Gertrud-Lege-Schule

Klassenziel: Lesehunger wecken

Foto: Susanne Tamm / Tamm

Reinbek. Die neue Bibliothek für die 320 Kinder der Gertrud-Lege-Grundschule ist eröffnet. In den kommenden Tagen werden die Klassen nach und nach mit ihren Lehrern die Bibliothek kennenlernen

„Mein Lesehunger – ein besseres Geschenk hat das Leben mir nicht beschert“, zitierte Schulleiter Christian Naterski die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren während einer Feierstunde mit Gästen für die Einweihung der neuen Schulbücherei. Lesehunger bei den Kindern wecken – dieses Ziel hat die Lehrer der Gertrud-Lege-Schule und das Team der Stadtbücherei in den vergangenen Wochen bei der Bewältigung einer Mammutaufgabe motiviert: Es galt, innerhalb von drei Monaten eine neue Schulbibliothek einzurichten. Mark Yeesune-Hlong, Leiter der Stadtbibliothek, war voll des Lobes: „Man sieht es der Bücherei an, dass da viel Liebe hineingeflossen ist.“

Die Entscheidung der Politiker, nicht weiter in den Pavillon neben der Schule zu investieren und die Büchereifiliale zu schließen, war umstritten. Doch die Zustimmung der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, dass die etwa 4000 Kinder- und Jugendbücher der Filiale in den Besitz der Schule übergehen, führte für Neuschönningstedts Kinder letztlich zu einem guten Ende: Zwei Klassenzimmer wurden mit gemütlichen Sitzecken, vielen Regalen und einem Internet-Arbeitsplatz zu „Trudis Bücherstube“, alle Medien wurden digital neu erfasst.

Viertklässlerin Caroline Bauch hatte den Namensvorschlag beim Wettbewerb eingereicht, weil bereits das Spielschiff auf dem Schulhof „Trudi“ heißt und gewonnen. Cansu Ölmez (10) lieferte den passenden Entwurf für das Schild dazu. Die 320 Schüler jubelten gestern auf dem Pausenhof, als Schulrätin Kirsten Blohm-Leu mit der Unterstützung von Bürgermeister Axel Bärendorf das rote Band zu „Trudis Bücherstube“ zerschnitt.

In den kommenden Tagen werden die Klassen nach und nach mit ihren Lehrern die Bibliothek kennenlernen. Einladend eingerichtet, mit leicht erreichbaren Holzregalen, in denen die Sachbücher und Romane nach Themen angeordnet stehen. Wenn sie und ihre Eltern die Benutzungsordnung unterschrieben haben, erhalten die Schüler ihre Leseausweise. In etwa zwei Wochen können sie jeden Schultag in der großen Pause unter der Aufsicht ehrenamtlicher Mütter die Geschichten um „Lola“, „TKKG“, „Sternenschweif“ und viele andere ausleihen und mit nach Hause nehmen. Außerdem wollen die Lehrer den Deutsch- und Sachkundeunterricht zum Teil in die Bibliothek verlagern, um den Stoff hier durch eigenständiges Lernen zu vertiefen. Die sechs Kindergärten des Stadtteils können sich auf Anmeldung ebenfalls Bücher ausleihen.