Schönningstedt

Zukunft des Bauernhauses wieder in einer Hand

Reinbek (amü). Die Gewerberäume in der Tenne waren zuletzt eine Fundgrube für Antikes und Trödel.

Bis das alte Scheunentor des Ladengeschäftes geschlossen blieb. Das Geschäft stand leer. Jetzt wurde ein Teil des Bauernhauses an der Königstraße gegenüber vom Kleinen Rasthof in Schönningstedt zwangsversteigert. Gestern fand die letzte der drei Wohnungen im Saal 107 des Reinbeker Amtsgerichtes einen neuen Besitzer. Und damit ist die Zukunft eines der ältesten Bauernhäuser in Schönningstedt wieder in einer Hand.

Axel Brügmann erhielt für 62 000 Euro den Zuschlag. Er hatte in der vergangenen Woche auch schon den Gewerbeteil ersteigert. Der Schönningstedter bewohnt bereits einen Teil des Hauses. Jetzt könnte es seinem Sohn eine Zukunft in die Selbstständigkeit eröffnen oder auch zu Wohnzwecken genutzt werden. "Das entscheidet sich in den kommenden drei Wochen", so Brügmann.

Zehn Prozent des Verkehrswertes von 102 000 Euro mussten als Sicherheit vor dem Gebot bei Gericht vorgelegt werden. Das Gutachten für die Wohnung konnte beim Rechtspfleger eingesehen werden. In der 30 Minuten andauernden "Bieterstunde" fand sich kein weiterer Interessent für die Immobilie. Acht Gäste saßen im Gerichtssaal, um zu schauen, wie so eine Verfahren abläuft.

Das Haus, das ehemals ein Reetdach hatte, steht nicht unter Denkmalschutz. Allerdings gibt es eine Erhaltungsverordnung, einen gestalterischen Schutz für das Dorf. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Hof rund um das Bauernhaus noch bewirtschaftet, weiß Hermann Becker. Der ehemalige SPD-Stadtverordnete ist ein wandelndes Heimatlexikon und erinnert sich auch daran, dass August Heinz der letzte Bauer war, der Hof und Land verkauft hat. Das ehemalige Bauerndorf Schönningstedt behielt lange Zeit seine charakteristische Struktur. Erst in jüngerer Zeit begann eine dichtere Bebauung des Stadtteils mit Wohnhäusern.