Rettungsversuch

Gutachter soll Baumwurzeln mit dem Spaten freilegen

Reinbek (amü). Zeitweilig drohte die Debatte im Kampf um 17 Straßenbäume im Detail zu versickern. Doch am Ende gab es in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend doch einen einstimmigen Beschluss.

Um zu erkunden, ob die Bäume trotz der anstehenden Straßenbauarbeiten doch noch gerettet werden können, soll jetzt ein Baumexperte den Verlauf der Wurzeln genauer unter die Lupe nehmen.

Dafür wurde Manfred Kropp von der gleichnamigen Lohbrügger Baumschule mit einer sogenannten Handschachtung beauftragt. Mit dem Spaten sollen jetzt die Lebensadern der bis zu 80 Jahre alten Linden nachverfolgt werden. Dass das Ergebnis möglichst schon zur nächsten Sitzung am 27. November vorliegt, wünscht sich der Ausschussvorsitzende Ernst-Dieter Lohmann (CDU). Dann soll erneut über ein Konzept für den Ausbau der Möllner Landstraße entschieden werden - möglichst ohne Baumfällungen.

Auch bei Ausbau Am Haidkrug soll Planer nachbessern

Das Bauprogramm für den Ausbau der Straße Am Haidkrug wurde in der Sitzung ebenfalls zum zweiten Mal vertagt. Auch hier soll der Planer eine Alternative vorlegen.

Heinrich Dierking (Forum 21), Anke Wiener (Grüne) und Jari Grünig (FDP) versuchten in der Debatte, Alternativen für das scheinbar unumgängliche Aus der Bäume zu finden. Bernd Syska (SPD) wollte genau geklärt wissen, bei welcher Bauvariante die Bäume gerettet werden können: "Es muss schon irgendwie gehen, ist keine Lösung." Jari Grünig (FDP) fragte: "Warum kann das Regenwasser an der K 80 einfach im Graben versickern und an der Möllner Landstraße soll das nicht möglich sein?" Volker Terppé von der Unteren Wasserbehörde des Kreises, machte klar, dass die Auflagen für die Ableitung des Regenwassers wegen neuer Verordnungen zum Wasserschutz an verkehrsreichen Straßen schärfer geworden sind. Und die würden greifen, sobald eine Straße baulich verändert werde.

Proteste aus dem Wohnpark Böge

Während es für Straßenbäume jetzt eine weitere Gnadenfrist gibt, müssen sich die Nachbarn des geplanten Neubaugebiets "Schwesterngarten" gedulden. Der Tagesordnungspunkt "Aufstellung des Bebauungsplanes" wurde nach 22 Uhr nicht mehr aufgerufen. Wie berichtet, plant der Krankenhausträger, die Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth (KWA), zwischen Wohnpark Böge und Schwesternhaus 56 Wohnungen zu bauen. Vor allem die Erschließung über die schmale Straße im Wohnpark macht den Anwohnern Sorge: Etwa 400 zusätzliche Fahrten pro Tag durch den Wohnpark erwarten die Anwohner und forderten eine Erschließung über die Maria-Merkert-Straße: "Es kann nicht sein, dass alle Lasten des neuen Wohngebietes bei uns im Wohnpark abgeladen werden", erklärte Günter Hess, vor dessen Bungalow eine Lkw-Kehre gebaut werden soll.