Verein

Endlich Betreuung für Waisenkinder

Reinbek (sho). Vor einem Jahr suchten Nils Bussert und seine Frau Sigrun eine Mutter für 60 Waisenkinder aus Kambodscha. Jetzt haben die Gründer des Vereins "Somnang" gleich zwei gefunden.

Mit großer Freude hat der ehemalige Direktor der Wentorfer Realschule bei seinem jüngsten Besuch in Kambodscha Parhat Den (31) und Pat Kheo (23) kennengelernt. Die beiden Frauen wohnen jetzt im Heim für Aids-Waisen, betreuten die Kinder, die Bussert und zahlreiche Vereinsmitglieder seit 2004 finanziell unterstützen. Bei der letzten Reise im März 2008 war besonders seiner Frau Sigrun aufgefallen, dass es allein mit der finanziellen Unterstützung, Sachspenden und dem Bau von Waschplatz, Toiletten, einer Dusche, einer Küche und einer Esshalle nicht getan ist. Was fehlte: Zuwendung und die Herzenswärme von Müttern. Auch wenn sich jetzt 60 Kinder zwei Betreuerinnen teilen müssen, ist es für die Kinder ein großer Gewinn, ist Bussert sicher. "Die Lebenssituation hat sich seit meinem letzten Besuch im vergangenen Jahr wesentlich verbessert", sagt der Reinbeker. Er ist glücklich, dass für die 17 Kinder, die im Februar ins Heim aufgenommen wurden, sofort Pateneltern gefunden werden konnten.

Höhepunkt seiner Reise war der Besuch des Marktes, auf dem sich die Kinder unter großem Jubel neue Kleider aussuchen durften. Auch die Bootsfahrt auf dem Teuk Chhou und ein Essen im Restaurant bescherte den Kindern im Alter von zwölf Monaten bis 19 Jahren ein unvergessliches Erlebnis im sonst nicht ganz einfachen Alltag. Zudem gelang es Nils Bussert mit dem Geld des Vereins (mehr als 10 000 Euro) und privaten Zuschüssen, den Monatsbedarf an Reis zu decken. Mithilfe eines Betreuers vor Ort kaufte er eine Tonne ein. "Der Reispreis für diese Sorte ist zum Glück um 25 Prozent gefallen", so Bussert. Er weiß mittlerweile, dass die Kinder das am liebsten essen, selbst wenn Besseres auf den Tisch kommt. Im kommenden Jahr möchte der Verein vermehrt arme Familien unterstützen.