Kripo

Hund findet Leiche im Unterholz

Aumühle. Ein unbekannter Toter aus dem Sachsenwald beschäftigt die Polizei: Am Sonnabend gegen 18 Uhr wurde unweit des Aumühler Lokschuppens im Sachsenwald eine männliche Leiche entdeckt. Der Tote lag abseits eines Weges in einer Schonung.

Hinweise auf ein Verbrechen gibt es bisher nicht, allerdings muss die Leiche noch in der Lübecker Gerichtsmedizin obduziert werden.

Ein Selbstwerber, der tagsüber im Wald Brennholz gesägt hatte, wollte nach getaner Arbeit mit seinem Hund noch eine Gassirunde gehen, als der Vierbeiner die Witterung aufnahm und sein Herrchen gegen 18 Uhr zielstrebig zu der Leiche im Unterholz führte. Der Tote, dessen Alter nicht geschätzt werden konnte, lag auf dem Rücken und hatte einen Rucksack dabei. Vermutlich lag die unbekannte Leiche schon längere Zeit uneinsehbar vom Weg im Wald.

Zur Untersuchung und Spurensicherung rückten Spezialisten der Kriminalpolizei aus Lübeck in Aumühle an. 14 Feuerwehrleute leuchteten die Fundstelle bis gegen 22 Uhr mit drei Fahrzeugen aus. Dann wurde die Leiche abtransportiert. Nach ersten Angaben der Polizei deutet nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Die Beamten fanden Papiere bei dem Toten, konnten sie aufgrund des Zustands der Leiche aber nicht zweifelsfrei zuordnen.

Mehrere ungeklärte Todesfälle im Sachsenwald

Immer wieder stellen ungeklärte Todesfälle im Sachsenwald die Polizei vor ein Rätsel. Drei Tote im Umkreis von sechs Kilometern in nur zehn Monaten gab es 2004/05 im Dreieck zwischen Aumühle, Schwarzenbek und Ödendorf. In keinem der Fälle gibt es eine heiße Spur. Nicht bei der Fahndung nach dem Mörder von Reitstallbesitzer Carlo Manfred P., der am 30. Juli 2005 in Ödendorf an der Bundesstraße 404 auf seinem Hof erschlagen wurde, und auch nicht bei den beiden toten Männern, von denen einer am 20. Juli 2005 westlich von Schwarzenbek von einem Zug überrollt und der andere teilweise verwest und skelettiert von Pilzsammlern am 17. Oktober 2004 bei Aumühle entdeckt wurde. Ein Abgleich mit den offenen Vermisstenfällen ergab kein Ergebnis. Im Juni 2003 hatte die Polizei eine Leiche in der Bille unweit des Restaurants "Fürst Bismarck Mühle" entdeckt. Der Mann wurde später als Bewohner der Therapieeinrichtung Sachsenwaldau identifiziert.

Neue Ermittlungsansätze im aktuellen Fall erwartet die Kriminalpolizei durch das Obduktionsergebnis und die Identifizierung der Leiche.