Martin-Luther-Kirche

Pastor begeistert sich für bewegte Geschichten

Wentorf (st). Der neue Pastor der Martin-Luther-Kirche, Nachfolger von Antoinette Lühmann, ist Mirko Klein. Momentan geben sich die Pastoren in Wentorf die Klinke in die Hand.

Nachdem Pastorin Frauke Stöckel und Claus M. Friemuth die Martin-Luther-Gemeinde 2010 verlassen hatten, weil sie nicht miteinander auskamen, begrüßte die Gemeinde Anfang 2011 Ulrich Tomm und im April Antoinette Lühmann als Pastoren. Die 33-Jährige geht jetzt, weil sie mehr Zeit für ihre Familie braucht.

Mirko Klein (31) kommt direkt aus dem Vikariat aus Braunschweig nach Wentorf. Die Wahl hatte er als Pastor zur Anstellung nicht - die erste Wirkungsstätte wird ihm und den Kollegen zugewiesen. "Aber meine Wünsche sind trotzdem alle erfüllt", sagt er zufrieden. "Ich arbeite gern im Team mit Pastor Ulrich Tomm. Und einerseits haben wir die Nähe zur Stadt, andererseits ist Wentorf noch so klein, dass man sich auf der Straße begegnet." Etwa 4600 Menschen gehören zur evangelischen Gemeinde.

Besonders am Herzen liegen Klein die Amtshandlungen: Taufen, Konfirmationen, Trauungen, goldene Hochzeiten und die Trauerfeiern. "Bei diesen Umbruchsituationen des Lebens kommen viele ins Grübeln: Was hat das jetzt mit Gott und meinem Leben zu tun?", weiß der Geistliche. Dabei will er die Menschen gern begleiten. "Das gehört zu den Kernaufgaben der Kirche." Stärkeren Bedarf sieht er in der Trauer- und Sterbebegleitung: "Früher gab es die schöne Tradition der Aussegnung. Heute ist die Idee, zuerst den Pastor zu einem Verstorbenen zu rufen, dahin", bedauert er.

Noch erkundet der Pastor die ihm bislang unbekannte Gemeinde zu Fuß. "Da sieht man schon einiges", erzählt er. "Es gibt viele Einfamilienhäuser, ein starkes ehrenamtliches Engagement und unter den Konfirmanden viele Gymnasiasten: ein eher bildungsbürgerliches Milieu." Die Idee Antoinette Lühmanns, die Konfirmanden nicht nur wöchentlich, sondern wahlweise an einigen Wochenenden zu unterrichten, gefällt ihm sehr: "Das lässt erlebnispädagogische Elemente zu und kommt sehr gut an." Etwa 60 Konfirmanden hätten sich bisher angemeldet, knapp zehn davon hätten sich für den wöchentlichen Turnus entschieden.

Besonders freut er sich auf die Gruppe, die jeden zweiten Freitag im Monat einen Film zeigt. "Schon während meines Studiums in Bethel und Hamburg habe ich mich mit dem Grenzgebiet Theologie und Film beschäftigt." Privat geht er ebenso gern ins Kino, etwa für "Inception" von Christopher Nolan. "Mich faszinieren philosophische Überlegungen, die in eine gute Geschichte verpackt sind." Ansonsten trifft man Klein in der Freizeit auf dem Spielplatz, er liest oder singt seinen Kindern Elena (4) und Jonathan (2) etwas vor. Im Sommer erwartet die Familie ein drittes Kind.