Friedenspreis

Ein Projekt, das Brücken baut

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Reinbek/Bad Oldesloe (tv). Der mit 2000 Euro dotierte Olof-Palme-Friedenspreis der Stormarner SPD geht in diesem Jahr an das Projekt "SprachpartnerIn gesucht" des Diakonischen Werkes in Bad Oldesloe.

Der SPD-Kreisvorsitzende Martin Habersaat begrüßte am Mittwochabend im Schloss etwa 80 Gäste zu einer Feierstunde, in deren Verlauf der Preis und der Geldbetrag an das Team der Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werkes übergeben wurde.

Das ehrenamtliche Projekt "SprachpartnerIn gesucht" wird nicht durch öffentliche Mittel gefördert, sondern ist auf Spenden angewiesen. Es entstand aus der Erfahrung, dass Migranten oft der Kontakt zu Deutschen fehlt. Derzeit treffen sich 64 Personen in 29 Sprachpartnerschaften ehrenamtlich etwa zwei Stunden wöchentlich privat in Begleitung durch die Migrationssozialarbeit. Einige Sprachpartner lernen konsequent anhand von Lehrbüchern oder arbeiten die Hausaufgaben des Integrationskurses durch, andere treffen sich zum Kaffeetrinken, unterhalten sich und gewinnen so Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache. Das Anwenden der Sprache und der Austausch über kulturelle, gesellschaftliche und persönliche Erfahrungen bereichert beide Partner und trägt so zu mehr Verständnis und Toleranz bei.

Als Ehrengast der Preisverleihung erinnerte Ruth Jacoby, Botschafterin des Königreiches Schweden in Berlin, an das Leben und Wirken des im Februar 1986 ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, in dessen Namen der Stormarner SPD-Preis seit 1987 jährlich an Personen oder Organisationen verliehen wird, die sich aktiv für sozialen Ausgleich und internationale Verständigung einsetzen. Jacoby erinnerte unter anderem daran, dass Olof Palme sich schon in seiner Zeit als Ausbildungsminister gegen den damaligen Vietnamkrieg engagiert und die Grundlagen für Schwedens umfangreiche Entwicklungshilfe geschaffen habe, für welche das Land während seiner späteren Regierungszeit ein Prozent des Bruttosozialproduktes einsetzte.

In den vergangenen Jahren wurden bereits über 120 Gruppen und Personen benannt, deren ehrenamtliche Tätigkeit sonst kaum öffentlich Erwähnung findet oder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird. Der Preis ist eine Anerkennung und Ehrung und soll damit zur Nachahmung und zum Weitermachen anregen.

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