Thema der Kirche

Schicksale werden sichtbar

Gott sprach: Ich rette euch aus der Sklaverei. So steht es im 2. Buch Mose, in dem der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten geschildert wird.

Diese Geschichten, wie z.B. die von den Plagen in Ägypten, waren und sind bekannt, aber es sind nicht nur schöne Geschichten aus uralter Zeit. In ihnen wird erzählt, was Gottes Willen entspricht und was nicht.

Menschen ihrer Freiheit zu berauben und zur Arbeit für ihre Unterdrücker zu zwingen, widerspricht Gottes Willen. Die biblische Aussage ist eindeutig, doch das spielte in der nationalsozialistischen Zeit offensichtlich keine Rolle. Viele Menschen wurden ihrer Freiheit beraubt und zur Arbeit gezwungen, auch hier, und viel zu lange wurden ihr Leid und ihr Schicksal nicht wahrgenommen. Endlich - seit gestern - erinnert das Mahnmal zwischen dem neuen CCB und dem Schleusengraben an ihre Geschichte. Die Idee dazu war gut, der Standort passend, die Verwirklichung von Kontroversen begleitet. Im Mahnmal spiegelt sich die Geschichte seiner Entstehung. Es sollte für einen öffentlichen, unbewachten Standort geeignet sein, für den geplanten Etat verwirklicht werden können und dabei ein Kunstwerk sein, das an das Leid der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnert und Denkanstöße gibt. Es ist gelungen, dank des Einsatzes derer, die an seiner Entstehung mitwirkten.

Das Mahnmal macht vergessenes Schicksal sichtbar. Das kann ein Anlass sein zu fragen, was Gottes Willen entspricht.