerwehr zumindest ihren Fuhrpark erweitern. Sie wird einen Einsatzleitwagen erhalten, der bei einem Strom- und Infrastrukturausfall einsatzbereit bleibt und mit Kommunikationsmitteln ausgestattet ist.

Wird der Zeitplan für die Feuerwehren eingehalten?

Dringend nötig seien auch Wechsellader. Dazu sollen acht Abrollbehälter angeschafft werden, etwa mit Geräten für technische Hilfen, mit einem Tanklöschcontainer für Waldbrände oder für Gefahrguteinsätze und Dekontaminationen.

„Die Fahrzeuge müssen dezentral geparkt und auf die Ortswehren verteilt werden. Dafür fehlt aber der Platz“, so Selke. Und anschaffen könne die Stadt die Behälter erst, wenn die neuen Gerätehäuser stehen. Ob der Zeitplan, etwa für das Oher Gerätehaus, das 2024 stehen soll, eingehalten wird? „Jetzt müssen die Planungen starten, aber es passiert nichts“, klagt Selke.