EU-Zuschüsse

Fördertöpfe spalten Region

Wentorf/Reinbek (st). An dem geplanten Austritt von Reinbek und Wentorf aus der Aktivregion Elbe-Sachsenwald wird jetzt Kritik laut.

Helge Harms, Schwarzenbeker SPD-Stadtverordneter, der als Vorstandsmitglied die Geschäfte des Vereins mit führt, meldet sich zu Wort: "Ich bin überrascht, von diesem Vorhaben erst aus der Zeitung zu erfahren", sagte er gestern. Wie berichtet, wollen die Kommunen gemeinsam mit ihrem Mittelzentrumspartner Glinde sowie mit den Gemeinden Barsbüttel und Oststeinbek eine neue Aktivregion gründen.

"Es ist zu begrüßen, dass die anderen Kommunen sich nach sechs Jahren auch beteiligen wollen. Warum sie sich nicht einfach uns anschließen, verstehe ich allerdings nicht." Immerhin wolle die EU mit der Förderung der Aktivregionen die Zusammenarbeit von Regionen und Kommunen über Grenzen hinweg belohnen.

"Besonders vor dem Hintergrund, dass die erste Förderungsperiode 2013 ausläuft, ist eine Neugründung kontraproduktiv", kritisiert Harms, der vor zwei Wochen auf Einladung der Europa-Abgeordneten Ulrike Rodust (SPD) in Brüssel Manager und Delegierte anderer Aktivregionen getroffen hat. "Die Diskussion geht momentan eher dahin, Aktivregionen zusammenzulegen", erklärt Harms.

"Auch die Idee einer schlanken Verwaltung wird so nicht funktionieren. Ein Telefon mit Anrufbeantworter reicht nicht mehr." Denn künftig würden die Anforderungen an das Management wachsen. Während die Aktivregionen heute vorwiegend aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) gefördert werden, kämen ab 2014 zwei weitere Töpfe hinzu: der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Förderpotenzial wächst auf zwei bis drei Millionen Euro an. "Antragsteller haben so mehr Möglichkeiten. Denn das Management kann für sie Förderungspakete schnüren, muss aber statt mit einem, mit drei Ministerien zusammenarbeiten und alles koordinieren."

"Ein Telefon mit Anrufbeantworter reicht nicht mehr."

Helge Harms, Vorstand Aktivregion Elbe-Sachsenwald